Sozialpreis des Regio Walddörfer

Links Text: "Sozialpreis des Regio Walddörfer" rechts Bild von Julia Chiandone und Katja Kröger
Foto: volksdorfer Zeitung

Am Donnerstag, 7. September, wurde im Regionalausschuss Walddörfer der Umwelt- und Sozialpreis an Katja Kröger verliehen. Im Frühjahr 2022 öffnete Frau Kröger ihr Hotel „Alter Au“ für Geflüchtete aus der Ukraine. Gut 60 Menschen fanden bei Ihr eine sichere Unterkunft und Zeit, um sich auf ihr neues Leben in Deutschland einzustellen.

Julia Chiandone, Vorsitzende des Regio Walddörfer durfte den Sozialpreis an Frau Kröger überreichen. Im folgenden findet Ihr Julias Rede zur Preisverleihung.


Liebe Frau Kröger,
liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste,


ich freue mich sehr, heute hier zu stehen und eine besondere Person für eine außergewöhnliche Tat auszuzeichnen. Wir sind hier versammelt, um Frau Katja Kröger den Sozialpreis zu überreichen.

In Zeiten, in denen die Welt von Konflikten und Krisen geprägt ist, gibt es Menschen, die Mitgefühl und Menschlichkeit über Grenzen hinweg zeigen. Katja Kröger, die Inhaberin des Hotels und der Veranstaltungsräume „Alter Au“ in Duvenstedt, gehört zweifellos zu diesen Menschen.

Zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, der Tausende von Menschen zur Flucht zwang, öffnete Frau Kröger die Türen ihres Hotels für ukrainische Flüchtlinge. Über drei Monate hinweg bot sie täglich Unterkunft und Sicherheit insgesamt waren es ca. 60 Menschen, darunter auch viele größere Familien.

Ihre Freundin Anna hatte eigentlich die Idee – und sich auf einer Plattform in Berlin zur Hilfe angeboten. Frau Kröger hatte 11 Zimmer im „Alster Au“ und handelte sofort als ihre Freundin sie während ihres Urlaubs anrief und ihr die Situation schilderte.

Bis Sie selbst aus dem Urlaub zurückkommen konnte, haben sich zwei Freundinnen stellvertretend als Hausherrinen im „Alster Au“ um den Empfang und die Unterbringung der ersten Ukrainischen Geflohenen gekümmert. Frau Kröger holte ihre Angestellten aus der Teilzeit zurück, damit diese sich mit ihr unterstützend um Essen und das Drumherum im Betrieb kümmern konnten. Diese kollektive Anstrengung und die Selbstlosigkeit von Frau Kröger sind bewundernswert, besonders auch, da sie selber für die Kosten aufgekommen ist. Freunde und Nachbarn unterstützten – ein privates Netzwerk zeigte hier wie toll und hilfsbereit gehandelt werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Man war bei Behördengängen behilflich und half auch bei den kleinen Aufgaben die der Alltag in der Fremde mit sich brachte. Viele Geflohene konnten nach Tagen in anderen Wohnraum vermittelt werden und machten somit Platz für nachrückende Neuankömmlinge.

In einer Zeit, in der viele Menschen zögern, wurde hier bewiesen, dass eine Einzelperson und ein Team drumherum den Unterschied machen können. Sie haben gezeigt, dass Hilfe nicht nur materielle Unterstützung bedeutet, sondern auch Anpacken, Zuspruch, Trost spenden und Hoffnung geben.

Immer wieder sollte man sich vor Augen führen, dass da Menschen in kürzester Zeit ihr Land verlassen mussten:

Ihre Wohnungen oder Häuser verlassen haben. Ihre Arbeitsplätze und somit ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, sich von Ihren Familien und Freude getrennt haben und nicht wissen ob sie jemals all das auch nur annähernd so wiederbekommen können.

Ihr Engagement und Ihre Empathie haben das Leben derjenigen, die sie aufgenommen haben, maßgeblich beeinflusst. Sie haben nicht nur physische Zuflucht geboten, sondern auch menschliche Wärme gegeben, haben den Geflohenen die Ankunft in einem fremden Land erträglich gemacht, haben Gastfreundschaft bewiesen.

Mit einigen Familien besteht bis heute ein enger Kontakt. Frau Kröger betont wie beeindruckt Sie zum Beispiel von der Geschwindigkeit ist, mit der Ihre ehemaligen Gäste Deutsch lernen um das Beste aus diesem Lebensabschnitt zu machen.

Heute zeichnen wir Sie liebe Kröger mit dem Sozialpreis aus, um ihre herausragende Leistung zu würdigen und als Ermutigung für uns alle, ihre Menschlichkeit und Großzügigkeit weiterzutragen.

Ich möchte aber auch betonen, dass Frau Kröger und ihr Team nicht alleine in dieser bemerkenswerten Tat waren. Viele Bewohnerinnen und Bewohner in den Walddörfern verdienen ebenfalls Anerkennung. Deshalb sollten wir die „Erstaufnahme „Alster Au““ auch beispielhaft für alle Helfenden in den Walddörfern sehen. So manche haben ebenfalls schnell geholfen und Unterstützung geleistet, sei es durch Spenden, Zeit oder Ressourcen. Diese kollektive Anstrengung zeigt die Stärke unserer Gemeinschaft und den gemeinsamen Willen, in schwierigen Zeiten füreinander da zu sein.

Liebe Frau Kröger, im Namen aller Anwesenden, danke ich Ihnen und Ihrem Team für Ihr außergewöhnliches Handeln, wir sind stolz darauf, Ihnen diesen Preis zu verleihen. Möge Ihr Beispiel weiterhin inspirieren und uns daran erinnern, dass wir gemeinsam eine bessere Welt schaffen können.

Vielen Dank.