Seelischen Belastungen durch die Corona-Krise entgegenwirken

Die Koalition aus SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützt das Programm eines Mental Health First Aid (MHFA), das Laienhelfer*innen für psychische Gesundheit ausbildet. Mit einem Pilotprojekt MHFA-Ausbildung in Wandsbek soll die Sozialbehörde das Programm im Rahmen des „Pakts für Prävention“ fördern, d.h. die Kosten für die Teilnehmer*innen übernehmen.

Dr. Eva Kuczewski-Anderson: Sprecherin für Gesundheit der GRÜNEN Fraktion Wandsbek: „Psychische Probleme sind häufig. Trotzdem gibt es viele Unsicherheiten und Vorurteile bei diesem Thema. Durch das Social Distancing, das Tragen von Masken und die Isolation während der Corona-Pandemie werden viele Menschen zusätzlich schwer belastet und brauchen psychische Hilfe. Die Psychotherapeut*innen und Sozialarbeiter*innen in den Beratungsstellen sind überlastet und können den Ansturm der Hilfebedürftigen nicht auffangen. Es braucht zusätzliche kompetente Bürger*innen / Laienhelfer*innen die auch im Vorfeld der seelischen Erkrankung für eine Entlastung sorgen bzw. Fachleute aktivieren können. Ähnlich wie bei medizinischen Notfällen Erste-Hilfe von Vielen geleistet werden kann, so sollte auch die Ersthilfe bei psychischer Gesundheit besser in der Gesellschaft verankert werden. Wir wünschen uns daher, dass auch in Wandsbek entsprechende Kurse als Pilotprojekt angeboten werden.“

Finn Nussbaum, Fachsprecher Gesundheit der Wandsbeker SPD-Fraktion: „Mehr als 40 % der deutschen Bevölkerung hatten schon vor dem Ausbruch der Pandemie mindestens einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung. Für viele sind die notwendigen Maßnahmen und Einschränkungen eine außerordentliche beziehungsweise zusätzliche psychische Belastung. Fast jede und jeder kennt im persönlichen Umfeld Personen, die unter psychischen Problemen leiden oder die in der Vergangenheit betroffen waren. Es ist wichtig, psychische Probleme bei Angehörigen, Freunden oder Arbeitskollegen früh zu erkennen, auf die Menschen zuzugehen und Hilfe anzubieten. Denn je früher Betroffene professionelle Hilfe erhalten, desto höher sind die Chancen auf Gesundung. Deswegen unterstützen wir sehr gern die Idee, im Rahmen eines Pilotprojektes einen Kurs anzubieten, der Laienhelferinnen und Laienhelfer in erster Hilfe für psychische Gesundheit (MHFA – Mental Health First Aid) ausbildet. Mit den nach dem bewährten Programm MHFA ausgebildeten Helferinnen und Helfer können die Therapeutinnen und Therapeuten in den Beratungsstellen entlastet werden.“