Am 25. August wurden im Planungsausschuss der Bezirksversammlung Wandsbek die Ergebnisse der zusätzlichen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan Tonndorf 36 vorgestellt. Die Veranstaltung, die am 25. Juni in der Aula der Gyula-Trebitsch-Schule stattfand, hat gezeigt, dass das neue dialogische Beteiligungsformat den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger nach einer transparenten und frühzeitigen Einbindung in die Planungsprozesse umfassend erfüllt hat. Vertreterinnen und Vertreter der demokratischen Parteien – SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und DIE LINKE – waren vor Ort und haben den Austausch als stille Beobachter begleitet.
Das Plangebiet Tonndorf 36 umfasst den Bereich nördlich der Stein-Hardenberg-Straße im Stadtteil Tonndorf, einschließlich des Areals rund um den Sonnenredder. Es liegt in unmittelbarer Nähe zum Bus- und künftigen S-Bahnhof sowie zum Zentrum Tonndorf und ist damit ein zentraler Entwicklungsraum im Bezirk Wandsbek.
Ergänzend zu der bereits erfolgten und für Bebauungsplanverfahren üblichen öffentlichen Informationsveranstaltung nach dem Baugesetzbuch wurde dieses neue Format der Dialogveranstaltung als Workshop mit zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt. Im Rahmen moderierter Thementische zu den Bereichen Wohnen und Städtebau, Freiraum, Grünraum und Wege, Mobilität und Verkehr sowie Soziales und Nachbarschaft konnten 30 Tonndorferinnen und Tonndorfer ihre Anregungen und Hinweise einbringen. Die Vielfalt der Meinungen und Anliegen aus dem Stadtteil wird nun in die weiteren Planungen einfließen.
Besonders hervorzuheben ist, dass dieses Format – auf Grundlage des interfraktionellen Beschlusses und über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – erstmals in Wandsbek zur Anwendung kam und damit ein Novum in der städtebaulichen Entwicklung des Bezirks darstellt. Die Moderation erfolgte durch ein externes Planungsbüro, um eine unabhängige und professionelle Begleitung sicherzustellen.
Die Ergebnisse der Dialogveranstaltung verdeutlichen insbesondere den Wunsch nach Erhalt des grünen Charakters und der offenen Baustruktur, die Prüfung der baulichen Dichte im Blockinnenbereich, die Schaffung öffentlicher Grünflächen, Spielplätze und Begegnungsorte sowie eine verbesserte Erschließung und Anbindung durch ÖPNV, Fahrrad und Pkw. Auch die Bedarfe an sozialer Infrastruktur und vielfältigen Wohnraumangeboten wurden deutlich adressiert.
Das Bebauungsplanverfahren Tonndorf 36 war im November 2024 zunächst ruhend gestellt worden, um die Belange der Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Qualitäten des Quartiers weitergehend zu berücksichtigen. Mit der nun erfolgten Auswertung der Bürgerbeteiligung und der Zustimmung des Planungsausschusses am 25. August kann das Verfahren fortgeführt werden. Im nächsten Schritt wird ein Funktionsplan erarbeitet, in den die wesentlichen Anregungen aus der Dialogveranstaltung einfließen und der die Grundlage für den späteren Bebauungsplanentwurf bildet. Mit diesem innovativen Beteiligungsprozess setzt Wandsbek neue Maßstäbe für eine nachhaltige und akzeptierte Stadtentwicklung im Bezirk.
„Wir wollen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Es freut mich, dass auch die Ergebnisse der intensiven Bürgerinnenbeteiligung zeigen, worauf eine moderne städtebauliche Entwicklung achten muss: möglichst wenig versiegelte Flächen und kühle Orte als Reaktion auf zunehmende Starkwetterereignisse, Begegnungsorte wie zum Beispiel Spielplätze und eine gute Verkehrsanbindung. Die Ergebnisse des Beteiligungsformats sollen nun in dem folgenden Bebauungsplan angemessen Berücksichtigung finden. So geht moderne Stadtentwicklung.”

Jan-Hendrik Blumenthal
Fachsprecher Stadtplanung der Grünen Fraktion
