Keine Toleranz für geschlechtsspezifische Gewalt – weder offline noch online

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist auch in Deutschland kein Randproblem, sondern bittere Realität, strukturell verankert und weit verbreitet. Die jüngsten Debatten zeigen: Wegsehen ist keine Option mehr. Deshalb war das Thema auch Gegenstand der Aktuellen Stunde in der Bezirksversammlung Wandsbek.

Dabei wird immer deutlicher: Geschlechtsspezifische Gewalt hat längst neue Räume erobert. Sie findet nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen statt, sondern auch im Netz , anonym, entgrenzt und oft schwerer zu verfolgen. Umso wichtiger ist es, dass Politik jetzt entschlossen handelt. Die Hamburger Bundesratsinitiative zum besseren Schutz vor digitaler Gewalt setzt hier ein klares Signal.

Auch auf Bezirksebene wird gehandelt: Auf Antrag der Wandsbek-Koalition (SPD/GRÜNE/FDP) hat die Bezirksversammlung einstimmig konkrete Maßnahmen beschlossen. Ein ermutigendes Zeichen: Die Fälle von sexualisierter Gewalt und Belästigung in Schwimmbädern gehen zurück. Das ist ein klarer Hinweis darauf, dass entschlossenes Handeln wirkt. Doch klar ist auch: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen.

Im Ausschuss für Soziales soll daher überprüft werden, wie wirksam bestehende Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische und digitale Gewalt sind und wo nachgeschärft werden muss. Gleichzeitig steht die Schulbehörde in der Verantwortung: Wie werden Schülerinnen und Schüler für digitale Gewalt sensibilisiert? Und wie gut sind Schulen vorbereitet, wenn es zu Übergriffen kommt?

Ein weiterer zentraler Punkt: Betroffene dürfen nicht allein gelassen werden. Polizeidienststellen sollen sichtbarer auf Unterstützungs- und Meldestrukturen hinweisen, niedrigschwellig, klar und unübersehbar.

Auch die Jugendhilfe wird in den Blick genommen. Im Jugendhilfeausschuss soll ausgewertet werden, wie Schutzkonzepte in der Praxis funktionieren und wie sie weiter verbessert werden können.

Unser Anspruch ist klar: Null Toleranz gegenüber geschlechtsspezifischer Gewalt, ganz egal ob auf der Straße, zu Hause oder im digitalen Raum!

„Der Fall Ulmen/Fernandes zeigt brutal, was viele noch immer kleinreden: Grenzüberschreitungen und Gewalt gegen Frauen sind kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems. Genau deshalb brauchen wir klare Haltung, konsequentes Handeln und null Toleranz.”

Katja Rosenbohm, Spitzenkandidatin

Katja Rosenbohm

Fraktionsvorsitzende der Grünen Fraktion

Der Antrag