2. Sozialer Zusammenhalt im Bezirk

Wandsbek ist mit über 435 000 Einwohner*innen der bevölkerungsreichste aller sieben Hamburger Bezirke. Die Zusammensetzung im Bezirk ist facettenreich und bunt. Mit knapp 22% ist der Anteil der Menschen über 65 Jahre ebenfalls hamburgweit am größten. Aber auch junge Familien zieht es immer mehr nach Wandsbek und vor allem die innerstädtischen Stadtteile gewinnen zunehmend junge Bewohner*innen. In armen und reicheren Stadtteilen leben Singles, Alleinerziehende, Familien und Paare dicht beieinander. Wohngebiete mit überwiegend alteingesessener Bevölkerung grenzen an junge, dynamische Quartiere, in denen eine hohe Fluktuation herrscht.
In den letzten fünf Jahren standen die GRÜNEN in der Bezirksversammlung vor der großen Herausforderung, der Vielfalt im Bezirk in all seiner Multidimensionalität gerecht zu werden und diese zu fördern. Hier konnten wichtige Akzente gesetzt werden: Wir haben dazu beigetragen, dass Wandsbek Vorreiter für Barrierefreiheit und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen geworden ist, politische und gesellschaftliche Beteiligungsmöglichkeiten von Senior*innen weiter gestärkt, den Sport im Bezirk u.a. durch neue Sportanlagen und die Sanierung vorhandener unterstützt und weiterhin eine flächendeckende Struktur der Kinder- und Jugendhilfe gewährleistet. Nicht zuletzt konnten wir durch die Förderung etlicher Initiativen und Maßnahmen auf die neuen Herausforderungen durch die Flüchtlingssituation der letzten Jahre reagieren.

2.1 GENERATIONENGERECHTES WANDSBEK- für Kinder, Jugendliche und Senioren

Die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre sind vielschichtig und haben verschiedene Ursachen. Einen starken Einfluss hat jedoch der sich immer stärker auswirkende demografische Wandel durch das Älterwerden der Bevölkerung und gesellschaftliche Werteverschiebungen in Bezug auf Partnerschaft, Kinder, Zusammenleben und Wohnen. Kennzeichen einer Großstadt mit ihrer Anonymität und Schnelligkeit müssen aber hierbei dem Wunsch nach Gemeinschaft, Zusammenhalt und sozialem Austausch nicht im Wege stehen. Aus diesem Grund setzen wir uns weiterhin für ein gutes Miteinander der Generationen ein, um die Lebensqualität in den Quartieren zu stärken. Unsere politische Aufgabe ist es, für die Menschen im Bezirk flächendeckende Strukturen zu schaffen, die den Bedürfnissen der Wandsbeker*innen für ein glückliches Leben im Bezirk gerecht werden, egal ob Singles, Familien, Alleinerziehende, Jung oder Alt.

Daher setzen wir uns ein für:
• flächendeckende Wohnformen und Projekte, die gemeinschaftliches Wohnen von
Jung und Alt ermöglichen und Begegnungsstätten für alle schaffen
• die weitere Unterstützung des Bezirksseniorenbeirats
• den Erhalt von Seniorentreffs und Seniorenberatungsstellen
• mehr gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen auch durch
Digitalisierung in Senioreneinrichtungen, z. B. freies W-LAN.
• mehr gemeinsame Aktivitäten in den Quartieren, beispielsweise durch
Kooperationen zwischen Kindertagesstätten und Senioreneinrichtungen und,
wenn möglich, bauliche Verknüpfungen von Einrichtungen
• die Sicherstellung der bestmöglichen Versorgung für Familien durch eine
bedarfsgerechte Infrastruktur in den Quartieren, dazu gehören:
• Hilfe und Unterstützung für Familien durch gut erreichbare Angebote in den
Stadtteilen, z. B. durch Beratungsstellen und die Stärkung der Eltern-
Kind-Zentren
• die Schaffung bzw. Integration von Kindertagesstätten in neuen
Wohnungsbauprojekten
• mehr Angebote und Rückzugsräume für Jungerwachsene
• eine qualitative und weiterhin flächendeckende Struktur in der Kinder- und
Jugendhilfe
• gut erreichbare und niedrigschwellige Angebote der Jugendhilfe vor Ort
• mehr politische Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
durch einen bezirklichen Kinder- und Jugendbeirat

Zu einem gerechten Wandsbek gehören auch mehr und besser ausgestattete Spielplätze. Die angestoßene Erhaltungsoffensive für Spielplätze der Hamburgischen Bürgerschaft muss daher konsequent umgesetzt werden. Dieses gilt für den gesamten Bezirk. Vorrangig müssen aber diejenigen Stadtteile bedacht werden, die besonders auf öffentliche Daseinsvorsorge angewiesen sind.

Wir werden streiten für:

• die Sanierung der Spielplätze im Bezirk
• die Schaffung mindestens eines inklusiven Spielplatzes
• die Herrichtung eines öffentlichen Spielplatzes in den Stadtteilen ohne Angebot an öffentlichen Spielplätzen (z.B. Tonndorf)
• bessere Ausstattung der Kinderspielplätze

2.2 BUNTES WANDSBEK – mit Integration und Inklusion

Wandsbek ist ein bunter Bezirk, in dem jeder Mensch seinen Platz finden sollte. Die Bedürfnisse der hier lebenden Menschen müssen im Mittelpunkt stehen und der Bezirk muss mit diesen wachsen und sich ihnen anpassen. Vielfalt ist immer auch eine große Chance für die Gesellschaft und unser Ziel ist es, dass ein Miteinander im Bezirk nicht nur funktioniert, sondern gern gelebt wird. Darum setzen wir uns weiterhin für eine Politik ein, die den Menschen individuell mit seinen jeweiligen Voraussetzungen und Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt. Hierfür müssen wir die Barrierefreiheit im Bezirk weiter vorantreiben. Diese umfasst für uns nicht nur Mobilitätseinschränkungen, sondern jede Art von körperlicher und geistiger Einschränkung. Jedem Menschen muss es ermöglicht werden, am öffentlichen Leben teilzuhaben.

Daher setzen wir uns ein für:
• die Unterstützung des Ehrenamts durch Fortbildungen und Aufwandsentschädigungen ohne Altersbeschränkung
• die weitere Stärkung der Arbeit des Inklusionsbeirats und die Bereitstellung von mehr Mitteln für Inklusionsprojekte durch den Inklusionsfonds
• Barrierefreiheit im öffentlichen Raum und in öffentlich genutzten Gebäuden
• die bessere Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderungen in neuen Wohnbauprojekten
• mehr Gemeinschafts- und Begegnungsstätten
• Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten von Geflüchteten
• die Unterstützung aller Organisationen (Vereine, Verbände, Stiftungen etc.), die sich für Geflüchtete und deren erfolgreiche Integration einsetzen

2.3 SOZIALES WANDSBEK – für alle

Armut und Obdachlosigkeit sind ein zunehmendes Problem auch in einer reichen Stadt wie Hamburg. Doch Hamburg ist und bleibt eine Stadt für alle! Politisch ist es unsere Aufgabe, jeden Menschen in die Gestaltung des Bezirkes einzubeziehen, um ein Leben in Wandsbek nicht vom Einkommen abhängig zu machen. Gerade der Bedarf an Unterkünften, besonders in den Wintermonaten, ist in den letzten Jahren spürbar angestiegen.

Daher setzen wir uns ein für:
• weiterhin ausreichende, am Bedarf ausgerichtete Plätze für Obdachlose durch den Senat
• spezielle Anlaufstellen für Frauen in Obdachlosigkeit
• Unterstützung von Wohnprojekten für Menschen in der Ausbildung

2.4 ACTIVE WANDSBEK – mit Sport durch den Bezirk

Der Sport gewinnt nach wie vor zunehmend an Bedeutung im alltäglichen Leben von Menschen. Nicht nur die gesundheitlichen Aspekte sind hierbei ausschlaggebend, sondern vor allem auch die mit dem Sport verbundene gesellschaftliche Teilhabe bekommt einen immer höheren Stellenwert. Sport verbindet. Wir wollen, dass der Sport in Wandsbek im Leben der Menschen noch mehr an Bedeutung gewinnt und auch im Bezirk mehr Aufmerksamkeit erhält.

Daher setzen wir uns ein für:

• den Ausbau von Sportstätten im Bezirk
• eine optimale Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen bei der Nutzung von Sportanlagen
• die weitere Sanierung von Sportstätten
• Parksport für alle Generationen
• Sportgeräte für Kinder auf belebten Plätzen
• die Förderung von Sportangeboten für Menschen mit Behinderung
• die Stärkung von Frauensport
• die Berücksichtigung kleinerer Quartierssportstätten, beispielsweise für Reha Sport, Yoga oder Lehrschwimmbecken, bei neuen Wohnungsbauprojekten
• mehr Öffentlichkeitsarbeit, um dem Sport im Bezirk mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen
• Die Verbesserung des Schwimmangebotes im Bezirk Wandsbek (z. B. Erhalt der
Lehrschwimmbecken

2.5 KULTURELLES WANDSBEK- vielfältig und flächendeckend

Ob sich Menschen in ihrem Bezirk wohl fühlen oder nicht, hängt auch davon ab, inwiefern sie sich mit ihrem Lebensumfeld identifizieren. Treffpunkte im Bezirk, Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe und kulturelle Freizeitangebote sind hierbei von besonderer Bedeutung. Ein Bezirk, in dem man gerne lebt, darf nicht langweilig sein, sondern muss vielfältige Angebote bereitstellen, die gut erreichbar sind. Unsere Aufgabe ist es, durch eine flächendeckende Kulturpolitik auf Bezirksebene dieses in den Quartieren und im gesamten Bezirk zu unterstützen und weiter voranzutreiben. Hierbei sind neben den Sportvereinen, Initiativen und zivilen Akteuren vor allem die Stadtteilkulturzentren von besonderer Bedeutung. Sie dienen als Treffpunkt für Vereine und Initiativen, stellen Bildungsangebote bereit, bieten kulturelle Veranstaltungen und die Möglichkeit, sich im Stadtteil einzubringen.

Daher setzen wir uns ein für:
• Stärkung kultureller Angebote im gesamten Bezirk
• Unterstützung der bestehenden Stadtteilkulturzentren und Aufbau eines neuen Stadtteilkulturzentrums in Rahlstedt
• Vernetzung der kulturellen Aktivitäten im Bezirk
• die flächendeckende Bereitstellung von Informationen und Ankündigungen ausdem Kulturbereich
• die Unterstützung von kulturfördernden Einrichtungen und Initiativen im Bezirk
• angemessene Beschilderung von Kriegerdenkmälern zur Information über den historischen Kontext

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