
Mein Name ist Sami Khokhar. Ich bin 43 Jahre alt, in Hamburg geboren und lebe mit meiner Frau und 3 Kindern im wunderschönen Jenfeld. Ich bin gelernter Fachinformatiker und seit 2007 bei den Grünen Wandsbek. Seit 2020 bin ich Mitglied der Bezirksversammlung Wandsbek und Sprecher im Regionalausschuss Kerngebiet.
Wenn du dir eine Superkraft aussuchen könntest: Welche wäre das und warum?
Robin Hood – Ich würde gern ein wenig umverteilen.
Was machst du in deiner Freizeit am liebsten?
Fussball spielen bei den Alten Herren von Concordia.
Was ist dein ultimativer Serien- oder Filmtipp?
Terminator 2.
Was war dein Traumberuf als Kind?
Kinderarzt.
Was ist dein Lieblingsort in Wandsbek?
Die Laufstrecke um das Jenfelder Moor.
Was hast du dir schon oft vorgenommen, aber noch nie gemacht?
Eine Weltreise.
Wenn du eine Sache in Wandsbek alleine entscheiden dürftest, was wäre das?
Mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität, attraktive Plätze und gute Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien.
Du hast in der Grünen Fraktion Wandsbek gleich mehrere Funktionen inne. Was genau machen deine Aufgaben als Fachsprecher für Integration und Geflüchtete und als Regionalsprecher für Kerngebiet aus?
Als Fachsprecher für Integration und Geflüchtete setze ich mich dafür ein, dass Integration in Wandsbek nicht nur ein politisches Thema bleibt, sondern im Alltag funktioniert. Dazu gehören für mich eine gute Unterstützung für Geflüchtete, Teilhabe, Bildung, Zugang zu Angeboten und ein gutes Miteinander in unseren Stadtteilen.
Als Regionalsprecher für das Kerngebiet bin ich Ansprechpartner für die Themen und Anliegen der Stadtteile in diesem Bereich. Ich möchte wissen, was die Menschen vor Ort beschäftigt, welche Probleme es gibt und wo wir als Bezirk konkret etwas verbessern können. Dabei geht es zum Beispiel um Stadtteilentwicklung, Aufenthaltsqualität, soziale Infrastruktur und gute Orte für Begegnungen.
Wo siehst du derzeit die größten Herausforderungen für Integration in Wandsbek?
Die größte Herausforderung sehe ich darin, dass Integration im Alltag wirklich ankommt. Dazu gehören vor allem bezahlbarer Wohnraum, gute Sprach- und Bildungsangebote, Zugang zu Arbeit und Ausbildung sowie die Möglichkeit, sich aktiv in den Stadtteilen einzubringen. Das Gebiet um die Jenfelder Au ist ein gutes Beispiel dafür.
Gerade in Wandsbek müssen wir darauf achten, dass Menschen nicht nebeneinander, sondern miteinander leben. Dafür brauchen wir Orte der Begegnung, starke Stadtteilstrukturen und gute Angebote für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig müssen wir Barrieren abbauen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte stärker beteiligen.
Was bedeutet gelungene Integration für dich – und woran erkennt man, dass sie funktioniert?
Man erkennt gelungene Integration daran, dass Menschen gute Chancen auf Bildung, Ausbildung und Arbeit haben, ihre Nachbarschaft mitgestalten und sich in Vereinen oder Initiativen einbringen können. Aber auch daran, dass Kinder und Jugendliche gemeinsam aufwachsen und Menschen unterschiedlicher Herkunft selbstverständlich miteinander leben.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wurde die AfD mit 43,8 Prozent stärkste Kraft. Was war dein erster Gedanke, als du das Ergebnis gesehen hast?
Erstmal geschockt! Ein solches Wahlergebnis zeigt, dass viele Menschen mit der aktuellen Entwicklung unzufrieden sind und dass demokratische Parteien stärker zuhören und Antworten auf die Sorgen der Menschen geben müssen.
Hinter jedem Wahlergebnis stehen ganz unterschiedliche Gründe und persönliche Lebenssituationen. Für mich ist deshalb entscheidend, miteinander im Gespräch zu bleiben, gerade auch mit Menschen, die sich von Politik nicht mehr vertreten fühlen.
Die Ergebnisse in Sachsen-Anhalt und die Prognosen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sind eine Warnung und eine reale Gefahr für unsere Demokratie. Was kann Kommunalpolitik konkret tun, um Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken?
Demokratie beginnt vor Ort. Kommunalpolitik kann dafür sorgen, dass Menschen erleben, dass die Stimme gehört wird. Ich kann mich einbringen und die Politik verbessert konkret meinen Alltag. Dafür brauchen wir starke Vereine, Jugend- und Stadtteilangebote, echte Beteiligungsmöglichkeiten und eine Politik, die Probleme anpackt und ansprechbar bleibt.
Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung müssen wir wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen und zeigen, dass demokratische Politik vor Ort etwas bewegen kann.
Spürst du die gesellschaftliche Polarisierung und den Zuspruch zur AfD auch schon ganz konkret in Wandsbek? Wenn ja: Woran machst du das fest? Und wie steuert ihr dagegen?
Leider ja. Der Ton wird überall rauer. Wir müssen aber dagegenhalten und vor allem vor Ort präsent sein und miteinander im Gespräch bleiben. Wir unterstützen Initiativen gegen Rassismus, setzen uns für gute Integrationsangebote ein und wollen Orte schaffen, an denen Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenkommen können.
Wir müssen zuhören, Probleme ernst nehmen und gleichzeitig klar für Demokratie, Menschenwürde und ein friedliches Miteinander einstehen.
Und zum Abschluss noch ein kleiner Ausblick: Was möchtest du in deiner politischen Arbeit in den nächsten Jahren erreichen?
Ich möchte dazu beitragen, dass Wandsbek ein Bezirk bleibt, in dem alle Menschen gute Chancen haben und sich zu Hause fühlen können. Besonders wichtig sind mir dabei Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt, gute Perspektiven für Kinder und Jugendliche und lebendige und lebenswerte Stadtteile.
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass unsere Stadtteilzentren wieder mehr Orte der Begegnung werden und dass die Menschen vor Ort stärker an der Entwicklung ihrer Stadtteile beteiligt werden. Gerade in Jenfeld und den anderen Stadtteilen im Kerngebiet gibt es dafür viele Möglichkeiten.
Und ich möchte weiterhin Politik machen, die nah bei den Menschen ist, zuhört und konkrete Dinge verbessert. Wenn wir es schaffen, mehr Menschen (auch mit Migrationshintergrund) für demokratische Mitgestaltung zu begeistern, wäre für mich schon sehr viel erreicht.
