Klimaschutz

Ein Abend mit Professor Dr. Mojib Latif

Manchmal passieren einfach Dinge, die man so nicht planen kann, z.B. ein exklusiver Abend zur Diskussion und zum Austausch mit einem der bekanntesten Klimaexperten weltweit – mit Prof. Dr. Mojib Latif. So geschehen am 19.06.2019 im Café tschai. Die LAG hatte Prof. Latif angefragt, mit uns über ein neues Klimaschutzgesetz in Hamburg zu diskutieren und es kam zu einem ganz kurzfristigen, spontanen Termin. Es entwickelte sich eine muntere Diskussion und Fragerunde über 2 Stunden.

 „Reine marktwirtschaftliche Mechanismen versagen beim Thema Klimawandel.“

Prof. Latif gab zunächst einen kleinen Einblick in sein Tätigkeitsfeld und seine berufliche Laufbahn. Er stellt fest, dass der Klimaprozess stagniert. Es findet keine Energiewende mehr statt. Die CO2 Emissionen bleiben konstant, die Klimaziele von Paris (deutlich unter 2 Grad Erwärmung zu bleiben) werden so nicht erreicht. Es muss ein grundsätzlicher Wandel und Umbau unserer Gesellschaft und Wirtschaft stattfinden. Reine marktwirtschaftliche Mechanismen versagen beim Thema Klimawandel.

„Der Industrie ist alles recht, was Profite bringt. Die Gesellschaft muss sich wehren.“

Es werden die Wenigen belohnt, die von der Umweltverschmutzung profitieren. Der Industrie ist alles recht, was Profite bringt. Die Gesellschaft muss sich wehren. Allerdings gibt es große Skepsis in der Bevölkerung und es ist schwer, klimapolitische Ziele zu realisieren. Populistische Argumente der Klimagegner habe immer einen guten Stand, weil sie ein „weiter so“ propagieren und das kommt bei vielen Leuten gut an, dann müssen sie nichts ändern. Prof. Latif befürchtet, dass das Thema Klima wieder aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit verdrängt werden könnte.

Foto: blu-news.org
Foto von blu-news.org

„Wir haben eigentlich bereits jetzt keinen Spielraum mehr.“

Außerdem führt die Verengung der Diskussion nur auf den Klimawandel zu keinem Ergebnis. Es müssen die Sektoren Energie, Verkehr und Landwirtschaft zusammen gedacht werden. Das haben übrigens auch die Aktivisten der Fridays4Future-Bewgung erkannt. Die Wissenschaft hat die CO2-Problematik bereits seit langem erkannt und es ist alle gut beforscht. Aus der Wissenschaft gibt es keine Zweifel und es tritt ein, was berechnet werden kann: wenn der CO2-Ausstoß weiter steigt, wird sich das Klima weiter erwärmen. Und es kommt irgendwann (wann, kann niemand genau sagen, vielleicht schon bei 1,2 Grad Erwärmung) zu unumkehrbaren Prozessen, dann, wenn das Klima kippt. Wir vollführen mit unserer Erde gerade ein Live-Experiment, ohne den Ausgang zu kennen. Wir haben eigentlich bereits jetzt keinen Spielraum mehr.

Konkrete Maßnahmen und Forderungen:

  • Subventionen für konventionelle Energiewirtschaft abschaffen!
  • CO2-Steuer/Abgabe, sie ist direkter als der Zertifikatehandel
  • Energieversorgung dezentralisieren
  • Lebensstiländerung
  • Sektorenkopplung

„Wir müssen den Menschen die Vorteile des Wandels JETZT klar machen.“

Es ist zu befürchten, dass durch die E-Mobilität neue Umweltzerstörungen entstehen, z.B. bei der Batterieherstellung, Rohstoffgewinnung etc., auch bei der Entsorgung. Autos müssen prinzipiell aus der Stadt verbannt werden. Auto und Fahrrad gehen nicht wirklich zusammen, man muss sich für eine Richtung entscheiden: Fahrrad und Fußgänger. Es gibt ohne Auto mehr Bewegungsfreiheit und zusätzlich gibt es sauberere Luft, weniger Lärm, weniger Unfälle – wo ist das Problem?

„Fliegen muss teurer sein als Bahnfahren.“

Die Lösungen für die Energiewende sind im Hier- und Jetzt nötig. Ziele, die zu weit in der Zukunft liegen, haben keine Aussagekraft und werden von der Gesellschaft nicht ernst genommen. Wir müssen den Menschen die Vorteile des Wandels JETZT klar machen.

„Eine ökologische Steuerreform muss die Armen entlasten und die Reichen stärker in die die Pflicht nehmen.“

Dazu braucht es eine ökologische Steuerreform, in der auch die sozialen Fragen mit behandelt werden. Eine ökologische Steuerreform muss die Armen entlasten und die Reichen stärker in die die Pflicht nehmen. Die Akzeptanz von Klimamaßnahmen kann nur durch Klimagerechtigkeit erreicht werden. Die Öffentlichkeit muss dafür mobilisiert werden und die F4F-Bewegung muss weitergehen, auch mit zivilem Ungehorsam (kein Streik wird außerhalb der Arbeitszeit durchgeführt, das wäre völlig sinnlos, warum sollen Schüler abends oder am Wochenende streiken?).

„In der Wissenschaft ist das Thema Klimawandel „durch“. Die Medien spielen eine wichtige Rolle.“

Die Wissenschaft verliert ihren Einfluss in der öffentlichen Diskussion. Es kommen immer mehr „sogenannte Experten“, Schauspieler, Musiker, Politiker zu Wort, aber die Wissenschaft hält sich zurück oder wird nicht mehr so stark beachtet. In der Wissenschaft ist das Thema „durch“. Dort bezweifelt niemand ernsthaft den vom Menschen gemachten Klimawandel, die Erderwärmung ist Folge des CO2-Ausstoßes. Die Wissenschaftler breiten ihre Forschungsergebnisse aus, nur wenige mischen sich in die politische Diskussion ein. Wir brauchen auch hier mehr Vernetzung und Austausch mit politischen Akteuren.

Auch die Medien spielen eine gewichtige Rolle. Beispiel BBC: hier werden Gegner bzw. Leugner des Klimawandels nicht mehr zu Talkshows eingeladen – ein Weg?

„Klimaneutralität 2035 ist unrealistisch.“

Das Ziel und die Forderung nach Klimaneutralität bis 2035 ist nach Meinung von Prof. Latif weltweit nicht realistisch. Derzeit gibt es wenige Anzeichen, das das Ziel bis 2050 erreicht werden könne. Aber die Absicht ist richtig und für Mikrostandorte, Regionen, Städte, Organisationen durchaus als Ziel formulierbar.

Ziele für Hamburg

„Individueller Autoverkehr und Ausbau der Infrastruktur für Fahrrad und Fußgänger geht nicht zusammen.“

  • Vor allem in den Städten muss die Sektorkopplung (Energie, Verkehr, Gebäude, Industrie) angegangen werden.
  • Individuellen Autoverkehr schrittweise aus der Innenstadt verbannen (Ring 1-sofort, Ring 2 – 5 Jahre)
  • Vorrang für Fahrrad-Infrastruktur und Fußgänger
    Ausbau ÖPNV
  • Wärme aus Kohle beenden, auch Moorburg muss weg. Gas als Ersatz für Kohle als Übergangslösung und weil Gas aus erneuerbaren Energien möglich wird für später. Besser Umstieg auf gas jetzt, als noch länger auf eventuelle EE warten.

Ausblick

Wir sollten nicht pessimistisch sein, auch wenn es gerade nicht gut aussieht. Änderungen sind immer möglich, auch schnell. Hoffnung macht die derzeitige F4F-Bewegung, aber auch technische Neuerungen. Wir sollten das machen, was für uns möglich ist, individuell und auch gesellschaftlich, politisch. Eine Lebensstiländerung ist kein Verzicht, sondern Gewinn: bessere Luft, eine schönere Umwelt, mehr Zeit, mehr Gesundheit, mehr Glück!

cof

Vielen Dank an alle Diskutan*tinnen und besonders an Professeor Latif!

Gutes Klima für Wandsbek – das Projektteam tingelt durch den Bezirk

Mitteilung der Pressestelle des Bezirksamtes Wandsbek

(wir haben hier bereits am 31.3. darüber berichtet)

Unter dem Motto „Klimaschutz in Wandsbeker Nachbarschaften aktiv gestalten“ fand am 27.03.2019 im Kulturschloss Wandsbek die Auftaktveranstaltung zur Entwicklung des Integrierten Klimaschutzkonzepts für den Bezirk Wandsbek statt. Auf Einladung des Bezirksamtes Wandsbek haben rund 45 Teilnehmende aus Politik und Verwaltung, Unternehmen, Initiativen und Bevölkerung Chancen und Möglichkeiten, aber auch Hindernisse und Herausforderungen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Bezirk Wandsbek gesammelt und diskutiert. Mit Unternehmer Wolfgang W. Springer (Springer Bio-Backwerk GmbH & Co. KG) und dem Klimaschutzreferent Michael Liebert (Umweltzentrum Gut Karlshöhe) haben zwei in Wandsbek Aktive ihre Erfahrungen und Perspektiven ihrer Klimaschutzbemühungen dargestellt.

Die Teilnehmenden sammelten und diskutierten erste Ideen und Themenkomplexe. So z.B. verschiedene Maßnahmen und Möglichkeiten zur Stärkung des Radverkehrs, der Förderung privaten Car Sharings, klimafreundliche Energieversorgungstechnologien im Gebäudeneubau oder den Umgang mit der zunehmenden Versiegelung von Flächen. Zudem wurde gewünscht, Sport- und Bürgervereine im Bezirk sowie Initiativen, die sich bereits aktiv für den Klimaschutz einsetzen im weiteren Prozess zu beteiligen. Aber auch die Grenzen der Möglichkeiten des bezirklichen Klimaschutzes wurden angesprochen: Um Klimaschutzziele zu erreichen seien gravierende Weichenstellungen auf internationaler sowie Bundes- und Landesebene erforderlich.

Nach dem Auftakt geht es nun weiter: Zur Entwicklung des Integrierten Klimaschutzkonzepts werden jetzt die Stadtteile des Bezirks auf der Suche nach Klimaschutzpotentialen unter folgenden Fragestellungen analysiert:

–      Wo ergeben sich Möglichkeiten, im Rahmen von Neuplanungen, Sanierung und Konversion Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen?

–      Wo und in welchen Bereichen sind die Wandsbekerinnen und Wandsbeker in Sachen Klimaschutz bereits aktiv und wie können sie unterstützt werden?

–      Wo und wie kann im Kleinen klimafreundliche Mobilität einfacher werden?

Um diese und weitere Fragen zu beantworten, wird das Bearbeitungsteam in den nächsten Monaten in den Wandsbeker Stadtteilen vor Ort aktiv sein. In Zusammenarbeit mit Stadtteil- und Kultureinrichtungen, Vereinen und Verbänden werden Möglichkeiten für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen in Wandsbeker Nachbarschaften gesucht und entwickelt. Ideen und Vorschläge, aber auch Hinweise zu Herausforderungen und Stolpersteinen sind dem Projektteam herzlich willkommen.

Das Projektteam freut sich über Kontaktaufnahme telefonisch unter 040 / 4664-2440 oder per E-Mail:gutesklima.wandsbek@ocfc.de. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseitewww.hamburg.de/wandsbek/klimaschutz.

Klimaschutz im Doppelpack

Klimaschutz im Café Tschai

…mit Lisa Schneider, Manuel Sarrazin und Eckhard Heumeyer

Gleich zwei Klimaschutz­veran­staltungen in einer Woche in Wandsbek – und eine interessanter als die andere! Und beide sehr gut besucht.

Zuerst hatte Eckhard Heumeyer ins Café Tschai geladen, um Lisa Schneider von Adelphi, einer Agentur, die u.a. Kommunen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen berät und Manuel Sarrazin, grünes Mitglied des deutschen Bundestages, zum Thema „Kommunaler Klimaschutz in Deutschland und Europa – neuer Antrieb für die europäische Integration?“ zu hören. Eine spannende Veranstaltung mit etwa 30 Gästen. Lisa sagte, dass der Begriff Klimaschutz für viele Bürger*innen viel zu abstrakt sei, er müsse runtergebrochen und an lokale Themen angepasst werden. Viele Bürger*innen würden beim Klimaschutz nämlich nur an zusätzliche Kosten denken. Besser sei es, damit zu werben, dass man saubere Luft wolle, sichere Fuß- und Radwege, Geldsparen durch energiebewusstes Bauen etc.

Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen und Bildungsstand würden Klimaschutz pauschal eher ablehnen. Hätten aber gleichzeitig einen sehr hohen Energieverbrauch, könnten also tatsächlich durch anderes Verhalten Geld und Energie sparen.

Eine gute Beratung bieten z.B. der Stromspar-Check der Caritas, Schulprojekte, Aufklärung während der europäischen Mobilitätswoche, Angebote für Energieberatungen vor Ort.

Manuel berichtete u.a. aus Polen und meinte, dass dort sehr viel z.B. in neue Radwege investiert würde, und diese Radwege in jedem Dorf besser seien als unsere in Hamburg. Alles, was in Polen dreckig sei, sei meist mit Korruption verbunden. Saubere Luft ist deshalb zum großen Thema in der Politik geworden.

Wolfgang W. Springer hat seinen Betrieb vor ca. 10 Jahren auf 100 % Bio umgestellt

Viele Grüne waren zur Veranstaltung gekommen, auch Eva Kuczewski-Anderson und Wilhelm Bauch

Zwei Tage später ging es dann im Wandsbeker Kulturschloss weiter mit der Veranstaltung „Klimaschutz in Wandsbeker Nachbarschaften aktiv gestalten“ .

Dieses Konzept hatte viele Wandsbeker*innen interessiert, der Saal war voll, auch viele grüne Mitglieder waren gekommen.

Schließlich war das Konzept mit einem grün-roten Debattenantrag auf der Bezirksversammlung im Sommer 2016 gestartet, einstimmig mit allen Fraktionen verabschiedet: wir wollen ein Integriertes Klimaschutzkonzept für Wandsbek! Die lange Vorbereitungszeit lag an den langen Bearbeitungszeiten zur Bewilligung für die Fördergelder vom Bund. Schließlich konnte das Bezirksamt die Betreuung des Projektes an das Beratungsteam OFC Consultung geben.  Und jetzt geht es endlich öffentlich an den Start mit der Auftaktveranstaltung!

Manuel Gottschick, Geschäftsführer des beauftragten Büros, übernahm Begrüßung und Moderation.

Zu Beginn erzählten zwei Wandsbeker, wie ihre Firma bzw. Stiftung Nachhaltigkeit umsetzt.

Die Bäckerei von Wolfgang W. Springer hatte zunächst ein konventionelles Angebot und biomäßig nur kleine Brötchen gebacken. Tschernobyl hatte Springer zum Grübeln gebracht, dann die Diskussion um das Waldsterben. Und als seine Frau schwanger wurde, dachte er immer häufiger an die Zukunft seiner Kinder. Und fing an, seinen gesamten Betrieb auf 100 Prozent Bio umzustellen. Das hatte zur Folge, dass 2 Millionen Quadratmeter Ackerboden zu Bioland wurden – was ihn mächtig stolz machte. Nach 60 Jahren als Mieter im Rauhen Haus musste er nun den Betrieb vergrößern, umziehen, und begann nach neuen Energiestandards zu bauen, er nutzte die Abwärme, verbesserte die Kühltechnik,  setzte LED-Licht ein. Heute versorgt er bei gleichem Energieeinsatz wie früher eine doppelt so große Arbeits-Fläche. Die nächste Investition wird Solarenergie sein, dafür hatte es zunächst nicht mehr gereicht.

Im Anschluss fragte Klimareferent Michael Liebert vom Gut Karlshöhe die Zuhörer*innen, wer schon einmal dort gewesen war – und fast alle Hände schnellten in die Höhe. Was ihn richtig freute. Das Umweltzentrum  Gut Karlsruhe wird von der Hamburger Klimaschutzstiftung betrieben und versteht sich als „Lern- und Erlebnisort, an dem alle Menschen von klein auf bis ins hohe Alter erfahren, wie „einfach gut leben“ im Rahmen der natürlichen Ressourcen gelingt.“ Daneben hat er mitten in Wandsbek eine grüne Oase geschaffen, die allen Menschen hilft, runterzukommen. Ganz ohne Top Down Ansatz, die Menschen kommen mit neuen Ideen, die er gern aufnimmt; zuletzt war es das Repair-Cafè, das inzwischen hervorragend funktioniert.

Michael Liebert (links) und Manuel Gottschick im Kulturschloss Wandsbek

Dann stellte Manuel Gottschick sich und seinen Ansatz vor: Er selbst habe ein gut gedämmtes Haus, kein Auto und lebe sehr nachhaltig. Aber alles, was wir privat machten, sagt er, würde nicht im Entferntesten ausreichen, die gesteckten Klimaziele zu erreichen. Auch wenn alle eine Pellet-Heizung hätten, mehr Biomasse anbauten, seien die Effizienzsteigerungen begrenzt. Nur auf den technischen Fortschritt zu setzen, sei zur Zeit jedenfalls ein Trugschluss. Auch wenn wir bei Neubauten Parkplätze unbequemer machten (z.B. sie nicht mehr direkt vor der Haustür hätten), Fahrradplätze angenehmer (ebenerdig, und trocken) , die Windkraft steigerten, schaffen wir damit nicht die erforderliche CO2-Reduktion bis 2050. Das ginge nur, wenn wir wirklich keine einzige Möglichkeit, CO2 einzusparen, auslassen würden.

Deshalb seien die kommunalen Konzepte so wichtig. Sie werden vom Bund und vom Land gefördert, die Bezirksämter müssten zunächst nur eine*n Mitarbeiter*in als Ansprechpartner für das beantragte Büro stellen. Gefordert sind u.a. eine Ist-Analyse, eine Potential-Analyse und ein Maßnahmen-Katalog.

Beim Projektteam können Vorschläge für Wandsbek eingereicht werden

Heute würde er deshalb unsere Vorschläge sammeln, die wir in der Pause an die vorbereiteten Wände pinnen könnten. Vorgeschlagen wurden u.a. mehr und breitere Radwege, einen grünen Radweg bis in die Stadt hinein, eine große Zahl an Wasserspendern, damit man keine Plastik-Wasserflaschen mehr braucht… Nach dieser Auftaktveranstaltung wird es ähnliche Einladungen in mehreren Stadtteilen geben.  Am Ende wird die Agentur dann mit Beteiligung der Bezirksversammlung entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll und machbar wären.

Gottschick hat dieses Procedere auch schon für Bergedorf gemacht, die Ergebnisse findet man online. In Bergedorf sei es am Ende leider eher dürftig gewesen, was aus den vielen Vorschlägen tatsächlich in den Bezirk hineingetröpfelt sei. Unsere grüne Bezirksabgeordnete Dr. Ulla Martin meinte dazu, leider fehle halt oft das Geld, deshalb sei es wichtig, entsprechende Gelder zu akquirieren, um möglichst viele Maßnahmen umsetzen zu können. Das ließen einige Umweltaktivisten nicht als Argument gelten. Die Meinungen im Publikum gingen weit auseinander – bei der Sammlung der Vorschläge waren aber alle motiviert dabei. Guter Ansatz, hoffen wir mal, dass wir in Wandsbek viel erreichen werden.

Link für mehr Info

 

 

 

 

 

 

 

Schöne Weihnachtstage!

„Wie, ihr singt Weihnachtslieder? Das passt doch nicht zu den Grünen…“, wunderte sich ein langjähriges Mitglied der Partei, als wir „We Wish you a Merry Christmas“ bei unserer Weih­nachtsfeier anstimmten. Ich finde: das passt ganz gut. Wir sind ja nicht nur Politiker*innen, ist doch schön, wenn man auf einer Feier auch mal die privateren Seiten der Partei­freund*innen entdeckt. Außerdem: Singen verbindet, der US-amerikanische Musikforscher David Huron von der Ohio State University glaubt zum Beispiel, dass Musik entstanden ist, um den Zusammenhalt einer Gruppe zu fördern. Und der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau war der Meinung, dass sich der menschliche Gesang aus leidenschaftlichem, erregtem Sprechen entwickelt habe. Das würde doch gut zu uns passen, oder? 😉

Diskutiert wurde am Freitag in der weihnachtlich geschmückten Ohlendorff’schen Villa auf jeden Fall ebenfalls viel, über die bevorstehenden Bezirkswahlen, das Klima, sichere Radwege, Nachverdichtung und Grünflächen – oder den neu gegründeten Wirtschaftsdialog, der mit Unterstützung prominenter Grüner aus Brüssel, Berlin und den Ländern und Kommunen am Tag der Weihnachtsfeier gegründet wurde.

Nicht über, sondern mit den Unternehmen reden will auch unser Walddörfer Stadtteilgruppenmitglied Thomas Gambke, der Infoblätter des Dialogs auf der Feier verteilte.

Auch neue grüne Mitglieder waren gekommen, um ihre Infos über die Grünen nicht nur den zahlreichen Mails zu entnehmen, die seit Eintritt auf sie einfluten, sondern auch mal echte grüne Menschen zu treffen. Alle Stadtteilgruppen waren vertreten, ein Wandsbeker Neumitglied freut sich, dass demnächst nicht nur geredet, sondern auch gemeinsam gekocht wird.

Zur Feier hatten viele etwas zu essen mitgebracht, von Quiche über Pizzamuffins bis zu Apfelkuchen und Brownies. Harry hatte mit seiner Sackkarre wieder ausreichend Glühwein heran geschleppt, Eckhard brachte Gläser, Wasser und Rotwein mit. Baby Yasha war zwischendurch ein wenig unleidlich, schlief aber spätestens beim Klang des grünen Chors völlig entspannt ein.

Schöne Weihnachtstage euch allen!

[2018:12] Neue Regierung braucht Sofortprogramm Klimaschutz

„Mutlos, kraftlos und visionslos“ ist der GroKo-Vertrag für Annalena Baerbock, Toni Hofreiter, Oliver Krischer und Lisa Badum. In einem Autoren-Papier fordern die Bundestags-GRÜNEN ein ambitioniertes Sofortprogramm Klimaschutz. Dem Klimakiller CO2 müsse ein Preis gegeben werden, getreu dem Prinzip „Schmutzige Energien finanzieren saubere Energien“. Als „größte Schwachstelle im Koalitionsvertrag“ wird das Fehlen eines Kohleausstiegsgesetzes bezeichnet. Ohne sofortige Abschaltung von Kohlekraftwerken könne das Klimaziel 2020 nicht erreicht werden. Die erneuerbaren Energien sollen mit „Sonderausschreibungen von 4.300 MW Windkraft an Land“ und einer Solar-Offensive, „die selbst genutzten Solarstrom von widersinnigen Umlagen befreit“ schneller ausgebaut werden. In der Verkehrspolitik sollen die Motoren sauber und Antriebe klimaneutral gemacht werden. Außerdem müsse die Energiewende auch im Wärmebereich ankommen und auch in der Landwirtschaft soll es mehr Klimaschutz geben. Auch die Industrie soll einen deutlich stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten as bisher. „Dazu muss die neue Bundesregierung bestehende Fehlanreize beseitigen und die Entwicklung und Anwendung von CO2-freien Verfahren und Prozessen unterstützen“. Mehr Infos >