Rettet die Wälder! Rettet die Wähler!

Die Rodung des vierhundert Fußballfelder großen Hambacher Waldes steht symbolisch für weitaus mehr: 

Eine nach Rückwärts gerichtete Politik erlaubt hier dem Energieriesen RWE     Fakten zu schaffen.

In Deutschland hatten wir in diesem Jahr einen knacketrockenen Sommer-  den heißesten, der hier jemals gemessen wurde. Er ging einher mit massiven Ernteausfällen. Weltweit finden Klimakatastrophen wie Tornados und Überschwemmungen statt. Jeder muss jetzt einfach wissen: der Klimawandel bedroht die Menschheit. Jeder muss wissen, dass die Wälder essentiell an dem Klima beteiligt sind. Politisch wird derzeit  auch durch die Bundesregierung  verhandelt, wie der Ausstieg aus dem Klimakiller Kohleabbau zu schaffen ist. In den siebziger Jahren wurde der Tagebau in Hambach eingeleitet. Die Verkleinerung des Tagebaus in Garzweil gegen die SPD-CDU-FDP Einheitsfront in 2016 bezeichnet Katharina Dröge von den Bundesgrünen als Kraftakt. Herausgekommen ist damals der politische Kompromiss, den Hambacher Wald im Gegenzug für die Verkleinerung von Garzweiler zu opfern.

Laut Katharina Dröge mussten die Grünen diesen Kompromiss eingehen, da sie in der Regierung die kleinere Partei gewesen sind.

Umso makabrer erscheint uns allen das Vorhaben des Energieriesen RWE:

Der RWE hat es verschlafen, Strom durch innovative Technologie zu erzeugen. Dieses Defizit müssen wir Bürger nun teuer bezahlen: das letzte vierhundert Hektar große Stück Hambacher Wald soll dem Braunkohleabbau weichen!

Übriggeblieben von ursprünglich sechstausend Hektar stellen die letzten vierhundert Hektar ein wertvolles Revier dar.  Der Misch Wald ist zwölftausend Jahre alt  und beherbergt mit seinen teilweise dreihundert Jahre alten Bäumen auch  viele seltene Tier- und Pflanzenspezies.  Er stellt einen wichtigen Klimapuffer für die Großstadt Köln dar.

Das Vorhaben des RWE verhöhnt die Politik der nachhaltigen Energie.

Bei der Durchsetzung des Vorhabens wird sprichwörtlich über Leichen gegangen.

Vorgestern fiel ein Baumhausbesetzer aus zwanzig Metern Höhe von einer Hängebrücke in den Tod. Am nächsten Tag wurde von Seiten der Polizei keine Rücksicht auf die Teilnehmenden der Gedenkfeier genommen: mit Flutlicht wurde diese gestört.

Heute nahmen über eintausend Menschen an der Demo in Hamburg Teil. Sie bekundeten ihre Solidarität und zeigen ihr Unverständnis hinsichtlich der rückwärts gewandten Politik.  Junge Familien, Singles, Studenten, Rentner, Touristen kamen und zeigten somit, dass das Vorgehen des RWE unterstützt durch Politik nicht erwünscht ist.

Der RWE begründet sein Vorgehen unter anderem, dass es um wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe geht.

Es kommen hier folgende Fragen auf: wie kann es sein, dass der Energiekonzern jahrzehntelang die Forschung in innovative Energiegewinnung verschläft?

Wie kann es sein, dass diese Fehlplanung und damit verbundenen Gewinnverluste nun mit Hilfe vom aus technologischer Sich betrachtet steinzeitlichen Klimakiller Braunkohle wieder gerichtet werden darf?

Weshalb wird der RWE nicht durch die zuständigen Politiker in die Schranken verwiesen?

Die Aufgabe der Politiker ist es, Leitlinien vorzugeben. Derzeit steht das Thema Kohleausstieg ganz oben an der Tagesordnung, weil wir alle vom Klimawandel betroffen sind.

Weiterhin gibt es genug Strom, auch aus alternativen Energiequellen. Es gilt, diesen Strom an die Verbraucher zu bringen. Auch werden hierdurch viele Arbeitsplätze gesichert.

Und nicht zuletzt:

es gilt die Politikverdrossenheit zu besiegen. -Mit Hilfe von Glaubwürdigkeit und mehr Transparenz.

So können in Zukunft auch weiterhin die Anhänger der großen und seit langem etablierten Parteien einen Sinn darin sehen, zur Wahl zu gehen.

Sabine Kashi

Sabine Kashi ist Diplom Pharmazeutin und Apothekerin aus dem Alstertal und Vorstandsmitglied der GRÜNEN Wandsbek.

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