Klimawandel in Volksdorf

Das Kräuter-Quiz fragte diesmal auch nach Pimpernelle und Estragon

Besuch von Maryam und Jan Blumenthal mit ihren Kindern

Klar, offen für Grün waren die Walddörfer schon immer – aber dieses Stadtteilfest toppte vieles. Erstens spielte das Wetter mit, alle Besucher*innen waren entspannt und blieben gern am Stand der Grünen in der Claus-Ferck-Straße, vor der Ohlendorff’schen Villa, stehen, um sich Flyer und Give-aways anzuschauen oder kamen mit konkreten Fragen. Wir hörten viel Positives: „Gut, dass ihr hier steht, man muss etwas tun!“ zum Beispiel.

Zweitens hatten wir richtig coole Sprüche im Angebot auf unseren Einkaufswagenchips, Samentüten und Buttons, rechte Stammtischsprüche auf Bierdeckeln mit Entgegnungen auf der Rückseite und einen tollen Pflanzenquiz mit unterschiedlichen Fragen für Erwachsene und Kinder. Eindeutige Quizmaster-Champions waren übrigens Stefan Fehlauer und Uwe Sacher, die Kräutertöpfe waren umlagert, manchmal machten drei oder vier Besucher*innen den Quiz gleichzeitig. Das hat sogar einen guten Lerneffekt, so manches Kind kannte nicht einmal Petersilie – und Estragon, Zitronenmelisse oder Rosmarin waren auch einigen Erwachsenen fremd.

Bürgerschaftsabgeordnete Christiane Blömeke verteilte Flyer zur Massentierhaltung

Die Bierdeckel mit Stammtischparolen und Argumenten dagegen waren besonders beliebt

Ja, und drittens gab es viele gute Gespräche, Anregungen – manchmal allerdings auch harte Diskussionen. Ein älteres Ehepaar zum Beispiel beklagte die vielen Abzüge von ihrer Rente: „Wir haben gedacht, die Rente würde gut reichen, jetzt bucht die Krankenkasse gleich zweimal ab und wir müssen Steuern zahlen. “ Andere sahen die nicht, dass Integration in Hamburg funktioniert. „Wir kennen die Gastarbeiter der ersten Stunde und wissen, dass sie auch heute, fast 50 Jahre später, nicht integriert sind: Sie leben in einer Parallelgesellschaft mit ihren Familien. Wir wollen uns deshalb ganz neu orientieren.“ Wie, haben sie uns nicht verraten.. Ich finde es trotzdem wichtig, im Gespräch zu bleiben.

Uwe Seutter aus Volksdorf war es ein Anliegen, dass so viele Menschen ihre Autos unnötig laufen lassen. Bagger und Bauwagen zum Beispiel, deren Fahrern auf Baustellen das erneute Anlassen ihrer Diesel zu aufwändig ist. Oder Busfahrer*innen, die Schulbusse vor Ausflügen manchmal 30 Minuten laufen lassen. Er schlug vor, die Industrie- und Handelskammer anzusprechen, die die Firmen mit der Bitte, die Motoren abzustellen, anschreiben könnte.

Eine Radfahrerin bemängelte, dass es in Volksdorf zu wenig Radständer gäbe – das kann ich nur bestätigen, besonders an Markttagen weiß man nicht, wo man das Rad anschließen kann. Zumal am Bahnhof ja immer wieder Räder gestohlen werden.

Auch die Pfadfinder wollten wissen, was wir so machen

Zu schmale Radwege auf der Straße wurden ebenfalls beklagt, man traue sich selbst nicht, dort zu fahren – und ganz besonders nicht, wenn Kinder dabei sind. Andere wollten wissen, was wir für den sozialen Wohnungsbau tun oder gegen Plastik  (bei letzterem konnten wir gleich auf unsere Aktion beim Steilshooper Stadtteilfest hinweisen, wo wir Grünen zum ersten Mal ploggen wollen: also beim Joggen Plastikmüll aufsammeln – eine Aktion, die aus Skandinavien kommt, deshalb auch der schwedische Name).

Einige Volksdorfer*innen würden uns gern mehr unterstützen und auch mal an einer Stadtteilgruppen-Sitzung teilnehmen. Die eine oder andere konnten wir auch gleich zu unserem nächsten Workshop, bei dem es um Stadtplanung und Verkehr geht, am 14.9. von 16 bis 19 Uhr verweisen, im Café Tschai.

Ja – und natürlich war auch Chemnitz Thema – gut, dass die Bierdeckel dabei waren. Eine Lehrerin nahm gleich die ganze Serie mit, weil sie für die Schule Argumente sammelte, wie man mit Fremdenhass umgehen kann.

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