Stefanie von Berg gegen Elternabend-Pflicht in Hamburg

Die Grüne Bürgerschaftsabgeordnete Stefanie von Berg will keine verpflichtenden Elternabende

Quelle: Elbvertiefung vom 29.8.18, Newsletter von ZEIT.de

„Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert für Eltern problematischer Schüler eine Pflicht zur Teilnahme an Elternabenden. Der Titel ihres Antrags an die Bürgerschaft lautet: »Ethnisch-kulturell motivierte Aggressionen in Schulen bekämpfen«. Zur Begründung heißt es darin, »insbesondere muslimische Jugendliche aus dem vorderen Orient beleidigen einander in der Schule zunehmend aufgrund von Nationalität, Religion und Weltanschauung«. Zahlen und Statistiken gebe es dazu zwar keine, räumt Birgit Stöver ein. Die schulpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion habe aber von Lehrern, Eltern und Kindern »von vielen solcher Vorfälle gehört«. Damit einher gehe »die fehlende Akzeptanz von Regeln« bis hin »zur Radikalisierung und Islamisierung«. Damit Lehrer und Eltern gemeinsam vorgehen könnten, sei die Pflicht zur Teilnahme an Elternabenden – »die im besonders problematischen muslimischen Milieu von Vätern so gut wie nie wahrgenommen werden« – für den Erfolg entscheidend. Den Hamburger Elternrat überrascht die Behauptung, Konflikte mit Kindern zugewanderter Familien würden sich an Hamburger Schulen häufen. »Grundsätzlich wurde nichts an uns berichtet, was auf eine solche Entwicklung schließen lässt«, erklärt Antje Müller. Auch hält die Vorsitzende Elternabende nicht für das »beste Mittel, um Konflikte zu lösen«. Erfolg versprechender seien Erziehungskonferenzen und die aufsuchende Elternarbeit, also die Begleitung von Familien durch pädagogische Fachkräfte. Diese Ansicht teilt Stefanie von Berg, schulpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion. »Wir möchten Elternpartizipation erhöhen, sind aber klar gegen eine Elternabend-Pflicht«, stellt sie fest. »Die Forderung der CDU bedient die Annahme, wenn man Menschen mit Migrationshintergrund nur zu etwas verpflichte, würde automatisch alles besser.« Die Aufnahme eines Elternabend-Zwangs in das Schulgesetz sei zudem nicht möglich, da sie »ausschließlich Eltern mit Migrationshintergrund im Blick« habe. Gesetze jedoch »gelten für alle« – oder keinen.“

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