Fördertopf für Grünpatenschaften

In den Volksdorfer Teichweisen wurde nährstoffreicher Boden entfernt und Sand aufgeschüttet, damit wieder Pflanzen wachsen, die nährstoffarmen Boden lieben

Mohn und Margeriten wachsen hier wieder – gut für Schmetterlinge, Heuschrecken und sonnenliebende Käfer

Grünflächen in der Stadt bieten nicht nur Raum für Erholung und Entspannung, sondern sind auch wertvoller Lebensraum für Tiere und Pflanzen – wenn sie denn entsprechend gestaltet werden. Hier möchte ein neues Projekt der rot-grünen Koalition in Wandsbek ansetzen und mit einer Summe von 50.000 Euro Grünpatenschaften im Bezirk fördern. Das Bezirksamt hat dazu ein Entwurfskonzept erstellt, das nach der parlamentarischen Sommerpause Ende August von einer Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aller in der Bezirksversammlung vertretenen Fraktionen umgesetzt werden soll.

Dr. Ursula Martin, Fachsprecherin für Umwelt der GRÜNEN Bezirksfraktion: „Mit dem Projekt Grünpatenschaften wollen wir ganz gezielt die ökologische Gestaltung und Pflege von Kleinflächen fördern. Die zukünftigen Paten müssen ein entsprechendes Konzept vorlegen, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Für die Übernahme von Grünpatenschaften können sich Privatleute, Vereine, Initiativen und andere Gemeinschaften bewerben.“

Ursula Martin, Fachsprecherin Umwelt in der grünen Bezirksfraktion

Gefördert werden sollen Maßnahmen in einem finanziellen Rahmen zwischen 500 und 2000 Euro. Als mögliche Flächen eignen sich Parks, öffentliche Grünanlagen und Bereiche in Kleingartenanlagen sowie Straßenrandstreifen und andere öffentliche Kleinflächen in der Stadt.
Das Entwurfskonzept ist hier einzusehen.

Wichtig ist das vor dem Hintergrund der Krefelder Studie, die besagt, dass seit 1989 in weiten Teilen Deutschlands mehr als zwei Drittel der fliegenden Insekten verschwunden sind. Klar, dass dann auch 50 % der Vogelarten verschwinden, die sich überwiegend von Insekten ernähren. Besonders Vögel, die kleine Insekten fressen, haben Probleme. Gibt es zuwenig, verhungern die Jungvögel, weil die Eltern nicht genug Futter finden.

Besonders schlimm sieht es in der Nähe von landwirtschaftlich genutzten Flächen aus, seit unbewirtschaftete Brachflächen nicht mehr von der EU gefördert werden. Starke Düngung führt zu vorschnellem Gras- und Getreidewuchs, die Vögel sitzen mit ihrer Brut im Dunklen und Feuchten, was einige Arten nicht vertragen. Und der starke Einsatz von Giften verringert die Anzahl der Insekten zusätzlich.

Etwas besser geht es Vögeln, die gern in unmittelbarer Nähe des Menschen leben.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Fraktion der Grünen und der SPD in der Bezirksversammlung Wandsbek vom 4.7.18 sowie „Wo bleibt das Gezwitscher?“,  Artikel von Tina Baier in der Süddeutschen vom 3.7.18.

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