Die Schöne im Eichtalpark

Die Muse und die Enkeltochter von Familie Wisch enthüllen die „Schöne“ gemeinsam

Herr Pape (rechts) und einer der Initiator*innen, Prof. Fritz-H. Wisch

Ich bin ganz oft mit dem Rad an ihr vorbeigefahren, habe mich immer gefreut, sie auf meinem Weg in die Stadt zu sehen: Die Bronze „Junges Weib“ stand im Eichtalpark, eine Dauer-Leihgabe der Nationalgalerie in Berlin an die ehemals preußische Stadt Wandsbek, erschaffen 1905 von dem Bildhauer Otto Stichling. 2010 wurde sie gestohlen. Über Nacht, vermutlich um sie einzuschmelzen. In Rahlstedt passierte kurz danach ein ähnlicher Diebstahl.

Zwei Wandsbeker Familien, Curth und Wisch, haben 2016 beschlossen, den Verlust nicht einfach hinzunehmen, sondern den einst so idyllischen Rosen-Stauden-Garten wieder zu einem Ziel für Parkbesucher zu machen. Sie suchten nach einer Alternative zu der gestohlenen Skulptur und stießen nach längerem Suchen auf die  „Schöne“ von dem Bildhauer Hanno Edelmann. Und nahmen Kontakt zu seiner Witwe auf, die sich mit einem erneuten Abguss der Bronze einverstanden erklärte.

Die enthüllte „Schöne“ im Eichtalpark

2017 begannen die Vier Geld zu sammeln und schafften es über eine Eingabe, den Ausschuss für Finanzen und Kultur und die Bezirksversammlung von dem Vorhaben zu überzeugen. Bereits Ende Juli hatten sie ein Drittel der Gesamtsumme zusammen! Im Herbst folgte dann die Zusage öffentlicher Sondermittel des Bezirks, und im April 2018 gab es das endgültige Ja!

Ein Foto der Skulptur „Junges Weib“ im Eichtalpark

Und jetzt ist sie wieder da, eine neue Skulptur, zunächst verhüllt. Zahlreiche Gäste sind bei schönstem Hamburger Sommerwetter gekommen, um die Enthüllung zu erleben. Erika Edelmann, Witwe des Künstlers, bat die Muse, die den Künstler vor vielen Jahren zu der Bronze inspiriert hatte, das Tuch wegzuziehen und den Blick auf die „Schöne“ freizugeben.

Ein Metallkern im Nachguss und eine Verankerung im Granitsockel sollen die Skulptur vor Diebstahl schützen. „Gegen Vandalismus hilft wohl nur breite Akzeptanz und Wachsamkeit der Bürger“, meinte Sigrid Curth bei der Eröffnungsrede. Das „Junge Weib“ hat es immerhin 80 Jahre unbeschadet im Eichtalpark ausgehalten, hoffen wir, dass „die Schöne“ noch viel länger dort stehen wird.

Sigrid Curth übernahm die Begrüßung

Die Initiatoren Dr. Sigrid und Dr. Klaus-D. Curth (Mitte)

Bezirksamtleiter Thomas Ritzenhoff war leider krank und konnte nicht kommen, dafür war Peter Pape, Vorsitzender der Bezirksversammlung, mit einem Redebeitrag dabei.

Vor und nach den Reden gab es launige Saxophon- und Keyboard-Musik; mitgespielt hat auch die Enkelin von Familie Wisch.

Als Entschädigung für den Diebstahl musste die Stadt Hamburg 2015 übrigens 75.000 Euro an die Berliner Nationalgalerie zahlen.

Sigrid Curth möchte aber noch mehr erreichen. Es wurde ein Verein gegründet, „Freunde des Eichtalparks“; ein Treffen findet am Montag, den 2. Juli statt um 19 Uhr im Gemeindehaus der Kreuzkirche, Kedenburgstraße 14. Dort soll eine Ideenwerkstatt gestartet werden: „Gestalten Sie Ihr Lebensumfeld mit“, heißt es in der Einladung.

Erika Edelmann (rechts) und die Muse des Künstlers (links)

Große Freude über die neue Skulptur

Was macht den Eichtal-Park noch l(i)ebenswerter für alle Anwohner? Welche Spiel- und Sport-Angebote sind gefragt? Was fehlt für Spaziergänger, Ruhesuchende, Sportler, Radfahrer usw.? Ideen sind gefragt! Wer in der Nähe wohnt, sollte unbedingt dabei sein!

 

 

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