Plastikmüll im Paradies

Strenge Taschenkontrolle beim Betreten der Insel

Plastikflaschen und Dosen sind hier unerwünscht

Türkisblaues Wasser, weiße Sandstrände, Palmen und Kasuarinen, die Schatten spenden, Thailand wie aus dem Bilderbuch: Bevor man die kleine Insel Ko Nang Yuan im Golf von Thailand allerdings betreten kann, werden erstmal die Taschen kontrolliert. Hier ist nämlich plastikfreie Zone. Wasser und Cola wird aus Glasflaschen angeboten und Plastikflaschen dürfen gar nicht erst mitgebracht werden. Auch immer mehr thailändische Tauchschulen organisieren Müllsammel-Aktionen am Strand und bieten Auffüll-Stationen mit Trinkwasser für Plastikflaschen an. Immerhin ein Anfang. Der Weg zu weniger Plastikmüll ist allerdings noch weit: Plastik gilt hier nach wie vor als praktisch, modern und preiswert.

„Nachfüllen und neue Mülldeponien (landfills) vermeiden“

„Nimm keinen Plastikhalm und schütze eine Seeschildkröte“

Lange Zeit wurde hier in Thailand über die Müllbeseitigung generell wenig nachgedacht, aber besonders die Inseln bekommen zunehmend Probleme: die Müll-Deponien sind voll, viele von ihnen stinken im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Gleichzeitig werden immer mehr Produkte von Chips bis Shampoo in Plastik verpackt, gern in kleinen Einmal-Portionen, Plastiktüten gibt es kostenlos in jedem Laden, Eiskaffee-oder Tee-to-go mit Plastikdeckel selbstverständlich… Am zunehmenden Plastikverbrauch hat der Tourismus natürlich auch seinen Anteil, und der ist enorm gestiegen in den letzten Jahren. 2016 kamen 32 Millionen Touristen hierher, darunter 6 Millionen aus Deutschland. Zum Glück reisen nach wie vor viele Menschen auf eigene Faust, wohnen nicht in den großen Hotelketten, sondern in kleinen Familienhotels und Hostels, die von Einheimischen betrieben werden. Dadurch bleibt der größte Teil der Einnahmen tatsächlich im Land – was in Thailand aktuell etwa 10 Prozent des Bruttoinlandproduktes ausmacht.

Wird für Touristen angeboten: in Plastik verpackte einzelne Bananen!

AufKo Nang Yuan im Golf von Thailand gibt es nur Glasflaschen

Der wachsende CO2 Verbrauch durch die Flugreisen ist natürlich ein Riesenproblem – trotzdem finde ich es persönlich wichtig, dass Menschen reisen und fremde Kulturen kennenlernen. Besonders in Asien sind unglaublich viele junge Menschen unterwegs, viele aus Deutschland, die sich nach der Schule eine kleine Auszeit gönnen.

Ich könnte mir sogar vorstellen, dass es weniger rechte Gedanken gäbe, wenn noch mehr Menschen auf diese Weise unterwegs wären und ganz selbstverständlich erfahren, wie offen, freundlich und hilfsbereit man uns in Thailand, Vietnam, Kambodscha oder China begegnet, obwohl unser Aussehen, unsere Kultur und Religion, unser Verhalten doch völlig fremd erscheinen.

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