#GrünerNeujahrsempfang

Aus allen Richtungen strömt es kurz vor sieben ins Rathaus

Lena ist ganz pünktlich, die erste Wandsbekerin

Karin Jung, grünes Fraktionsmitglied aus Rahlstedt, hätte am liebsten ihr Desinfektionsspray für die Hände dabei gehabt, weil doch jetzt so viele Menschen schnupfen und niesen – aber Christiane Blömeke, Anjes Tjarks und Farid Müller versicherten tapfer, dass sie sehr gern hier im Rathausfestsaal stünden, um etwa 1000 Gästen die Hand zu schütteln und sie zu begrüßen.

 

Lange Schlange vor dem schmiedeeisernen Tür

Bürgermeister Olaf Scholz beklatscht Katrin Göring-Eckhardts Rede

Pünktlich um sieben Uhr waren die Türen zum großen Festsaal des Rathauses geöffnet worden, eine lange Besucherschlange hatte sich schon davor bis hinunter in den Eingangsbereich gebildet: Die Grünen hatten zum Neujahrsempfang geladen. Auch dabei: Bürgermeister Olaf Scholz und SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Dressel. Special Guest diesmal: Katrin Göring-Eckhardt, grüne Fraktionschefin die mit dem Auto aus Berlin angereist war.

 

Katrin nennt Christian Lindner einen Hasenfuß, der Schiss hatte

Bestes Einvernehmen – Katrin wünscht sich mehr Einfluss von Olaf Scholz in Berlin

„Ich hätte heute gern erzählt“, erklärte sie kurz darauf in ihrer Rede, „was wir in der Regierungskoalition vorhaben. Aber Herr Lindner – und die FDP, aber das ist ja das Gleiche – hat Schiss gehabt, Verantwortung zu übernehmen. Wir haben nun drei Parteien, die keine Lust zum Regieren haben. Wenn ihr das nicht wollt, dann lasst es uns machen, wir haben nämlich große Lust!“ Es wäre auch nicht schlecht, fuhr sie fort, wenn Olaf Scholz mehr Einfluss in Berlin hätte. Er gehöre offenbar zu der seltenen Spezies Mensch, die ebenfalls noch Lust hätte, zu regieren!

Die grüne Bundestagsabgeordnete Anja Hajduk wird zukünftig den Arbeitskreis 1 leiten, in dem es um die Wirtschaft von morgen geht

Unser Ex-Vorstandskollege aus Wandsbek, Danny, ist nach Wilhelmsburg gezogen und jetzt dort aktiv

Olaf Scholz stand in der ersten Reihe vor der Bühne und applaudierte kräftig. Neben ihm Anja Hajduk, mit der er sich prächtig amüsierte. Sie wird übrigens stellvertretende grüne Fraktionsvorsitzende im Bundestag und wird künftig den wichtigen Arbeitskreis 1 der Fraktion leiten, der heute die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik für morgen denken soll.

 

 

Jan Blumenthal, grüne Fraktion Wandsbek, klönt im Raum neben dem Festsaal…

dort haben sich auch die anderen Wandsbeker zurückgezogen: Khosrow Haidari mit Partnerin (links), Dr. Ulla Martin, stellvertretende Fraktionsvorsitzende in Wandsbek (rechts)

Am Ende ihrer Rede beklagte Katrin das Desaster der geschrumpften Pflegepolitik: in den Jamaika-Sondierungsgesprächen habe man vereinbart, die Pflegekräfte um 25.000 aufzustocken, die GroKo hätte sich nun auf nur 8000 geeinigt. „Das reicht nicht“, erklärte sie entschieden: „Die, die am härtesten arbeiten, dürfen nicht allein gelassen werden.“ Auch die Klimakrise ginge weiter, die GroKo habe sie ignoriert. Und das Wichtigste: Die Gesellschaft dürfe nicht weiter auseinanderfallen, Antisemitismus sei im Vormarsch, von der AFD geschürt, wenn das Holocaust-Mahnmal in Berlin als Mahnmal der Schande bezeichnet würde. Dieser bunte Neujahrsempfang zeige, wie Zusammenleben geht!

Es gab wieder viel Glamour zu bewundern beim Empfang

Das Empfangskomittee der Bürgerschafts-Fraktion (Anjes Tjarks, Christiane Blömeke, Farid Müller) schüttelte in bester Laune vermutlich 1000 Hände

Die Zusammen­setzung der Gäste war in der Tat wieder bunt, schillernde Dragqueens, glamourös in Gold und Glitzer gekleidet neben adretten Schlipsträgern, Schlabberpullis und feinem Abendzwirn.  Jede*r wie es ihr oder ihm gefällt!

 

An der Bar wurden Softdrinks, Hugo, Aperol Spritz, Sekt und Bier ausgeschenkt

Wir Wandsbeker (Rainder, Maryam, Dennis, Ulla und ich) planen schon neue Aktionen! Foto: Khosrow Haidari

Anjes erinnerte in seiner Rede an die Wahlplakate der FDP: „Nichtstun ist auch Machtmissbrauch“ hatte dort gestanden. „Und dann tut die FDP nichts! Dabei gibt es doch so viel zu tun.“ Deutschland wird die Klimaziele nicht erreichen – das verdankten wir der angeblichen Klimakanzlerin. Was sich Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, besser bekannt unter Glyphosat-Christian, in Brüssel geleistet habe, sei normalerweise ein Grund für einen Rausschmiss. Warum schmeißt man ihn nicht raus? Wahrscheinlich wisse die Kanzlerin gar nicht, dass er in Ihrem Kabinett sei.

 

Nach den Reden gab es erstmal etwas zu essen

Der Wasserträger gehörte zu den Shanties, Hummel Hummel!

Aus Hamburg gäbe es dagegen zum Glück auch Positives zu berichten: Die Kohlekraftwerke Wedel und Tiefstack würden 2022 bzw. 2025 abgeschaltet, 300.000 Haushalte würden quasi ökologisch saniert, ohne es zu merken. Die Excellenzinitiative und der Aufbau der TU in Harburg seien beide Meilensteine für Hamburg. Es gibt eine Initiative, den Paragrafen 219a, der die Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft verbietet, zu streichen. Der Zugang zur Plaza der Elphi bleibe weiterhin kostenfrei und jedes Hamburger Schulkind solle einmal dort auch ein Konzert besucht haben. Und zum ersten Mal seien in Hamburg mehr Kinder mit Migrationshintergrund eingeschult worden als ohne.

 

Mordsstimmung, die Wandsbeker ganz vorn dabei (vorn: Petra und Monika)

Brachten Stimmung in den Saal: der Shantychor Tampentrekker vom Schellfischposten bei Inas Nacht

Im Übrigen wolle man den Begriff Heimat nicht länger den Rechten überlassen. Man habe sich z.B. auf die Biertradition der Stadt besonnen und es gab zum ersten Mal Bier beim Neujahrsempfang, von einer Brauerei in Altona. Und der Shantychor war dabei,  die Tampentrekker, die Shanties von Ina Müllers Nacht. Und die haben dann so richtig eingeheizt, so viel ausgelassene Stimmung hab ich selten auf einem Neujahrsempfang erlebt!

Katharina Fegebank war in ihrem Element und tanzte und schunkelte, was das Zeug hielt. Neben ihr, etwas verhaltener, Oliver Schweim

Ein Blick in die Zukunft? Oliver Döscher, Maryam Blumenthal und Dennis Paustian-Döscher nehmen schon mal im Rathaus Platz. Foto: Khosrow Haidari

Katrin und Katharina Fegebank haben sogar noch eine Walzerrunde mit zwei Shanties gedreht, und es wurde geschunkelt, getanzt und mitgesungen, vom „Tüdelband“ über „Hamburg meine Perle“ bis zum „Drunken sailor“.

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