GRÜNE Wandsbek unterstützen die #Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“

Maryam Blumenthal (links) übernimmt die Begrüßung, Harry von Borstel (linkes Bild) macht anschließend mit der Diskussionsleitung weiter

Unsere bisherige Kreis-Geschäftsführerin Linda Heitmann, vorn, geht, Inga, hinter ihr, kommt – auch wenn es hier genau umgekehrt aussieht

Der Trend, Mitglied der Grünen zu werden, setzt sich offenbar auch in Wandsbek ungebrochen fort, ein Stuhl nach dem anderen musste nachträglich in den großen Raum der Volkshochschule Farmsen gestellt werden: Die Mitgliederversammlung war bestens besucht! Wasser und Knabbereien standen auf dem Tisch als Maryam Blumenthal, Vorstandsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführerin der grünen Fraktion,  die Sitzung eröffnete und kurz von der Arbeit des Kreisvorstands berichtete.

 

Lennart Werksnis (2. von rechts) vertritt uns auf der BDK. Ottfried Hilbert und Frauke Häger, beide links außen im Bild, sind Ersatzdelegierte

Dann wurden die Delegierten gewählt, die zur nächsten BDK (Bundesdelegiertenkonferenz) nach Hannover fahren – u.a. um dort den neuen Bundesvorstand zu wählen. Gewählt wurden: Maryam und Neumitglied Lennart Werksnis als Delegierte, Frauke Häger, Regionlsprecherin Alstertal, und das langjährige Parteimitglied Otfried Hilbert. Jeder stellte sich vor und konnte dann befragt werden – zum Beispiel, welchen Bundesvorstand sie/er auf der BDK wählen würde. Für Maryam war Annalena Baerbock klare Favoritin.

Christiane Blömeke (hinter Neumitglied Michael Hackbarth) unterstützt die Volksinitiative vom NABU, wehrt sich aber gegen eine verallgemeinernde Kritik an der Stadtplanungspolitik des rot-grünen Senats

Bei Robert Habeck ist die Situation schwieriger, bevor er kandidieren kann, müsste erstmal unsere Satzung geändert werden. Schließlich ist er Minister in Schleswig-Holstein und würde bei einer Kandidatur die Verbindung von Amt und Mandat anstreben. Die grüne Satzung sieht aber eine strikte Trennung vor. Ausnahmeregelungen hat es allerdings immer wieder gegeben. Auch in Hamburg wurde die Trennung aufgehoben.

Die ursprüngliche Satzungs-Idee war, dass es nicht zu einer Ämterhäufung kommen sollte. Maryam wollte sich deshalb jetzt noch nicht festlegen, wie sie bei der Wahl von Robert entscheiden wird. Auch Lennart wollte die Reden auf der BDK erstmal abwarten und sich dann entscheiden. Als Neumitglied habe er jetzt noch nicht genug Einblick.

Aus aktuellem Anlass war diesmal zur KMV (Kreismitgliederversammlung) auch ein externen Redner eingeladen: Malte Siegert, Leiter Umweltpolitik und Bauvorhaben beim NABU. Er wollte uns die NABU-Vorlage zur Volksinitiative „Hamburgs Grün erhalten“ näher bringen. Der Vorstand möchte diese Initiative gern unterstützen und Harry von Borstel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender, hatte deshalb vor der KMV bereits einen entsprechenden Antrag entworfen.

NABU-Mitglied Malte Siegert, Mitte, braucht mindestens 10.000 Unterstützer*innen für die Initiative. Möchte aber gern noch viel mehr Unterschriften sammeln.

Schließlich hatte schon vor 100 Jahren der damalige Hamburger Oberbaudirektor Schumacher erkannt, dass Bautätigkeit einen inneren Antrieb hat, während das Grün politisch geschützt werden muss. Der Senat beschloss deshalb einen sogenannten Milieuschutz. Gewässerlandschaften, Kleingartenvereine, Friedhöfe, Auenbereiche, Kulturlandschaften, all das zählt dazu. Malte Siegert möchte diese Milieus mit seiner Initiative unbedingt erhalten. Dafür, so sagte er, bräuchte man eine Stadtplanung, die bestehende grüne Flächen schützt und nicht weiter abbaut. Wir müssten schließlich an zukünftige Generationen denken. Und grundsätzlicher diskutieren, alle wollten in die begehrten Stadtteile. Dörfliche Gegenden würden zunehmend uninteressanter, weil die Infrastruktur fehle: keine Ärzte, Schulen, schlecht ausgebauter Nahverkehr. Sinnvoller wäre die Entwicklung einer Nordregion von Schwerin über Kiel bis Uelzen.

Außerdem müsse man dort bauen, wo schon Flächen versiegelt wurden. Wenn er durch die Stadt fährt, sei seine Frau schon genervt, weil er nur noch Flächen sieht, auf denen das bestens klappen würde. Es mache doch Sinn, an einer Straße unten im Parterre Geschäfte zu haben und darüber Wohnungen zu bauen. Gegen den Verkehrslärm könne man sich doch heute schützen.

Am  Ende der Diskussion wurde der von Harry formulierte Antrag angenommen, mit der Einschränkung, dass wir uns in Wandsbek auf Wandsbeker Beispiele beziehen wollen, wie von Frauke Häger vorgeschlagen.

Spannende Veranstaltung, gute Ergebnisse – wobei ich, ehrlich gesagt, meine Zweifel habe, ob das Wohnen an den sogenannten Magistralen, den Hauptverkehrsachsen dieser Stadt, wirklich so eine erstrebenswerte Sache ist. Lärmschutz schön und gut, aber was ist im Sommer, wenn ich lüften möchte? Oder nachts bei geöffnetem Fenster schlafe? Wenn ich vor die Tür gehe? Mit Baby im Kinderwagen? Brauchen wir nicht gleichzeitig dringend ein begleitendes Verkehrskonzept, das all diese Probleme genauso ernst nimmt wie den Wohnungsbau?

Aber das spricht natürlich nicht gegen die Initiative, die wichtig und richtig ist! Mehr dazu vom NABU hier.

Und noch eine wichtige Info zur Wahl des neuen Bundesvorstands: Am 22.1.18 werden sich die drei Kandidat*innen Annalena Baerbock, Anja Piel und Robert Habeck hier in Hamburg ab 18.30 Uhr in der GLS Bank, Düsternstraße 10, vorstellen. Eine gute Gelegenheit für alle, die drei schon einmal kennenzulernen. Die Kandidatenvorstellung ist auch für Nichtmitglieder offen.

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