Mehr Muskelkraft, weniger PS!

So macht Radfahren wenig Spaß; Foto: ADFC/Gerhard Westrich

Durch mehr Radverkehr kann Deutschland jährlich mindestens drei Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingesparen. Das zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes, auf die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club im Vorfeld des Weltklimagipfels hinweist. Der ADFC wünscht sich deshalb, dass das Thema Radverkehr als Treiber der Verkehrswende in den Koalitionsverhandlungen stattfindet.

ADFC-Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork sagt: „Deutschland hat verlernt, Mobilität ohne Motor zu denken. Der beste alternative Antrieb sind aber die eigenen Beine! Wenn man für das Radfahren komfortable Infrastruktur-Angebote macht, kann man bis zu 11 Prozent der CO2-Emissionen des Personenverkehrs einsparen. Allein Kopenhagen vermeidet 90.000 Tonnen CO2 pro Jahr durch seine top-ausgebaute Radinfrastruktur! Ganz ohne Askese und Umerziehungsprogramme für die Bürger!“

Aktuell hat das Fahrrad in Deutschland einen Anteil von rund 11 Prozent am Gesamtverkehr. Das Ziel, drei Millionen Tonnen CO2 einzusparen, ist nicht illusorisch: Die Niederlande haben bereits jetzt durch die konsequente Förderung des Radverkehrs einen Rad-Anteil von 27 Prozent am Gesamtverkehr. Auch in Deutschland könnte das Fahrrad fast jeden dritten mit dem Auto gefahrenen Weg ersetzen, besagt die Studie. Das entspricht bis zu 11 Prozent weniger CO2-Ausstoß durch 55 Milliarden eingesparte Autokilometer im Jahr.

Die auto-zentrierte Verkehrsführung der meisten deutschen Städte und Regionen verhindert allerdings eine dynamische Steigerung des Radverkehrsanteils. Stork: „Radfahren im Alltag ist in Deutschland fast immer die unkomfortablere Alternative. Radwege sind entweder nicht vorhanden oder holprig und schmal, wechseln vom Bordstein auf die Fahrbahn, enden unvermittelt, werden zugeparkt oder durch Baustellen, Poller und Werbeschilder zum Slalomparcours degradiert. Grund ist, dass der Platz für den Autoverkehr mit Klauen und Zähnen verteidigt wird. Aber so kommt man mit der Verkehrswende nicht voran.“

Da müsste es auch in Hamburg andere Prioritäten geben, damit wir breite Radwege bekommen, auf denen man gut und gern fährt. Immerhin: der Anfang ist gemacht, mit neuen Velorouten und dem Ausbau der StadtRAD-Stationen.

Die zitierte Studie „Potenziale des Radverkehrs für den Klimaschutz“ gibt es auf den Seiten des Umweltbundesamtes. Quelle für die Kopenhagener Zahlen ist eine Fallstudie der C40 Cities Climate Leadership Group. Einen individuellen CO2-Rechner für die Fahrt zur Arbeit gibt es auf der ADFC-Kampagnenwebsite www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de. Quelle: Pressemitteilung ADFC vom 2.11.17

 

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