Verstrahlte Sandkisten?

Quelle: Elbvertiefung, online-Newsletter der ZEIT

„Wir erinnern uns: Das Atomkraftwerk Brunsbüttel soll weg, Betreiber Vattenfall plant den Abriss. Knifflig, denn auch wenn der Meiler schon seit 2007 vom Netz ist – das Material strahlt noch. … Umweltschützer (schlagen, CM) Alarm. Natürlich müsse niemand mit einem atomaren Ernstfall am Elbufer rechnen, sagt Karsten Hinrichsen von der Initiative »Brokdorf akut«: Bis auf Brennelemente und anderes stark strahlendes Material, das vorläufig geschützt eingelagert werden soll, sollen andere Abfälle so weit dekontaminiert werden, dass die gesetzlichen Strahlengrenzwerte unterschritten werden. Laut Vattenfall liege die Belastung am Ende bei rund 0,5 Prozent der natürlichen radioaktiven Strahlung. »Diese Dosis gilt als unbedenklich«, erklärt Sprecherin Sandra Kühberger. Doch für Karsten Hinrichsen sind die Grenzwerte für Abfallstoffe noch zu hoch. Einmal dekontaminiert, gälten sie eben nicht mehr als Atommüll, sondern als ganz normaler Abfall oder Schrott – dessen atomare Herkunft dann nicht mehr erkennbar sei. Zum Beispiel beim Sand, der zum Reinigen von Rohren verwendet und im »Rückbauprozess« weitgehend gesäubert werde: »Den können Sie dann im Baumarkt kaufen, in Ihre Einfahrt kippen und Ihr Kind darin spielen lassen.« Auch dass die Kraftwerksbetreiber im Juni die Erlaubnis beantragten, Kühl- und Abwasser in die Elbe zu leiten, regt Hinrichsen auf – Grenzwerte hin oder her. »Ich kann nicht einsehen, dass mir, nur weil ich in der Nähe des AKW wohne, ein zusätzliches Gesundheitsrisiko aufgebürdet wird«, sagt er. Vattenfall hält dagegen: Ein zusätzliches Risiko bestehe gar nicht. »Letztlich haben unsere Kolleginnen und Kollegen im Kraftwerk selbst das allergrößte Interesse, ihre eigene Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten«, schreibt die Sprecherin.“

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