Letzter Stand Volksdorf

Der Stand ist aufgebaut, die Ballons aufgeblasen, kann losgehen!

Inmitten von so viel weggeworfenem Müll kann man doch keine grünen Flyer verteilen, oder? Also: erstmal einsammeln, dann aufbauen

Wow, was für ein Wahlkampf-Ende! Soviel Interesse der Menschen an Gesprächen hab ich an keinem anderen Wochenende bisher erlebt. „Habt Ihr ein Wahl-Programm für mich?“, „Was habt Ihr für Informationen?“, „Was kann ich mitnehmen?“ Besonders gefragt waren Flyer zum Ausstieg aus der Kohle und immer wieder Grundlegendes. Das 10-Punkte-Programm war vielen zu dünn, sie wollten noch mal wirklich etwas zum Lesen haben.

Bevor wir unseren Stand aufbauen konnten, musste ich allerdings erstmal Müll einsammeln: Flaschen, Papier, Alufolie, Verpackungen vom Imbiss… in so einem Müllberg können wir doch nicht flyern! Dann ging es sofort los, schon beim Aufbau fragten die Ersten nach unseren Programmen. Auch die Windmühlen kamen gut an – und das nicht nur bei Kindern! Viele kamen und sagten: „Schön, dass ihr hier steht – wir wählen auf jeden Fall grün, schon für unsere Kinder!“ Einige waren besorgt über den schnellen Temperaturanstieg in Nord- und Ostsee. Die Nordsee erwärmt sich schneller als die anderen Ozeane, dem Kabeljau gefällt das gar nicht, dafür wandern vermehrt z.B. Sardellen ein; in der Ostsee wird mit einem Anstieg toxischer Blaualgen gerechnet.  Dazu sollten wir unbedingt eine Veranstaltung machen!

Unsere Windmühlen waren sehr beliebt, auch bei vielen Erwachsenen, die sie ans Rad steckten

Khosrow bei der Wahldiskussion

Es gab auch eine Menge Kritik, zum Beispiel zum Fluglärm: „Da tut ihr Grünen ja überhaupt nichts – die späten Flüge kommen nur von den Billig-Airlines, je mehr Billig-Flüge, desto mehr Fluglärm haben wir nachts!“  Oder zur Flüchtlingspolitik: „Das ist Wahnsinn, was ihr da macht. Wir brauchen ein Einwanderungsgesetz – wir können doch nicht einfach alle reinlassen, ohne Konzept und Plan! Ich hab früher immer Grün gewählt, jetzt nicht mehr!“ Einige vermissen bei uns die großen Visionen: „Ihr müsst wieder zur Fortschrittspartei werden, das wart ihr doch auch mal. Grün ist ein wichtiges Thema, aber das reicht nicht, bzw. muss es eingebunden werden. Wir müssen diskutieren, wie wir in Zukunft leben und arbeiten wollen. Das ist doch total spannend.“ Wäre doch auch eine gute Veranstaltung für uns!

Thomas Gambke erklärte am Beispiel von Schleswig-Holstein, warum auch Jamaika Vorteile haben kann

Immer wieder werden wir darauf angesprochen, dass wir in der Regierung von unseren Grundsätzen abweichen, dass wir bei Moorburg eingeknickt sind, dass wir die grünen Ziele verraten: „Ich hab euch nicht vergessen, dass ihr euch zu Ole ins Bett gelegt habt!“, ruft uns ein Mann  im Vorbeigehen zu. Aber was ist denn Demokratie? Wir reden mit den anderen Parteien, kämpfen für unsere Ziele – und machen am Ende des Tages Kompromisse. Welche Alternative gibt es dazu? Natürlich fragen wir uns: Mit welcher Partei wollen und können wir Kompromisse eingehen? Als kleine Partei sind es nur kleine Schritte, die wir machen können, das muss man wissen. Die Erwartungen dürfen nicht zu groß sein. Ich persönlich würde mir oft allerdings mehr Transparenz wünschen, damit grüne Entscheidungen im Bezirk oder in der Bürgerschaft auch bei unseren Wähler*innen nachvollziehbar sind.

Moritz Duge blieb noch bis nach dem Abbau und fuhr dann zum Flyern in die Stadt

Wie schön: unser Stand war gut besetzt, so dass wir über all diese Fragen mit vielen interessierten Menschen reden konnten. Thomas Gambke konnte z.B. aus seinen Erfahrungen aus dem Bundestag viel beisteuern und diskutierte auch über mögliche Vorteile einer Jamaika-Koalition; unser Kreisvorstandskollege Khosrow konnte viel zum Thema Migration beisteuern. Moritz Duge kam direkt vom Stand in Sasel zu uns – und fuhr nach Marktschluss in die City, um dort mit der Grünen Jugend weiterzuflyern.

Die Sonne schien, was sicher auch dazu beigetragen hat, dass viele Menschen Lust auf ein Gespräch hatten. Wir haben alles gegeben, genauso wie all die anderen Wandsbeker Grünen an Ständen und Haustüren.  Ein guter Wahlkampf-Ausklang! Jetzt entspannen wir uns und warten ab…

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Verwandte Artikel