Grüne Urlaubseindrücke aus Griechenland

Griechische Aktivist*innen der Rainbow Warrior – werden sie angesprochen von Menschen, die erzählen, dass sie Greenpeace-Mitglied seien, sind das in der Regel deutsche Tourist*innen

Auf der kleinen Insel Syros hab ich Aktivist*innen der Rainbow Warrior von Greenpeace getroffen. Der Schiffsname entstammt einer Legende,  in der eine indianische Frau einem kleinen Jungen prophezeit, dass, nachdem die Erde verwüstet und die Tiere gestorben sein würden, ein neuer Stamm auf die Welt kommen würde, der aus Menschen vieler Farben, Klassen und Glaubensrichtungen bestünde. Diese würden durch ihre Taten die Erde wieder grün machen und Krieger des Regenbogens (Warriors of the Rainbow) genannt werden.

Die Besatzung der Rainbow Warrior kam aus Griechenland und fuhr von Insel zu Insel, um Menschen über das verschmutzte Mittelmeer zu informieren. Von Syros aus wollten sie weiter nach Rumänien segeln. Unterwegs haben sie überall Wasserproben entnommen, um die Belastung mit Mikroplastik zu  messen. Ich bin gespannt auf das Ergebnis, befürchte aber Schlimmes.

Insgesamt war ich zwei Wochen auf den griechischen Inseln und in Athen, zusammen mit einem griechischen Freund und seiner Familie. Wir haben viel über die Situation in Griechenland diskutiert, der Hass auf Schäuble und Merkel ist riesig, überall. Griechische Grüne gibt es zwar, sie spielen aber so gut wie keine Rolle im politischen Leben. Das Umweltbewusstsein hat zum Glück etwas zugenommen, es wird manchmal sogar Müll getrennt, vergleichen mit Deutschland sind grüne Gedanken allerdings noch ein zartes Pflänzchen. Wasser zum Beispiel wird so gut wie nur in Plastikflaschen angeboten, in allen Größen. Und man braucht viel Wasser bei den hohen Temperaturen im Sommer, in Athen hatten wir 42 Grad. Sind sie leer, fliegen sie durch die Gegend, liegen an Stränden, vor antiken Stätten, an Bushaltestellen oder auf der Straße.

Die Rainbow Warrior auf dem Weg nach Rumänien – die Segel werden außerhalb des Hafens gesetzt. Der Melthelmi, der Starkwind in der Ägäis, ist gerade besonders stark, das Segelschiff stampft durch die See

Wie gut, dass Greenpeace den Verbrauch von Plastikflaschen zum Thema macht. So gibt es eine internationale Kampagne „Don`t let Coke Choke our Ocean“ – „Lasst Coca Cola nicht unsere Meere verstopfen“. Greenpeace weist damit auf die Verantwortung des Megakonzerns hin, der im Schnitt nur sieben Prozent seiner PET-Flaschen aus recyceltem Material herstellt.  Außerdem hat der Umweltverein einen Herstellercheck entwickelt, um Mikroplastik in Kosmetik zu erkennen. Fast alle deutschen Produzenten setzen  zwar keine festen, aber weiterhin flüssige, gel- oder wachsartige Kunststoffe in ihren Produkten ein. Viele stünden im Verdacht, beim Menschen den Hormonhaushalt zu stören und Wasserorganismen zu vergiften, so Greenpeace. „Unnötiges Plastik darf gar nicht erst produziert werden“, sagt die Greenpeace Meeresexpertin Sandra Schöttner. Deshalb wurden im Juni an die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks 37.000 Postkarten übergeben mit der Forderung, Kunststoffe in Kosmetik generell zu verbieten. Der Herstellercheck kann hier runtergeladen werden.

 

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