Konfetti und Kopfschütteln: #Ehe für alle

Die grüne rote Linie auf der BDK: Ehe für alle!

Also das war eine Überraschung: meine Nachbarin kam, um sich höchstpersönlich – stellvertretend bei mir – bei den Grünen zu entschuldigen, weil sie die Situation ganz falsch eingeschätzt hatte. Nach der BDK hatte sie bei aller Sympathie für grüne Politik nur den Kopf geschüttelt, da sie meinte, wir hätten doch wirklich brennendere Themen auf der Agenda, als die Ehe für alle. Und das auch noch als rote Linie für Koalitionsverhandlungen! Mit der Meinung stand sie zu dem Zeitpunkt ja auch durchaus nicht allein. In der Süddeutschen war ja sogar von der Todessehnsucht der Grünen Partei zu lesen…

Und dann die Wende: Ich traute meinen Ohren nicht, als ich hörte, dass unsere Kanzlerin bei einer Veranstaltung der Zeitschrift BRIGITTE (meinem Ex-Arbeitgeber) erklärte, dass die Entscheidung im Parlament darüber, eine Gewissensentscheidung sein müsste. Und dann sprangen plötzlich auch SPD und FDP auf den fahrenden Zug in die schwul-lesbischen Flitterwochen. Unglaublich, nachdem die SPD den Antrag, sich damit zu befassen, 30mal verschoben hatte. Die Zeit war offenbar wirklich reif für das neue Gesetz.

Und es ist doch toll, dass es Konfetti und Hochzeitstorte im Parlament gab – das ja sonst eher nicht für Warmherzigkeit und Humor steht. Ein schönes Bild – auch für unsere Nachbarn, für die die Behandlung von Schwulen und Lesben eher nicht so weit oben auf der Tagesordnung steht. Und schon gar nicht das Thema „Ehe für alle“.

Meine Facebook-Freundin Julia kommentierte: „Fein, das wäre geschafft. Dann können wir ja jetzt  mit den „Für alle“-Themen weitermachen: gute Kinderbetreuung für alle, gleiche Bildungschancen für alle, gerechter Lohn für alle, bezahlbarer Wohnraum für alle… “

Also Ärmel hochkrempeln und weiter geht’s. Aber ein wichtiger Schritt ist erstmal getan!

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