Grüne Energie-Radtour durch Wandsbek

Treffpunkt Wandsbeker Königsstraße

Der Sportplatz am Neumarkt wird verlegt

Solarthermie, Photovoltaik, Effizienz, Suffizienz, KfW oder IFB…. ehrlich gesagt schwirrt mir nach kürzester Zeit der Kopf, als Oliver Schweim, grüner Fachsprecher für Stadtplanung in der Wandsbeker Bezirksversammlung und Bundestagskandidat loslegt. Verstanden habe ich auf jeden Fall, dass Oliver sich sehr engagiert, damit bei jedem neuen Bauvorhaben zukunftsweisende Solar- oder Photovoltaiktechnik und gute Energiestandards umgesetzt werden können. Treffpunkt unseres etwa zweistündigen Radausfluges: das Budni-Gelände direkt neben unserer Geschäftsstelle in der Wandsbeker Königsstraße. Ebenfalls bei der Tour dabei: Unser Schatzmeister und Sprecher der grünen Landesarbeitsgemeinschaft Energie Eckhard Heumeyer. Insgesamt sind wir etwa 10 grüne Mitglieder und interessierte Bürger*innen.

Beim ersten Bauvorhaben auf dem Budni-Gelände sollen 150 neue Wohnungen entstehen, davon werden 30% gefördert und können später dementsprechend günstig angeboten werden. Leider aber nur für 15 Jahre, wie es in Hamburg üblich ist. Ich finde, da müsste unbedingt über alternative Möglichkeiten nachgedacht werden, die meisten Menschen wollen doch in ihrem Quartier wohnen bleiben, besonders, wenn sie schon älter sind. Deshalb ist auch das Thema Barrierefreiheit so wichtig – das zum Glück inzwischen auch in die neuen Verhandlungen einbezogen wird.

An der Ahrensburger Straße entstehen 150 Wohnungen mit Gründächern und Solaranlagen

Oliver hat sich hier für Photovoltaik-Anlagen stark gemacht. Photovoltaik bedeutet die direkte Umwandlung von Lichtenergie,

Das Wetter spielte mit, die Sonne scheint und Oliver hat die Tour perfekt vorbereitet

meist aus Sonnenlicht, in elektrische Energie durch Solardächer. Lange Zeit wurde der Photovoltaik nachgesagt, sie sei zu teuer; das gilt allerdings seit einigen Jahren aufgrund der starken Kostensenkung bei der Produktion als überholt. Die Solardächer funktionieren am besten, wenn sie kühl sind – deshalb ist es perfekt, wenn sie gleichzeitig begrünt werden. Auch das soll hier auf allen Dächern passieren.

Außerdem wurde mit dem Investor gleich verhandelt, dass der Wandsewanderweg an dieser Stelle von der Südseite auf die gegenüberliegende Seite verlagert wird. Das ist super, weil man bisher ein ganzes Stück mit dem Rad über Kopfsteinpflaster hoppeln musste, bevor man wieder auf den Weg direkt an der Wandse stieß.

Ganz so große Verhandlungserfolge gab es beim nächsten Projekt „Kattunbleiche“ am ehemaligen Bürgerhaus zwar nicht. Hier musste der Investor, eine Baugenossenschaft, sich zusätzlich um die Sanierung von Altlasten im Boden kümmern. Was in Wandsbek öfter vorkommt, da man in der Vergangenheit z.T. sehr sorglos mit Chemikalien umging – wie z.B. an dieser Stelle einer ehemaligen Textilfärberei, wo sich giftige Farben im Boden abgelagert haben. (Deshalb riet Oliver auch davon ab, an der Wandse reife Himbeeren oder Brombeeren zu pflücken, die Bodenbelastung sei auch dort möglicherweise zu hoch!). Hier werden 100% aller Wohnungen gefördert, und es wird ebenfalls auf allen Gebäuden begrünte Dächer geben. Und Kollektorflächen, wobei die Energiestandards etwas niedriger ausfallen werden (Solarthermie und/oder Photovoltaik, das kann sich die Genossenschaft aussuchen. Solarthermie bedeutet, dass Sonnenlicht in Wärme umgewandelt wird).
Die Abstände zwischen einzelnen Solar-Modulen müssen übrigens immer groß genug sein, sonst würden sie sich gegenseitig beschatten. Auch hohe Bäume stören dann, die

Hier quert der Wandse-Weg die Wandsbeker Allee – und der Verkehr rauscht ohne Ampel vorbei

Energieerzeugung klappt bei zuviel Schatten nicht mehr.

Auf diesem Sportplatz am Neumarkt entstehen 360 Wohnungen mit wasserdurchlässigen Wegen

Wir überqueren die Wandsbeker Allee, was aufgrund des durchrauschenden Verkehrs gar nicht  so einfach ist. Es wurde schon einmal überlegt, hier einen Tunnel für Radler*innen zu bauen, was aus Kostengründen aber verworfen wurde. Eigentlich müsste hier mindestens eine Drück-Ampel stehen, damit ein sicherer Übergang gewährleistet ist. Oliver befürchtet allerdings, dass der Vorschlag an der Verkehrsbehörde scheitern würde, die solche Anträge in der Vergangenheit gern abgeschmettert hat.

Nächste Station „Am Neumarkt“: ein Sportplatz, auf dem 360 Wohnungen entstehen werden. Hier werden 100%ige der Dachflächen durch Solaranlagen belegt und sie werden auch hier begrünt. Der Anteil der Dachterrassen soll nicht mehr als 10% betragen – was auch nicht so leicht zu verhandeln war, da sich Wohnungen mit Dachterrassen teurer anbieten lassen. Rings um den Sportplatz stehen hohe Bäume, die z.T. gefällt werden müssen. Für jede Fällung müssen jedoch 1,5 Bäume nachgepflanzt werden – und zwar heimische. Und alle Wege werden so gebaut, dass sie wasserdurchlässig sein werden.

Grill- und Schatzmeister Eckhard Heumeyer in Aktion…

Das ehemalige DHL-Gelände wird dafür zum Sportplatz umgebaut. Und damit die Nachbarn von Jubelrufen und Autoverkehr der

…und allen schmeckt´s!

Sportler*innen nicht übermäßig gestört werden, wird eine Lärmschutzwand hochgezogen.

Zuletzt kommen wir zur Emmaus-Kirchengemeinde in Hinschenfelde, wo auf dem Dach eine große neuartige Photovoltaikanlage aufgestellt wurde. Dank Cornelia Stoye, zugewählte Bürgerin für den Kerngebietsausschuss und aktiv in der Kirchengemeinde als Gemeinderatsmitglied tätig, können wir hier zum Abschluss noch Würstchen und Halami grillen. Oliver hatte schon vorher hier seinen kleinen Anhänger geparkt mit dem notwendigen Zubehör, Eckhard warf gleich den Grill an und bei einer Flasche Bier ließ es sich wunderbar über grüne Ziele und vieles mehr diskutieren. Sehr informativ, sehr nett!
Zum Nachlesen: Flyer Energieradtour

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