Feministische Anträge für den grünen Wahlprogrammentwurf

Diskussion mit Ines Pohl, Gesine Agena und Simone Peter

 

Vom 7. bis 9.April tagten in der GLS-Bank in Hamburgs Innenstadt die Bundesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik sowie der grüne Bundesfrauenrat gemeinsam.

Mit herrlicher Aussicht aus dem 4. und 5. Stock der Tagungsräume inmitten der Hamburger Neustadt erarbeiteten die über vierzig weiblichen Delegierten aus ganz Deutschland im Schwerpunkt an Anträgen zum grünen Wahlprogrammentwurf.

Die Hamburger Delegation: Linda Heitmann, Mareike Engels, Gesa Riedewald (v.l.n.r.)

Eine spannende Diskussion mit der grünen Bundesvorsitzenden Simone Peter und DeutscheWelle-Chefin Ines Pohl zum Thema „Frauenpolitische Fragen im Wahljahr“ bildete Freitag Abend den Auftakt der Gremiensitzung. Themen wie Hebammenversorgung, frauenverachtende Shitstorms im Internet oder auch die Situation weiblichen Geflüchteten in Deutschland kamen hier in der Runde zur Sprache.

Und sie bildeten eine gute Grundlage für die Debatte rund um den grünen Wahlprogrammentwurf aus weiblicher Sicht am nächsten Tag – dem Samstag. Nach stärkenden Bio-Schnittchen und Kaffee wurden ab 9.30 Uhr im Diskussionsformat des „World Café“ alle Kapitel des Programmentwurfes von allen Frauen einmal kritisch daraufhin beleuchtet, inwiefern die frauenpolitische Sicht jeweils gut verankert ist. Dabei fanden sich auch im Abschnitt zu „Umwelt und Verkehr“ noch Punkte, die die diskussionsfreudigen Frauen gern ins Programm formulieren wollten. Ganz besonders groß war der Debattenbedarf allerdings in den Feldern „Gerechtigkeit“ und auch „Internationales und Flucht“.

Zu den bereits am Vorabend diskutierten Themen sowie einigen weiteren wurden in Kleingruppen fleißig Anträge verfasst – über mehr als 60 davon stimmten die Delegierten am nächsten Tag dann endgültig ab, um sie zur Bundesdelegiertenkonferenz im Juni gemeinsam einzureichen. Dabei wurde auch hier noch einmal leidenschaftlich um einzelne Formulierungen gestritten. So zum Beispiel in Sachen „sexistische Werbung“ oder „Parité-Gesetzgebung für deutsche Parlamente“.

Der Bundesfrauenrat endete am Sonntag schließlich mit feministischen Berichten aus der Bundestagsfraktion und den wahlkämpfenden Ländern Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Außerdem wählte der Bundesfrauenrat sich ein neues Präsidium – das Gremium, das die Sitzungen inhaltlich plant und vorbereitet. Marion Lüttig aus Baden-Württemberg, Katja Meier aus Sachsen sowie Josefine Paul aus NRW und Sandra Hildebrandt aus Berlin setzten sich dabei durch. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind gespannt, welche Themen sie künftig auf die Agenda des Bundesfrauenrates heben werden.

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1 Kommentar

  1. Jutta Kodrzynski

    Danke Mareike für die Zusammenfassung. Ich war ja nur Freitagabend da. Die Diskussion war für mich ein politisches Highlight der letzten Wochen. Danke , dass ich Gast sein durfte.