Radverkehr, Unfallschwerpunkte und neue Ampeln an der Bergstedter Chaussee

Bericht von Hans Schröder aus der Info-Veranstaltung des LSBG (Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer) zur Sanierung der Bergstedter Chaussee zwischen Immenhorstweg und der Landesgrenze am 2. März 2017 in der Grundschule Bergstedt

„Von der Politik war außer Prof. Nixdorf niemand zu sehen. Die Vorstellung erfolgt durch Frau Ilona Putzmann vom LSBG und Frau Behmer vom Büro Schmedt-Junke. Herr Hans Grote vom LSBG kam etwas später, da er im Stau steckte.

Die Verkehrsbelastung wurde vom LSBG im Höhe Volksdorfer Damm mit 28000 und an der Landesgrenze mit 19000 an Tag angegeben.

Die ersten Überlegungen des LSBG wurden in einer Entwurfszeichnung festgehalten und dargestellt:

1. Radverkehr

Wesentliches Element ist die Radverkehrsführung, die aufgrund des engen Straßenquerschnitts und unter der Bedingung, dass die vorhandenen großen Allee-Bäume erhalten bleiben, durchgängig beidseits auf dem Gehweg zusammen mit den Fußgängern verläuft. Es wird versucht, die Gehwege durchgängig auf 2,50 Meter zu verbreitern, weil sonst das Radfahren von der Polizei dort nicht erlaubt werden kann. Die vorhandenen Gräben sollen auch erhalten bleiben, damit das Oberflächenwasser langsam versickern kann.

Die vorhandenen baulichen Radwege verschwinden zur Verbreiterung der Fahrbahn, damit diese durchgängig die Mindestbreite von 6,50 m erreicht. Lediglich zwischen Kaudiekskamp und Volksdorfer Grenzweg wird es weiter einen baulichen Radweg geben, der die Mindestbreite von 1,60 m sowie zusätzlichen Abstandsflächen zur Fahrbahn erreicht.

Die Radverkehrsführung erfolgt somit auch zukünftig ganz konventionell hinter Bäumen, Straßenbegleitgrün und (teilweise) parkenden Autos. Eine wesentliche Verbesserung des Radverkehrs, die auch zur Stauentlastung beitragen könnte, wird so also nicht erreicht!

2. Parkplätze

Zwischen Immenhorstweg und der Landesgrenze bleiben insgesamt 25 Stellplätze erhalten. Die wilden Parkplätze zwischen den Bäumen fallen nach jetziger Planung alle weg, da sie zu Grünstreifen werden. (Mein Vorschlag nachträglich wäre:  Hier könnten auch gut  Wildblumenwiesen angelegt werden!) Der LSBG hat die Anregung aufgenommen, zwischen Bergstedter Alte Landstraße und Volksdorfer Damm sowie zwischen Alter Schmiede und Iland jeweils stadtauswärts einzelne Parkbuchten  mit Parkscheibenpflicht für Lieferverkehre einzurichten.

Die vorhandenen ca. 20 Parkplätze an der Chaussee zwischen Volksdorfer Damm und Woold sowie vorm Friedhof müssen auf 5 Plätze in zwei Längs-Parkbuchten reduziert werden, weil die Bushaltestelle vorm Friedhof verlängert wird. Der LSBG hat hier nur 10 Stellplätze wahrgenommen – ich kann die Zählung von Herrrn Ernst Willhöft von der anliegenden Praxis für Physiotherapie mit 20 jedoch nur bestätigen. Die beiden privaten Stellplätze des Blumenladens bleiben an ihrem jetzigen Standort zusätzlich erhalten. Auf die Rest-Dreiecksfläche vorm Friedhof kommen Fahrradbügel.

Ich hatte noch vorgeschlagen, an dieser Stelle die Aufstellung einer Ladesäule für E-Mobile zu prüfen (wurde an die Politik verwiesen), was aber bei den wenigen verbliebenen Stellplätzen auch nicht einfacher geworden sein dürfte. Der LSBG ist dabei, sich ortsnah um weitere Stellplätze zu bemühen, konnte jedoch noch nichts Genaueres sagen.

3. Einmündungen

Die Einmündungen der Seitenstraßen werden verengt, damit die Fußgänger nicht so breite Fahrbahnen kreuzen müssen.

(Mein Vorschlag nachträglich:  An der Einmündung der Bergstedter Kirchenstraße aus Richtung Wohldorfer Damm wäre es super, wenn sich LSBG und Bezirk darauf einigen könnten, die ersten 50 Meter der an dieser Stelle äußerst brüchigen Asphaltdecke auf der Fahrbahn gleich mit zu erneuern, wenn der Einmündungsbereich angefasst wird. Zur Zeit muss der Asphalt aufgrund von permanenten Schlaglöchern mehrmals im Jahr ausgebessert werden!)

 4. Querungshilfen

Damit der Stadtteil nicht weiter zerteilt wird, ist es entscheidend, dass es möglichst viele Querungshilfen an dieser Hauptverkehrsstraße gibt.

Unverzichtbar erscheint dabei eine Ampel am Knoten Chaussee/Alte Schmiede/Bredeneschredder, da dies ein Unfallschwerpunkt ist, Fußgänger und insbesondere Kinder die Chaussee hier kaum kreuzen können und auch das Überqueren der Einmündung alte Schmiede nicht ungefährlich ist (deshalb wurde dort ja bereits eine rote Furt angebracht), die Gelenkbusse aus Richtung Lemsahl größte Schwierigkeiten haben aus der Alten Schmiede nach links abzubiegen und auch aus dem Bredeneschredder kann kaum nach links abgebogen werden. Dies wurde auch von Frau Martin von der Musikschule unterstützt. Vom LSBG kam jedoch der Einwand, dass es hier gegenteilige Ansichten bezüglich des Verkehrsflusses gäbe. Hier wäre es die Aufgabe der Politik, Druck zu machen! Gerade am Präsentationstag ist hier gegen 17.15 h ein schwerer Unfall mit drei PKW mit Totalschaden passiert. Die Bergstedter Chaussee war bis in den Abend ca. 3 Stunden lang gesperrt, Busse fuhren gar nicht über Bergstedt (Linie 174 nur über Waldweg) oder hatten eine Stunde Verspätung, mit Staus auch in Volksdorf und bis nach Hummelsbüttel (siehe auch Foto!).

Bedarf an Querungshilfen besteht auch an der Einmündung Schäferredder wegen des Schulwegs zur Stadtteilschule und an der Einmündung Bergstedter Alte Landstraße zur Grundschule (denn diese will ihren Haupteingang etwas weiter Richtung Bergstedter Chaussee verlegen).

Weiterhin habe ich im Einzelgespräch eine Sprunginsel bei Haus Nummer 91 vorgeschlagen, weil hier ein Wanderweg aus dem Hainesch-Iland mündet, gegenüber lt. B-Plan Bergstedt 14 ein Wanderweg zur Bergstedter Feldmark geplant ist und insgesamt die Strecke zwischen den nächsten Querungsmöglichkeiten extrem lang ist.

5. Zeitschiene

Die Planung soll nach den Vorstellungen des LSBG am 11. Mai 2017 im Regionalausschuss erfolgen (der wohl noch nichts davon weiß, aber auch bestimmt nichts dagegen haben wird). Die Planungsunterlagen sollen demnächst ins Internet gestellt werden.

Die bauliche Umsetzung ist für den Abschnitt Volksdorfer Damm bis Landesgrenze für 2019 vorgesehen und für die gesamte Strecke zwischen Stadtbahnstraße und Volksdorfer Damm für 2020. Diesen letzteren langen Abschnitt am Stück zu machen ergibt insofern Sinn, als die Sperrung dafür nur in einem Jahr erfolgen müsste und nicht zwei Jahre nacheinander. Außerdem hätten die Planer aufgrund der Baustellenkoordination kein anderes Zeitfenster bekommen.

Arbeiten verschiedener Leitungsträger finden bereits in den Jahren zuvor statt, damit nicht alles zugleich gemacht werden muss und sich die verschiedenen Gewerke nicht gegenseitig behindern

Die Fahrbahn muss für die Arbeiten jeweils halbseitig gesperrt werden, teilweise sogar  ganz, je nach Erfordernis.”

Fotos: Hans Schröder

 

 

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