Was wird aus dem Kundenzentrum in Volksdorf?

Grüne Vorstands- und Fraktionsvertreter*innen aus Wandsbek trafen sich zu einem Informationsaustausch mit  unserer stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Rathaus, Christiane Blömeke in der Kreisgeschäftsstelle. Thema war die Zukunft des Volksdorfer Kundenzentrums. In der regionalen Presse war es schon zu lesen: Im letzten Jahr kam es in vielen Kundenzentren in Hamburg zu monatelangen Wartezeiten, so auch in Volksdorf. Nachdem Personal aufgestockt wurde, hat sich die Lage wieder stabilisiert. Erfahrungsgemäß ist der Andrang in den Sommermonaten allerdings immer besonders hoch, da viele erst kurz vor dem Urlaub merken, dass Pass oder Personalausweis abgelaufen sind. Deshalb soll es nun eine sogenannte Angebotsoffensive für Hamburgs Kundenzentren geben: eine schnellere Terminvergabe, einheitliche und längere Öffnungszeiten und die Ausweitung der digitalen Angebote. Geprüft werden sogar Samstagsöffnungszeiten. Das klingt ja alles ganz gut. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein Kundenzentrum groß genug ist und genügend Besucher*innen hat. Und es sieht zur Zeit danach aus, dass Volksdorf diesen Ansprüchen nicht genügen könnte. Eine Entscheidung über eine Schließung ist allerdings noch nicht gefallen.

Ich fände es sehr bedauerlich, wenn das Walddörfer Kundenzentrum schließen müsste, gäbe es doch wieder ein Stück weniger Leben im Stadtteil. Ich wünsche mir ein lebendiges Quartier, wo ich möglichst viele Angebote im Kleinen haben kann. Ist doch toll, dass wir eine barrierefreie U-Bahnstation, ein Kino, Post und Bücherhalle direkt vor Ort haben. Ich persönlich bräuchte auch keine täglichen Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr. Dann lieber einen Tag mit richtig langen Öffnungszeiten bis 21 Uhr z.B. Je mehr Leben im Zentrum, desto mehr Menschen kaufen auch hier ein, gehen hier ins Café oder zum Friseur.  Als die Post umgezogen ist, haben das umgebende Läden sofort gemerkt. Und manche Ältere oder Behinderte sind ohnehin nicht sehr mobil, es fällt ihnen zum Beispiel schwer, mit dem Bus zu fahren. Hinzu kommen noch die Fahrtkosten.

Aber das ist meine ganz persönliche Sicht der Dinge; andere sagen, man müsse ja im Schnitt nur alle 7,2 Jahre ein Kundenzentrum besuchen – und das könnte man doch dann auch im nächsten Zentrum, in Poppenbüttel oder direkt auf dem Weg zum Arbeitsplatz erledigen. Man kann ja inzwischen jedes Zentrum nutzen, nicht nur das im eigenen Stadtteil. Andere meinten, dass die Lebendigkeit von Volksdorf von Einrichtungen wie der Ohlendorffschen Villa,  der Bücherhalle, den Geschäften und den Cafes abhängt und weniger vom Kundenzentrum. Einigkeit herrschte auf jeden Fall in der Einschätzung, dass der Ortskern von Volksdorf lebendig und attraktiv gehalten werden muss.

Mal sehen, was noch passiert, ich bin gespannt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass die Diskussion um eine Schließung geführt wird, 2013 gab es ein Bürgerbegehren und die Pläne waren rasch vom Tisch. Der Mietvertrag läuft jedenfalls nur noch bis 22.1.18 und müsste spätestens im Juli verlängert werden.

Der 11-Punkte-Plan der Koalition zur Angebotsoffensive Kundenzentren findet sich hier.

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