#Kundenzentrum: Offener Brief vom #Behindertenforum Walddörfer

Am 13.2. schrieb das Behindertenforumwalddoerfer.de folgenden Brief an den Wandsbeker Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff (Auszug) zur möglichen Schließung des Kundenzentrums Walddörfer: 

„Auch an uns Menschen mit Behinderung und Menschen, die für Inklusion eintreten, ist das Thema nicht vorbeigegangen.
Für uns ist eine Schließung unvorstellbar! Die Kundenzentren sind ein Stück praktizierte Inklusion. Die mögliche Schließung des Kundenzentrums Walddörfer ist ein großer Schritt in die falsche Richtung.
Die Waldörfer stehen für einen Stadtteil, der unterwegs zu mehr Inklusion ist. Das hat eine lange Tradition. Die Walddörfer haben einen sehr hohen Anteil an Mitbürgern mit Handicap. Wir fühlen uns eigentlich wohl in den Walddörfern.
Ein praktisches Beispiel: Ein Mitbürger aus dem Senator-Neumann-Heim braucht laut HVV 15 Minuten zum Kundenzentrum. Zu den anderen 4 Zentren dauert es 33,38,41 und 42 Minuten. In diesem Beispiel ist noch nicht berücksichtigt, dass ein Rollstuhlfahr in der Regel auch mehr Zeit zum Umsteigen braucht.
Jede Region von der „Großstadt“ Wandsbek braucht sein Kundenzentrum, das allen notwendigen Kriterien von Barrierefreiheit entspricht.
Bitte setzen Sie sich voll für 5 inklusive Kundenzentren in Wandsbek ein.
Das Thema wird auch mit der Frage „Nie mehr warten auf dem Amt“ verbunden. Das Vorhaben der Stadt Hamburg, hier Verbesserung zu bewirken unterstützen wir ausdrücklich! Das kann und darf aber nicht auf Kosten der Barrierefreiheit geschehen.
Da das Thema ja intensiv öffentlich diskutiert wird, geben wir diesen Brief auch an die Presse, Parteien, Wandsbeker Inklusionsbeirat etc.
Sehr geehrter Herr Ritzenhoff, wir bauen auf Sie, dass bei diesem Thema nichts zu Ungunsten von Menschen mit Behinderung zurück geschraubt wird.
Viele menschliche Grüße

Rainer Wilcke für das BehindertenforumWalddörfer”

Inzwischen haben drei Volksdorfer ein Bürgerbegehren gegen eine mögliche Schließung des Kundenzentrums beantragt. Vom Bezirksamt kann abgelehnt werden, dass die Bürger des Bezirks gegen die Entscheidung der Bezirksversammlung stimmen. Diese Entscheidung muss aber begründet werden.

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