Schüler demonstrieren gegen Abschiebung

Artikel aus der Elbvertiefung vom 23.1.17

„Rund 150 Schülerinnen und Schüler der Rudolf Steiner Schule Wandsbek haben gegen die Abschiebung eines Mitschülers aus der 9. Klasse und seiner Familie nach Afghanistan demonstriert. Singend und mit Transparenten liefen sie zum Rathaus und übergaben eine Unterschriftenliste. Zum Fall der Familie wollte Frank Reschreiter, Sprecher der Innenbehörde, un gegenüber keine Aussage machen. Jedoch hieß es zuletzt in der Bürgerschaft, künftig sollten nur noch alleinstehende Männer, deren Asylantrag abgelehnt wurde, sowie Straffällige abgeschoben werden. Dazu sagt Reschreiter: „Die stehen im Fokus. Wegen der schwierigen Sicherheitslage gibt es aber ohnehin wenig Abschiebungen nach Afghanistan.“ Hamburger Schüler müssten sich keine Sorgen machen, ausgewiesen zu werden. Dennoch hat die Familie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nun offenbar einen Ablehnungsbescheid bekommen. Binnen vier Wochen sollen die Eltern, der 15-Jährige und sein 9-jähriger Bruder ausreisen, berichtet Schulsekretärin Sarah Scholz. „Aus unserer Sicht ist der Bescheid unbegründet“, sagt sie. Die Familie sei konkret von Taliban bedroht worden. „Das sind nette, gebildete Menschen. Der Junge spricht nach anderthalb Jahren perfekt Deutsch.“ Nun klagt die Familie beim Verwaltungsgericht, unterstützt vom Bündnis der Flüchtlingsinitiativen. „Wenn das nichts ändert“, sagt Scholz, „dann verstehe ich die Welt nicht mehr.“

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