Mehr Arbeit für Geflüchtete

hand-991096__180Ein Beitrag aus dem Hamburg-Newsletter der ZEIT, zur pausierenden Bevorzugung von deutschen Arbeitnehmer*innen

„Wie wir alle wissen, sind Regeln dazu da, gebrochen zu werden – dass sich das sogar zu den Behörden rumgesprochen hat, kommt uns allerdings neu vor. In der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel. Dort heißt eine Regel »Vorrangprüfung«. Sie besagt, dass die Agentur prüfen muss, »ob die Arbeitsstelle mit bevorrechtigten Bewerberinnen und Bewerbern (deutsche Arbeitsuchende und gleichgestellte Personen, z. B. EU-Bürgerinnen und -Bürger) besetzt werden konnte«, so die Formulierung im Behörden-Deutsch. Übersetzung: Deutsche Arbeitslose werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Jetzt wird diese Prüfung in Hamburg für drei Jahre ausgesetzt, neben Hamburg gilt das für 132 weitere Bezirke, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am Freitag verkündete. refugee-1189087__180Für Flüchtlinge hat diese Aussetzung große Bedeutung, sie werden damit bei der Arbeitssuche nicht länger benachteiligt. »Für die Integration hat Arbeit eine große Bedeutung. Der faktische Wegfall der Vorrangprüfung baut bürokratische Hemmnisse bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ab«, sagt Senatorin Melanie Leonhard. Ein Gewinn für alle: Die Unternehmen und Betriebe bekommen neue Fachkräfte und die Neu-Hamburger eine Chance auf Selbstständigkeit. Was sicher auch eine Rolle spielt: Bei den aktuell niedrigen Arbeitslosenquoten fallen solche Ausnahmeregelungen leicht – in Hamburg lag sie im Juni bei 6,9 Prozent, dem niedrigsten Stand seit 25 Jahren.“

Franziska Bulban, Elbvertiefung vom 8.8.16, ZEITonline

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