Grüße aus Kambodscha

Landminen

Ein Überblick über die Landminen-Verseuchung weltweit – in Syrien werden aktuell immer noch jede Menge verlegt!

Ein etwas anderer Post heute, ich bin in Kambodscha – ein wunderschönes Land mit traumhaften Stränden, verwunschenen Tempeln und extrem netten Menschen. Aber auch ein ein Land mit sehr schwerer Vergangenheit, Millionen von Toten durch die Bombardierungen der Amerikaner und die Morde der Roten Khmer. Relikt aus der Zeit: 1000e von Landminen, die heute immer noch irgendwo auf dem Land in die Luft gehen und Heerscharen von Bettlern, die Arme und/oder Beine meist schon als Kinder beim Spielen verloren haben. Ein soziales Netz gibt es nicht.

Der erste Eindruck, wenn man mit dem Bus über Land fährt: Müll, wohin man auch blickt. Plastikmüll. Bis vor etwa 20 Jahren wurden Getränke in Bambusrohr gefüllt, Lebensmittel in Palmenblätter eingewickelt. Beides konnte nach dem Essen oder Trinken weggeworfen werden, es verrottete in der feuchten Tropenluft ziemlich schnell. Auch heute wird alles, was man nicht mehr braucht, gleich weggeworfen, einfach so, auf den Boden, aus dem Fenster, in den Fluss. Nur, dass Plastik eben nicht verschwindet, sondern sich zu Müllbergen auftürmt. An Straßenrändern, Stränden, unter Stelzenhäusern, in den Städten oder auf dem Land. Man müsste die Leute aufklären, meint der Franzose Dany, der seit den 90ern in Kambodscha lebt. Aber nicht mal die Lehrer wüssten, dass man Plastik weder wegwerfen noch verbrennen sollte.

VillAGE

Müll im Fischerdorf auf Ko Rong

Dany, der inzwischen ein Stück Land auf der Insel Ko Rong gemietet hat und dort ein Beach-Ressort betreibt, sammelt außerdem an windigen Tagen etwa 100 kg Müll aus dem Meer. Vor allem Plastik. Das meiste kommt aus Thailand, vom Reissack über die Wasserflasche bis zum Flip Flop, alles dabei. „Ich harke den ganzen Strand ab und wenn ich hinten angekommen bin, könnte ich am Anfang des Strandes schon wieder loslegen“, erzählt Dany.

SIHANOUKVILLE

Müllberge in Sihanouk Ville, einem Badeort an der Küste

Klasse wäre so ein Aufräumtag, wie wir ihn gerade in Hamburg hatten, auch hier, in Kambodscha. Meine Güte, was würde da zusammenkommen. Aber das sind leider nicht die einzigen Knackpunkte: Die Rote-Khmer-Vergangenheit wurde nie wirklich aufgearbeitet, 28% der Bevölkerung gelten als traumarisiert (Studie der Transcultural Psychosocial Organization) und Korruption ist allgegenwärtig. Zukünftig müssen selbst NGOs in Kambodscha „politisch neutral“ sein und dürfen nicht gegen „Sicherheit, Kultur und Tradition“ Kambodschas verstoßen (mehr Infos hier).

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