Auf der Biofach und Vivaness in Nürnberg

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Renate Künast bei der Eröffnungsfeier

Mit 48.000 Besuchern gab es auf der diesjährigen Biofach, der größten Biomesse der Welt,  wieder einen Besucherrekord. Die angeschlossene Kosmetikmesse Vivaness feierte gleichzeitig ihr 10jähriges Jubiläum. Zur Eröffnungsfeier waren internationale Gäste angereist, Dr. Auma Obama hielt eine vielbeachtete Rede zum Unterschied von Fair und Real Trade. Und Renate Künast war natürlich auch unter den Gästen. Hier ein kleiner Auszug aus meiner Präsentation bei Vivaness on stage:

Meine erste große Geschichte über Naturkosmetik habe ich 1992 für Brigitte geschrieben. Verkauft wurde Naturkosmetik damals vor allem in kleinen Bio-Läden, die Kosmetikprodukte lagen oft direkt neben dem Grünkohl und den Kartoffeln, Beratung gab es wenig, die Holzregale waren leicht angestaubt. Marketing, Werbung, schöne Präsentation braucht man nicht, viele Firmen waren überzeugt, wer uns finden will, der findet uns schon…Mit  geschmeidigen, wohlduftenden kosmetischen Creme hatte Kosmetiks oft nicht so sehr viel zu tun. Tagespflege bestand z.T. aus fettigen Salben an, weil man keine Emulgatoren verwenden wollte, produziert wurde auf Bestellung zu Hause,

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Ich war zum Gespräch über die Entwicklung der Naturkosmetik eingeladen

Das änderte sich dann sehr schnell zur Jahrtausendwende, als immer mehr Firmen den Anspruch hatten, Natur-Kosmetik herzustellen, die dasselbe kann wie konventionelle. Klara Ahlers von Lavera war eine der Treiberinnen dieser Entwicklung.

Öko-Zutaten allein reichten nicht mehr, Frauen wollten ihrer Haut etwas Gutes tun, sie wollten, dass die Produkte auch wirken. 2001 gab es endlich ein Siegel, das BDIH-Siegel, das Angebot vergrößerte sich und einige Firmen fingen auch an Make-up-Produkte herzustellen – anfangs ja von vielen als unbedeutend abgelehnt. Vielleicht steckte in so manchem Kopf auch noch die Ideologie aus 3. Reich: eine deutsche Frau schminkt sich nicht…

Die Make-up-Linie wurde ein Renner in den USA, Julia Roberts und Cate Blanchett schwärmten von Dr. Hauschka, auch wenn es ihnen schwerfiel, den Namen auszusprechen.

Naturkosmetik wurde schick, erste Luxusmarken entstanden, der Green Glam war da – und die einkommensstarke Gruppe der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainibility), die auf gesunden Lifestyle setzten. Die Reformhäuser wurden entstaubt, helle großzügige Märkte entstanden. Und die Vivaness auf der Biofach.

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Viele ungewöhnliche neue Naturkosmetik-Produkte

Naturkosmetik wurde international immer mehr Thema, 2009 war das erste Produkt mit dem Natrue-Siegel da, das international gelten sollte – leider ein bisschen spät, es gab inzwischen schon viele starke Siegel in anderen Ländern.

Seitdem geht es kontinuierlich bergan. Naturkosmetik ist heute unglaublich breit aufgestellt, es gibt Nischenmarken, Trend-Produkte, Dr. Brands, Luxus, Fair Trade und vegane Produkte, auf allen Vertriebswegen. Und ein ganz großer Trend aus den USA: Do-it-Yourself ist wieder im Kommen.

 

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Dr. Auma Obama fragt, was denn der Süden vom Handel mit dem Norden habe

Schade, dass es in all den Jahren nicht leichter geworden ist, durchzusteigen, was denn nun wirklich Ökokosmetik ist, was Naturkosmetik – und dann ist da ja noch der große Markt der naturnahen Kosmetik. Natrue hat die ursprünglich auf den Produkten eingesetzte Sterne, die den Bio-Grad kennzeichneten,  wieder zurückgenommen, sie sind jetzt nur noch auf der Homepage zu finden.

 

 

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