Meiendorf möchte noch mehr helfen

IMG_7465Mohammed (65) ist mit seiner 13-jährigen Tochter Fareschde zum Unterricht gekommen. Mohammed muss erstmal das Alphabet lernen, Fareschde konjugiert schon Verben: Ich heiße, du heißt, sie heißt… Beide machen gleich eine Doppelstunde von 16.30 bis 19.45 Uhr – genauso wie die 24-jährige Zahra, die auch ein bisschen Englisch spricht. Das macht die Verständigung leichter. Sie hat es in der Schule in Afghanistan gelernt, bis zur zwölften Klasse. Aber Deutsch ist ganz neu für sie. Wir kaufen im Rollenspiel ein mit kleinen Kärtchen, auf denen Lebensmittel abgebildet sind, und selbstgeschriebenen Einkaufszetteln: Zitronen, Reis, Nudeln, Karotten… Das geht schon ganz gut, ein wenig schwierig ist nur die Aussprache: Gemüse mit „ü“, nicht Gemuse, Hähnchen, nicht Hähnhen… Weiter geht’s mit einem Begrüßungs-Spiel: „Guten Tag, wie geht es Ihnen?“ Es wird viel gelacht in unseren Stunden – und am schönsten ist wieder unser Abschiedslied, begleitet mit der Gitarre (nach der Melodie von Meister Jacob): Guten Morgen, guten Morgen, guten Tag…. Alle sind begeistert und Zarah freut sich besonders: ”You made me really happy today!“, ihr habt mich heute wirklich glücklich gemacht. Was kann man sich als LehrerIn Schöneres vorstellen?

Wer Lust hat, Deutsch zu unterrichten, kann sich gern bei der Initiative „Meiendorf hilft“ melden. Es gibt gutes Unterrichtsmaterial, das man sich aus dem Internet runterladen kann und viele praktische Tipps auf der (geschlossenen) Facebookseite. Unterrichtserfahrung ist keine Voraussetzung. Anders als ursprünglich geplant werden die Geflüchteten noch eine Weile in Meiendorf wohnen bleiben, es besteht also nach wie vor Bedarf an DeutschlehrerInnen. Wir arbeiten in 3-er oder 4-er Gruppen pro Klasse, es steht niemand allein vor seinen SchülerInnen. Man kann sich als LehrerIn oder AssistentIn melden. Neu sind ab sofort auch spezielle Mutter-Kind-Deutschkurse.

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