Der Landesvorstand in Wandsbek

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Michael Gwosdz, Anna Gallina und Karl-Heinz Karch beim Kreisvorstand in Wandsbek

Zum Ende  unserer Vorstandssitzung kam Besuch: Anna Gallina, Michael Gwosdz und Karl-Heinz Karch vom Hamburger Landesvorstand touren gerade durch alle Kreisverbände und wollten auch mit uns über die laufende Programm-Diskussion sprechen. Wie auf der letzten LMV beschlossen, soll es eine neue Diskussion geben, die auch Thema auf der nächsten LMV am 20. Februar sein wird. Bevor wir in dieses Thema einstiegen, erzählte Michael allerdings noch kurz, wie es zu dem Shit-Storm auf ihn kam. Er hatte auf der offiziellen grünen Seite versucht, einen Sexualrassismus-Vorwurf einer Userin  in einer persönlichen Nachricht zu entkräften. Seine Antwort enthielt auch den Satz, dass alle Männer potentielle Vergewaltiger seien – und wurde dann von der Userin veröffentlicht. Das Abendblatt griff die Veröffentlichung auf und von da an ging es rund, Michael wurde wüst beschimpft, bis hin zu Morddrohungen. Es ist ja so einfach im Netz, seinen ganzen Frust loszuwerden…

Alle würden gern das Rad in dieser Sache zurückdrehen!  Aber immerhin: Positiv an all diesen Diskussionen, die seit den schlimmen Übergriffen in der Silvesternacht laufen, ist, dass sexuelle Belästigung endlich Thema ist – wie es die Grünen ja schon lange gefordert haben. Ein Kuss gilt bisher nicht als sexuelle Belästigung, weil die geküsste Frau nicht „Nein“ gesagt hat. Und selbst aktives Nein-Sagen reicht oft noch nicht aus, weil sich die betroffene Frau nicht gewehrt hat. Auch in Ohlstedt gab es ja einen Fall, dass ein 10-jähriges Mädchen von einem Asylbewerber geküsst wurde. Klar nutzen die Rechtspopulisten jetzt diese Debatte, es muss klug argumentiert werden. Immerhin wird das grüne Krisenmanagement gelobt.

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Chris (rechts) interessiert sich für die Situation in den Kitas

In der geplanten Programm-Diskussion wird es u.a. um Diversity gehen, um Inklusion, demografischen Wandel, interkulturelle Öffnung, Verteidigung bestimmter Werte, um die Teilhabe an der Gesellschaft, lebenslanges Lernen…

Die anschließende lebhafte Diskussion lief über zwei Stunden, Thema waren Kitas (wir wollen keine Ghetto-Kitas, bestehende Strukturen sollen ausgeweitet werden. Hamburg steht eigentlich ganz gut da, in einigen Bezirken, z.B. in Mitte gibt es noch zuwenig Plätze für Eltern, die dort arbeiten und ihre Kinder mitbringen), der demografische Wandel (wir sollten einen Schwerpunkt auf Quartiersarbeit setzen, auf nachbarschaftliche Unterstützung, damit sich junge und alte Menschen gegenseitig helfen könnten, Mehrgenerationen-Häuser sind wichtig, Gemeinschaftsräume und barrierefreie Bauweise, wenn jetzt das SOS-Wohnungsbauprogramm startet), die Metropolregion, Elternschulen, Flüchtlingsunterkünfte, Integration und Schulungen, damit Kindesmisshandlungen besser erkannt werden …

Ein spannender Abend mit viel Input von allen Seiten. Schön: es waren auch interessierte Grüne dabei, die sonst nicht zu den Vorstandssitzungen kommen.

 

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