Meiendorf hilft – und wie!

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Unsere singende Lehrerin kommt besonders gut an, alle singen total gern mit!

Es ist wirklich toll, was von der Initiative „Meiendorf hilft“ auf die Beine gestellt wird! Täglich werden acht Deutschklassen angeboten, in zwei Schichten. Zur regelmäßigen Besprechung des Deutschunterrichts waren beim letzten Mal etwa 50 Menschen gekommen, die alle aktiv dabei sind.

Unsere SchülerInnen sind zwischen sechs und sechzig Jahre alt, die meisten kommen aus Syrien und Afghanistan. Gestern haben wir eine kleine Unterrichtseinheit zu „Weihnachten“ gemacht, dabei ging es um die Zahlen  (eins, der erste Dezember, der erste Advent usw.). Wir hatten Kerzen dabei und Spekulatius – besonders letztere trafen den Geschmack und waren entsprechend schnell weg. Wir haben auch schon mal vorgewarnt, dass es Silvester um Mitternacht ziemlich laut werden kann, und die HamburgerInnen Böller und Raketen anzünden. Shiragha und Jamshid, zwei junge Männer aus Afghanistan, freuen sich schon darauf und meinen, das würde zuhause genauso gemacht!

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Die Kinder waren begeistert, als wir beim Zahlenlernen die Kerzen angezündet haben (erster, zweiter, dritter, vierter Advent)

Die Deutsch- oder Englischkenntnisse sind sehr unterschiedlich. Einige verstehen schon viel, bei anderen funktioniert der Unterricht mit Unterstützung von Camp-Freunden oder Familienmitgliedern – manchmal auch mit Englisch oder mit Händen und Füßen. Am Ende klappt es immer, wir verstehen uns. Alle sind sehr interessiert, manche kommen täglich.

Bei „Meiendorf hilft“ kann man sich als LehrerIn oder als AssistentIn melden, meist gestalten drei bis vier Unterrichtende einen Kurs. Dadurch ist viel Gruppenarbeit möglich. Es gibt Unterrichtsmaterial, das man sich downloaden kann. Wir haben zusätzlich große und kleine Kärtchen gebastelt, arbeiten mit dem Smartboard, mit Würfeln – und sehr beliebt ist meine Freundin mit der Gitarre, inzwischen singen wir am Ende der Stunde immer einen Kanon, vierstimmig! Umgedichtet, zur Melodie von „Meister Jakob“.

Wir werden weitermachen, bis die zentrale Anlaufstelle für alle Flüchtlinge in Meiendorf ihre Arbeit aufnehmen wird. Wahrscheinlich Ende Februar oder März. Die Flüchtlinge sollen dort innerhalb eines Tages registriert werden und weiter in die anderen Unterkünfte nach Schleswig-Holstein, Meck Pomm oder Hamburg gebracht werden.

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Wir haben sogar „Oh Tannenbaum“ gesungen – aber „Guten Morgen, guten Tag“ zur Melodie von „Meister Jakob“ war dann doch einfacher…

Die BewohnerInnen der Folgeeinrichtung werden wir dann in einer nahe gelegenen Schule unterrichten. Das wird vermutlich einfacher, da die zukünftigen
SchülerInnen dort ein paar Monate bleiben werden und kontinuierlicher Unterricht möglich sein wird. Jede(r) kann sich einbringen, einmal pro Woche oder auch öfter, wie es die Zeit erlaubt. Und eins sagen alle: man bekommt ganz viel zurück!

Wie schön, dass in Meiendorf reichlich gespendet wird. Wir haben jetzt so viele Buntstifte und Blöcke, dass wir sie in den letzten Unterrichtsstunden vor Weihnachten an die Kinder verschenken können. (Das einzige, was zur Zeit fehlt, sind Anspitzer). In den Weihnachtsferien wird es übrigens keinen Unterricht geben, wir starten dann wieder frisch im neuen Jahr!

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