Forum Flüchtlingshilfe

Said Basti

Isabel Said vom BASFI im Workshop „Schutz von Frauen vor Gewalt“

Zum ersten Mal trafen sich Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Parteien- und BehördenvertreterInnen aus ganz Hamburg, um sich über die Situation der Flüchtlinge in Hamburg auszutauschen. Etwa 1500 HamburgerInnen versammelten sich in der Fischauktionshalle. Um zu Ständen und Veranstaltungen zu kommen, musste man sich immer an vielen, vielen Menschen vorbeiquetschen – was aber niemanden störte, es war ja toll, dass so viele gekommen waren!

Es begann mit Workshops zu verschiedenen Themen, ich war beim „Schutz von Frauen vor Gewalt“, unter der Moderation von Angela Bähr vom Diakonie Hilfswerk Hamburg. Auch hier war es so voll, dass kein Stuhl mehr zur Verfügung stand. Und leider auch sehr laut, die einzelnen Workshop-Räume waren nur durch Vorhänge voneinander und von der großen Halle getrennt. Alle rückten zusammen, dann ging es einigermaßen. Wir waren uns einig, dass die Betreuung der Frauen eine längerfristige Arbeit sein würde. Oft käme es zu scheinbaren Versöhnungen, hieß es, die aber jeder Grundlage entbehrten. Wir brauchen dringend niedrigschwellige Frauenorte wie Cafés und aufsuchende Hilfe in den Einrichtungen. Ich hab von den Sprachkursen „Meiendorf hilft“ berichtet: wir haben extra Kurse nur für Frauen und Kinder angeboten, aber es kamen nur Männer. Die Kommunikation über das Angebot ist in den Erstaufnahmezentren offenbar schwierig. Wichtig ist eine Vernetzung der Projekte, am 13. Januar ist z.B. ein Frauenvernetzungstreffen im Caroviertel.

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Begrüßungsrede von Bürgermeister Olaf Scholz im knallvollen Saal der Fischauktionshalle

Nach den Workshops  hielt Olaf Scholz eine Begrüßungsrede und bedankte sich bei allen Ehrenamtlichen für die tolle Arbeit. Im Anschluss erzählten einzelne Initiativen von ihrer Arbeit, u.a. Ehrenamtliche der Kleiderkammer in den Messehallen (Hanseatic Help e.V.), die immer noch eine neue Halle in Hauptbahnhofnähe suchen. In der Kunsthalle übernachten bis zu 50 Flüchtlinge,  und es gibt Hausführungen. Alle Flüchtlinge waren sehr berührt von dem Bild „Mönch am Meer“ von Caspar David Friedrich, der auf das dunkle Wasser blickt.

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Das TeeMobil-Team mit Sami Khokhar

Am beeindruckendsten für mich war der Markt der Möglichkeiten: Die unterschiedlichsten Hamburger Initiativen haben sich dort vorgestellt. Man kann z.B. Vormundschaften oder Patenschaften für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge übernehmen, es gibt Menschen, die neue, bessere Container entwickeln, die Jugendmusikschule war mit Angeboten dabei, die elbmütter, die sich um Familien kümmern, es werden Mentoren und Zeitspender für Kinder gesucht, Integrationskurse angeboten – und Sami Khokhar war mit HelferInnen natürlich auch dabei, um sein TeeMobil vorzustellen. Er hat inzwischen 9 Anlaufstellen, die er beliefert und ist stolz auf seine integrative Arbeit. Die Leute freuen sich darauf, wenn das Mobil abends mit Bananen, Kakao, Keksen und Tee kommt und sind richtig traurig, wenn es mal ausbleibt, weil jemand krank geworden ist . Er sucht deshalb dringend noch mehr MitstreiterInnen … unglaublich, dieses Engagement und diese Vielfalt!

So eine Großveranstaltung soll es nun jedes Jahr einmal geben, es lohnt sich, hinzugehen!

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