Anjes Tjarks bei uns in Wandsbek

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Anjes Tjarks, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rathaus, macht Hamburger Politik lebendig

Anjes Tjarks,  Chef der grünen Fraktion im Rathaus, setzt auf gute Kommunikation. Deshalb unternimmt er eine Dialogtour durch alle Bezirke, der Reihe nach, und heute sind die Wandsbeker dran. Es sollte keine öffentliche Veranstaltung werden, aber alle grünen Wandsbeker Mitglieder waren natürlich eingeladen. 12 waren gekommen, um Anjes Präsentation der ersten sechs Koalitions-Monate zu hören.

Das Thema Flüchtlinge nahm erwartungsgemäß einen großen Raum ein. An diesem Abend und auch im Rathaus, das Thema beansprucht etwa 80% seiner Arbeitszeit, schätzt Anjes.“Die Asylgesetzgebung, die Seele der grünen Partei, wird auf die Probe gestellt“. 35.000 Geflüchtete seien nach Hamburg gekommen, zum Jahresende würden noch 6000 erwartet. Das Problem dabei sei erstmal nicht das Geld, sondern genug Personal zu bekommen, um die Situation bewältigen zu können. Und die Flächen zu finden, auf denen man Unterkünfte bauen kann. Die Behörden versuchen mit allen Mitteln, Flüchtlinge nicht in Zelten unterzubringen. Wenn alles klappt, wie geplant, können in den nächsten zwei Jahren 10.000 Sozialwohnungen gebaut werden.

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12 Leute waren zum etwas anderen „Grünschnack“ in die Kreisgeschäftsstelle gekommen

Zweites großes Thema: Radfahren in Hamburg. 50 km Radwege sollen pro Jahr saniert und gebaut werden. 23 km werden zur Zeit geschafft (vor der Koalition waren es 7!). Die Bezirke bekommen Geld, um Radwege auszubauen. Das Stadt-Rad ist überaus erfolgreich, jedes Rad wird bis zu siebenmal pro Tag gemietet (zum Vergleich: in Berlin nur zweimal). Das zeigt, wieviel Lust die Hamburger und ihre Gäste aufs Radeln haben – Anjes war übrigens auch mit dem Rad von Altona nach Wandsbek gekommen, trotz Nebel und frischer Temperaturen.

In Sachen Olympia betonte Anjes, dass die Stadtplanung einen enormen Schub nach vorn machen würde: die Stadt in der Stadt, der Sprung über die Elbe, entsiegelte Flächen. Auch das Mobilitätskonzept bekäme einen grünen Push. Der Bund hat übrigens noch nicht nein gesagt – und notfalls könne man bis 2017 immer noch alles absagen. Die finanzielle Planung sei, so Anjes, sehr gut abgesichert, seit der Elbphilharmonie rechne man immer mit einem Risikozuschlag.

In Sachen Umweltpolitik seien Lärm und Luftverschmutzung das, was die Menschen in Hamburg am meisten stört. Und auch da gäbe es durch Olympia einen Schub in die richtige Richtung, denn das IOC lege strengere Normen an als die Eu. Hamburg will generell Impulse setzen,  Schiffe sollten gleich mit Katalysator gebaut werden, denn der größte Luftverschmutzer ist der Hamburger Hafen. Und Dächer sollen überall begrünt werden.

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Anjes ließ keine Frage unbeantwortet

Die Kommunikation mit der Uni ist wieder in Gang gekommen und das Referendum in die Verfassung geschrieben. Gewünscht ist die Politik des Gehörtwerdens.

Die Obdachlosen dürfen in der Diskussion um Flüchtlinge auf keinen Fall vergessen werden. 100 zusätzliche Plätze wird es jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit für sie geben.

Die Diskussion ging bis halb elf, keine Frage blieb unbeantwortet, vom Verbraucherschutz  bis zur HSH Nordbank, vom gesundem Essen in der Schule bis zur Sanierung der Neuen Flora. Ein interessanter Abend mit vielen neuen Ein- und Ausblicken. Lieber Anjes, gern mehr davon!

 

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