Grüner Zeitpolitik-Kongress

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Alle Fotos: Linda Heitmann

Ich freue mich, gleich ein bißchen Zeit für ein Eis mit meinen Enkelkindern zu haben“, verriet Katrin Göring-Eckardt, Vorsitzende der grünen Bundestagsfraktion, den rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Zeitpolitik-Kongresses unter dem Motto „Raus aus dem Hamsterrad“ bei ihrer Begrüßung am Samstagvormittag in Berlin. Unter ihnen auch Linda Heitmann, Geschäftsführerin der Grünen in Wandsbek.

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Kathrin Göring-Eckhardt freut sich auf Zeit mit ihren Enkelkindern

Kathrin Göring-Eckhardt bekam für ihren Eiswunsch viel Applaus, denn zu der übergeordneten Kongressfrage „Wie schaffen wir es, mehr Zeit zu haben – mehr Zeit für Kinder, für Pflege, für Arbeit, Familie, Freizeit und Erholung?“ passte Göring-Eckardts frei geschaufelte Zeit für den Enkel-Ausflug perfekt.

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Trotz schönen Wetters wurde drinnen konzentriert gearbeitet

Alle anderen jedoch blieben trotz sonnigen Wetters bis in den späten Nachmittag auf dem Berliner GLS-Campus, um kurzen thematischen „Zwischenrufen“ verschiedenster Referentinnen und Referenten zu lauschen. Und um in insgesamt 8 Workshops rund um die Themen Familienpolitik, Gleichstellungspolitik, Arbeitsmarktpolitik und Demokratie zu erarbeiten, wie sich Zeit im Alltag nach grüner Vorstellung besser nutzen und verteilen lässt.

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Das grüne Leitsystem auf dem GLS-Campus war nicht zu übersehen

Dabei waren die Workshops an sich sehr unterschiedlich. Teilweise stellten Bundestagsabgeordnete sehr konkrete, in den letzten Monaten erarbeitete, neue Konzepte vor und holten sich dazu Feedback und Kritik der Teilnehmer ab. So zum Beispiel Katja Dörner und Franziska Brandtner, die ein neues grünes Elternzeit-Modell präsentierten, das soziale Gerechtigkeit und mehr Gleichberechtigung in Partnerschaft und Familie bringen soll. Die Reaktionen dazu waren weitgehend positiv – auch wenn man es vermutlich nie schaffen wird, allen grünen Zielen in einem einzigen Modell voll gerecht zu werden, wie einige kritisch anmerkten.

Nach leckerem „Chili sin carne“ sowie würziger Kartoffelsuppe in den Liegestühlen und Bierbänken in der Sonne ging es hochkonzentriert weiter.

Etwas offener gestaltete sich in der zweiten Workshop-Phase die Diskussion zum Thema „Zeit für… mehr Selbstbestimmung der Beschäftigten“ mit der Abgeordneten Beate Müller-Gemmecke. Ganz in ihrer Funktion als Sprecherin für ArbeitnehmerInnenrechte diskutierte sie in ihrem Plenum zum Beispiel die Frage, welche Gefahren für Angestellte im vielfach hochgelobten „Homeoffice“-Konzept stecken und wie sich Zeitplanung für Menschen mit so genannten „Arbeitsabruf“-Verträgen besser gesetzlich regeln lässt.

Ein Ziel hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des spannenden Zeitpolitik-Kongresses vor Augen: den großen Bundesparteitag in Halle Ende November. Dort soll ein umfassender Antrag zur Zeitpolitik beschlossen werden, der all die Kongress-Ergebnisse umfasst und zusammenführt. Seien wir gespannt, was wir darin lesen können und wieviel Zeit für seine Diskussion eingeplant wird! 🙂

 

 

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