Gesundheits-Diskussion im Rathaus

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Das Bezirke-Treffen soll jetzt regelmäßig dreimal im Jahr stattfinden

Christiane Blömeke hatte zum Treffen Gesundheit, Pflege, Senioren ins Rathaus eingeladen – und aus jedem Bezirk und von den Grünen Alten waren VertreterInnen gekommen. 1. Tagesordnungspunkt: Wie sieht es aus mit der gesundheitlichen Versorgung der Flüchtlinge? Überraschung: Dafür ist nicht die Gesundheitsbehörde verantwortlich, sondern die Innenbehörde. Alle Flüchtlinge bekommen eine Gesundheitskarte der AOK Bremen/Bremerhaven für die Regelversorgung, mit leicht eingeschränkter Leistung. Leider kommt es zum Stau bei den Erstuntersuchungen, die bislang zentral in Harburg und Altona stattfinden. Dadurch können sich ansteckende Krankheiten wie Masern oder auch Krätze schnell ausbreiten. „Um dem entgegenzuwirken“, so Christiane, „hat der Senat Fördern und Wohnen (als Betreiber der Einrichtungen) sowie die Ärztekammer aufgefordert, ärztliche Untersuchungen auch direkt in der Unterbringung abzuhalten. Das ersetzt zwar noch nicht die Eingangsuntersuchung, kann aber dazu beitragen, dass problematische Krankheiten rechtzeitiger erkannt werden.“

Es wird zusätzliches Geld geben, das u.a. in mehr Hebammen und Aids-Beratung fließen soll. Jasper Kien aus dem Bezirk Nord berichtet von einem interessanten Ansatz aus Neumünster: Dort werden geflüchtete Ärzte in die Arbeit eingebunden.

Die Grünen Alten möchten zum Tag der älteren Menschen im Oktober eine Aktion mit Flüchtlingen machen, über 50-Jährige sind oft gesundheitlich extrem angeschlagen. Es fehlen aber Zahlen, wieviele ältere Flüchtlinge überhaupt kommen.

Weiter ging es mit der bezirklichen Seniorenarbeit (was passiert eigentlich in Wandsbek, dem Stadtteil mit den meisten Senioren in Hamburg?) Wieviele Seniorentreffs gibt es überhaupt, was wird dort gemacht? Ingo Lembke aus Altona berichtet von spannenden Projekten in Altona und Lurup. Ältere Menschen suchen heute keinen Kaffeeklatsch in den Bezirken, sondern wollen aktiv sein, in Mehrgenerationen-Projekten mitarbeiten. Die Konzepte und Studien des Senats sind seiner Meinung nach sehr gut, es fehlt aber überall Geld für die Umsetzung.

Viele spannende Themen wurden angerissen, zum Schluss ging es noch um die Anhörung am 24. September zur Cannabis-Legalisierung und das Versorgungsstärkungsgesetz (angeblich haben wir eine Überversorgung an niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten, die SPD möchte Praxen reduzieren). Christiane hat mit großer Disziplin moderiert – und alle wünschten sich am Ende eine kontinuierliche Fortsetzung der Gespräche.

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