Sommerfest mit Achmed und Mahbub

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Die Flucht aus Eritrea hat 7 Monate gedauert – die Flüchtlinge hatten unterwegs oft tagelang nichts zu essen und nur wenig zu trinken

”Ich bin zusammen mit einer Freundin aus Eritrea geflüchtet. Zuerst sind wir zu Fuß in einem Tag nach Äthiopien. Wir mussten bei Tageslicht laufen, denn nachts wurde geschossen. In Äthiopien waren wir für drei Monate in einer Flüchtlingsunterkunft. von dort sind wir teils zu Fuß und teils per Auto in sieben Tagen in den Sudan. Von dort weiter mit dem Auto nach Libyen. Das hat 14 Tage gedauert. In Libyen bin ich mit vielen, vielen anderen Eritreern ins Gefängnis gekommen, weil wir keine Papiere hatten. Im Gefängnis haben um 16.00 Uhr eine Scheibe Brot und einen kleinen Schluck Wasser bekommen, sonst nichts. Im Gefängnis war ich 3 Monate. Dann bin ich mit vielen Menschen in einem kleinen Boot nach Italien. Viele Menschen sind dabei gestorben. Für die Fahrt musste ich nichts bezahlen, ich hatte auch nichts, außer meiner Kleidung. Von Italien bin ich mit dem Zug direkt bis nach Hamburg gekommen. Für eine Woche war ich in der Feuerbergstraße… und von dort kam ich in den Petunienweg. Meine Flucht dauerte sieben Monate…. Auf meiner Flucht habe ich viele tote Menschen gesehen auch viele Menschen…, die sterben.“

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Afghanistan 1972 – die Mädchen gehen selbstverständlich zur Schule

Das schreibt ein junger Eritreer aus dem Petunienweg. Seine Geschichte hängt in einem kleinen Ausstellungsraum, wie auch Fluchtwege und beeindruckende Bilder – zum Beispiel aus Afghanistan, die Achmed und Mahbub mir gleich zeigen. Beide sind sehr froh, in Deutschland zu sein und würden gern hier bleiben. Das Wetter, auch den Regen, finden sie toll. Und die netten Nachbarn; beide lernen seit fünf Monaten fleißig deutsch und Achmed darf nach den Ferien in die Schule. Einmal in der Woche skypen sie mit ihren Eltern. Achmed meint, er habe zwei Mütter, die eine sei zu Hause, die andere sei Mahbub, sein älterer Bruder.

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Im Hof der Ersteinrichtung wird gegrillt, Kuchen gegessen und viel geredet

Die Jugendlichen versorgen sich selbst, leben in kleinen Gruppen mit 5 bis 10 Jungs in einer Gemeinschaft. 52 Euro bekommen sie pro Person, um Lebensmittel und alles, was sie brauchen, kaufen zu können. 15 Betreuer arbeiten im Petunienweg, auch nachts ist immer jemand da. Nach 5 bis 7 Monaten werden sie voraussichtlich in eine Wohngemeinschaft ziehen, darauf freuen sich alle sehr.

Die Afghanen trommeln und tanzen ausgelassen und fröhlich – und zumindest heute ist alles, was hinter ihnen liegt, vergessen.

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