Lost in Wandsbek

Volksdorf

Wo geht es zur Farmsener Landstraße?

Ich fahre gern mit dem Rad, auch weitere Strecken. Zum Beispiel von Volksdorf in die Stadt. Es gibt auch einen ganz schönen Weg dorthin, der nur durch Grün führt, bis zur Außenalster. Das Problem: Ich finde ihn nicht.

Es gibt nämlich im Bezirk Wandsbek auf dieser Strecke so gut wie keine Beschilderungen – also, Verbotsschilder gibt es schon, aber kein einziges Schild, das den Weg zur Innenstadt angibt. Das hat zur Folge, dass ich statt der eigentlich benötigten 90 Minuten oft zwei Stunden unterwegs bin. Ich hab deshalb beschlossen, meine Kritik auf der Online-Beteiligungs-Plattform http://www.fahrrat-wandsbek.de hochzuladen (geht bis Ende Juni). Und bin den Weg in die Innenstadt zusammen mit meiner Familie mit Block und Bleistift systematisch abgefahren.

Von Volksdorf aus geht es am Amalie-Sieveking-Krankenhaus vorbei in den Wald und quer rüber zur Farmsener Landstraße. Ein schöner Weg, der allerdings abends nicht beleuchtet ist – wie fast die gesamte Strecke. Für den Rückweg braucht man also starkes Licht, wenn man nicht nur an den Hauptstraßen entlang fahren möchte – was mir einfach keinen Spaß macht, auch nachts nicht.

FarmsenerLandstraße

Der hubbelige Radweg in Farmsen

BerneKriegkamp

Viele parkende Autos im Kriegkamp

 

An der Farmsener Landstraße wird es kurzzeitig arg hubbelig, der Radweg wölbt sich über dicken Wurzeln. Drüben auf der anderen Straßenseite fahr ich Richtung Berne, durch den Kriegkamp. Der hat einen markierten Radweg auf der Straße, der allerdings relativ schmal ist. Rechts von mir parken sehr viele Autos. Wenn ein Fahrer unbedacht die Tür öffnet, könnte ich nicht ausweichen. Rechts geht es ab zum Weg, der an der Bahn entlang führt. Er ist gepflastert und uneben, aber immerhin gibt es zum ersten Mal Laternen, die allerdings recht weit auseinanderstehen.

Am Ende der Bahnstrecke frag ich mich, wo es weitergeht. Trial und error, ich fahr Richtung Knill und komme zum Kleingarten. Und jetzt? Motorisierte Fahrzeuge dürfen nicht rein, da gibt es eindeutige Schilder, aber Radler? Schrebergärten - Radeln erlaubt?Ich radel weiter und treffe zum Glück niemanden. Am Rahlstedter Weg geht es über eine Sprunginsel hinüber, dann gibt es zwei Möglichkeiten, weiterzufahren. Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass ich mich links von der Berner Au halten muss, Schilder gibt es – klar – keine.

Vorbei am Sportplatz, immer geradeaus, komm ich zum Kupferteich. Ich fahr über eine kleinere Straße hinüber, erreiche dann meine Lieblings-Verfahr-Stelle: das Gebiet zwischen Waldwinkel und Naturbad Ostende. LieblingsverfahrstelleZwischen den Auen, Seeblick, Wandsepromenade heißt es hier, wunderschöne Gegend – aber ohne nette Menschen, die weiterhelfen, ist man völlig verloren in den unterschiedlichsten Schrebergärten. Und nicht alle Kleingärtner haben Verständnis für herumirrende Radlerinnen…

Grünring11Ich schlag mich durch, komme an eine Hauptstraße und sehe kleine Schilder (wow, tatsächlich!), die aber leider nur nach links und rechts zeigen: Grüner Ring 11. Aha. Ich will weder zum Friedhof Ohlsdorf noch zum Öjendorfer Park, sondern in die Stadt.

Wieder quere ich eine der zahlreichen Straßen, deren Bordsteine zum Glück meist abgesenkt sind und komme zum Botanischen Garten. Fahr weiter zum Eichtalpark, über die Wandsbeker Allee rüber. Hier muss man einen Schlenker machen, um eine Ampel zu finden, sonst hat man keine Chance, auf die andere zugewachsenes SchildSeite zu kommen. Es gibt tatsächlich ein kleines, unter Baumgrün verstecktes Schild, das ich eine Zeit studieren muss, bevor ich es verstehe. Dort steht zum ersten (und einzigen Mal): Alster!

Später geht’s über die Wandsbeker Königstraße, am Büro der Geschäftsstelle vorbei durch den Mühlenpark Richtung S-Bahn Friedrichstraße.

EilbekUnd dann, im Eilbektal, macht Radfahren so richtig Spaß! Ein markierter Veloweg, abgetrennt von den Spaziergängern, es radelt sich fast von allein, links und rechts auf den Wiesen wird gegrillt, eine Stadtrad-Station, eine Straße nur für Radler RadStation– und an der Ecke ein netter Grieche, bei dem man draußen sitzen kann. Sommer in der Fahrrad-Stadt Hamburg! Na ja, bis dahin ist es noch ein weiter (Rad-)Weg, aber der Anfang ist immerhin gemacht.

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