Der olympische Zug rast auf Hamburg zu

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Olaf Duge und Jens Kerstan erzählen vom olympischen Feuer. Links Susanne Zechendorf, Ex-Fraktionsvorsitzende der Wandsbeker Grünen, rechts Stefan Heymann, LAG Bauen, Planen, Wohnen

 

Man kommt sich schon ein bisschen verloren vor, wenn man den üppig dekorierten Bürgersaal im Hamburger Rathaus betritt, in dem sich 13 Grüne  zur Sitzung der LAG Bauen, Planen, Wohnen versammelt haben. Eingeladen vom Wandsbeker Bürgerschaftsabgeordneten Olaf Duge, um mit Umwelt-Senator und neuem Chef der Umweltbehörde, Jens Kerstan, das Thema Nachhaltigkeit bei Olympia zu diskutieren. „Wir mussten erstmal darum kämpfen, dass wir überhaupt in den entscheidenden Gremien dabei sein konnten,“ erfuhren wir von Jens. „Wir sind quasi auf einen Zug aufgesprungen, der sich mit Höchstgeschwindigkeit auf Olympia zubewegt. Wir versuchen jetzt, die Weichen richtig zu stellen.“ Inzwischen sitzt deshalb in jeder wichtigen Olympia-AG ein Mitglied der Umweltbehörde. „Während wir noch dabei sind, bestimmte Zusammenhänge zu verstehen und Konsequenzen abzuwägen, sind die Entscheidungen dafür oder dagegen oft schon durch. Täglich kommen neue Aspekte dazu. Klaus Töpfer hat diese Woche in einem kurzfristig einberufenen Nachhaltigkeitsworkshop zum Beispiel danach gefragt, was die Olympiade in Hamburg denn eigentlich für die Welt bedeute. Was sei mit den Partnerstädten Hamburgs, zum Beispiel mit Daressalam? Wie könnten wir eine afrikanische Stadt einbinden? Und setzte hinzu: Wie glaubwürdig unsere Willkommens-Kultur bei dem globalen Event sei, würde auch daran gemessen, wie wir in Hamburg mit Flüchtlingen umgingen…

Bürgersaaö

Der Bürgersaal im Hamburger Rathaus

Aber im Moment, so Jens,  sei ja noch nicht einmal klar, ob wir die Klappbrücke oder den Tunnel wollen, wie wir Klimaneutralität erreichen können, wie die Nachnutzung des etwa 400 Millionen teuren Olympia-Bades aussehen könnte, wo schon heute viele Bäder nicht besonders erfolgreich seien… Je genauer die Planung jedoch sei, desto genauer auch die Kalkulation. Zum Referendum, so Jens, könnten wir deshalb lediglich einen Kostenkorridor angeben. Wir sollten vor dem Referendum auf jeden Fall noch eine Mitgliederversammlung einberufen, um unseren grünen Standpunkt auf Grundlage der Fakten neu zu bestimmen. Und uns eins klarmachen: Bis zum endgültigen Zuschlag durch das Olympische Komitee können wir immer noch aussteigen, wenn wir merken, die Kosten laufen uns davon.

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