Flüchtlinge in Wandsbek: Grünschnack diskutiert Integrationskonzept

20150605_210905Na, das war mal ein außergewöhnlicher Grünschnack. Vorstandsmitglied Wilhelm Bauch erläuterte das Integrationskonzept Wandsbek und es gab gleich eine vielfältige Diskussion. Es kamen eine Menge Informationen zusammen, da viele Leute ihre persönlichen Erfahrungen eingebracht haben. Das Wichtigste aber war, dass wir Kontakte knüpfen konnten. Ich hoffe, dass wir uns künftig gegenseitig besser informieren und unterstützen können.

Einen außergewöhnlichen Abschluss fand der Abend in einem spontanen Besuch einer Flüchtlingsunterbringung in der Nähe. Das neue Camp besteht aus zweischichtigen Containerbauten und einem Hof aus frisch verlegtem Betonpflaster. An den Rändern Kies – keine Erde, kein Pflänzchen, kein Busch, kein Baum. Nicht einmal ein Löwenzahn. Der Hofplatz wäre immerhin geeignet für einen kleinen Fussballkick der hier ansässigen Kinder. Aber da gibt es dieses Schild: „Fußball spielen verboten!“. Es wurde angebracht, nachdem sich Nachbarn beschwert hatten. So beginnt also die Integration in die Bürgergesellschaft des Fußballweltmeisters. Kaum sind wir auf dem Gelände, hat Lena ein kleines Mädchen auf dem Arm. Eine dunkelgelockte „Zuckerpuppe“, die gar nicht mehr loslassen möchte. Kaum ist sie wieder unten, sitzt sie schon bei Herdis auf dem Arm. Wir sprechen mit der Mutter. Der Vater ist tot, die anderen Kinder sind noch im Heimatland bei der Oma. Tränen. Sie holt ihre Papiere, einer von uns ist Flüchtlingsanwalt. Unser Rechtsstaat scheint keine Möglichkeit zu kennen, die Kinder nachfolgen zu lassen. Auf dem Rückweg denke ich an das kleine Mädchen. Was ist seine Zukunft? Im besten Fall wird sie zur Schule gehen, eine gute Ausbildung machen und ein wertvolles Mitglied unserer Bürgergesellschaft werden. Das wäre gelungene Integration. Ob es so kommt? Es liegt in unserer Hand.

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