3 Fragen an Dr. Ursula Martin

Ulla

Dr. Ursula Martin, grüne Sprecherin im Ausschuss für Umwelt in Wandsbek

Ulla, was hat sich in Wandsbek verändert, seitdem es auch im Rathaus eine rot-grüne Koalition gibt?

Ich weiß gar nicht, ob sich dadurch so viel verändert hat. Es sitzen in Wandsbek inzwischen andere Leute in den Ausschüssen und man kann sagen, dass generell das Miteinander zwischen Grünen und SPD in Umweltfragen gut ist. Als es zum Beispiel darum ging, bei der Umgestaltung des Mühlenteichparks die alte Platane am Spielhaus zu erhalten, waren der SPD-Kollege Rainer Schümann und ich uns sehr schnell einig.

Stimmt es, dass die Koalition beschlossen hat, Herbizide einzusetzen?

Es geht um die Ausbreitung des Riesenbärenklaus – auch Herkulesstaude genannt. Er kommt eigentlich gar nicht aus Europa, hat sich hier aber festgesetzt, weil er sich sehr schnell verbreitet. Eine einzige Pflanze kann bis zu 20.000 Samen produzieren, die eine sehr lange Keimfähigkeit im Boden besitzen. Problematisch ist auch, dass er in Verbindung mit Sonne schwere allergische Reaktionen herrvorufen kann, von Hautverbrennungen bis zum Asthma. Am Hummelsbütteler Berg lassen sich die Pflanzen wegen des steinigen Untergrunds schlecht ausgraben – deshalb haben wir uns hier in der Tat schweren Herzens entschlossen, gezielt Herbizide zuzulassen. Negative Auswirkungen auf andere Pflanzen erwarten wir nicht, da in der Nähe des Riesenbärklaus sowieso kaum etwas anderes wächst.

Was sind deine nächsten Projekte?

Wir wollen bei der Nachpflanzung von Straßenbäumen möglichst viele heimische Bäume pflanzen. Das Problem: Die Versiegelung großer Bodenflächen bei der Bebauung, die Strahlungswärme der Häuser und auch der Klimawandelt haben die Wachstumsbedingungen für Bäume verändert. Wissenschaftler sind deshalb auf der Suche nach Bäumen, die mit großer Trockenheit und unserer Kälte im Winter klarkommen – und haben dabei z.B. Bäume wie Ginkgo und Gleditschien (Lederhülsenbäume) entdeckt. Sie sind anspruchslos, haben wenig Laub, machen dadurch wenig ”Dreck“ und verdecken die Läden entlang der Straßen nicht so sehr, was Geschäftsleute freut. Vergessen wird dabei total der Artenschutz; wenn es immer weniger heimische Bäume gibt, verlieren bestimmte Tierarten damit ihren Lebensraum. Wir arbeiten deshalb an Vorschlägen für einen Kriterienkatolog für die Neupflanzung von Bäumen, der den Artenschutz mit einbezieht.

Und das neueste Projekt ist die Förderung von Solarenergie für die Straßenbeleuchtung. Wir wollen ein Testprojekt machen und suchen noch nach einem geeigneten Standort. Der Ort darf noch nicht verkabelt sein, weil das Aufstellen der Leuchten billiger sein sollte als das Verlegen neuer Kabel. Also wenn jemand eine Idee hat, bitte unbedingt bei mir melden http://www.gruene-wandsbek.de/index.php?id=37

Verwandte Artikel