3 Fragen an Christiane Blömeke

Christiane

Christiane im Wandsbeker Büro

Christiane, du bist jetzt stellvertretende Fraktionsvorsitzende , was hat sich persönlich für dich dadurch verändert?

Noch ist für mich vieles neu. Ich bin jetzt direkt an Entscheidungsprozessen beteiligt bin und trage mehr Verantwortung. Ich hatte ja schon vorher nicht wenige Termine als Fachsprecherin für Gesundheit, Pflege, Verbraucherschutz, Sport und Olympia. Jetzt kommen aber viel mehr Gesprächsrunden dazu: Wöchentlich wiederkehrend sind Sitzungen mit unseren grünen Senatoren und Katharina als zweiter Bürgermeisterin, Sitzungen mit der SPD und unsere interne Fraktionsvorstandssitzung. Außerdem kümmere ich mich um die neuen Abgeordneten unserer Fraktion, die zu Anfang doch noch einige Fragen haben. Schon nach den ersten Wochen kann ich sagen, dass es nicht zu schaffen ist, neben meiner politischen Arbeit noch einen regelmäßigen Job auszuüben, mein ganzer Tag ist ausgefüllt. Nachmittags und abends kommen Ausschusssitzungen, Bürgerschafts- und andere Termine als Abgeordnete dazu. Das einzige, das ich jobmäßig noch mache: Einmal in der Woche zeige ich Schulklassen oder Kindergärten, wie auf dem Wohldorfer Hof Biomilch gewonnen wird; und vereinzelt übernehme ich Moderationsaufträge.

Welchen Einfluss hat das auf grüne Politik in Wandsbek?

Mein Heimatbezirk Wandsbek profitiert von meiner neuen Arbeit als Fraktionsvize. Als sehr zielführend haben sich hier schon direkte Kontakte zu den SenatorenInnen und vor allem zum Fraktionschef der SPD, Andreas Dressel, bewiesen. So manche Themen konnten wir auf kurzem Wege unterstützen. So ist zum Beispiel Bewegung in das Tauziehen um den Erhalt des Stadtteilcafes Steilshoop gekommen. Auch die Möglichkeit, in der Behörde eine direkte Auskunft zu erhalten, kann dazu beitragen, Wandsbeker Themen schneller zu klären. Als Opposition ist es meine Aufgabe gewesen, Missstände aufzudecken und den Senat zum Handeln zu bringen. Als Regierungsfraktion sind die Entscheidungen weitreichender. Wenn nun Anträge entwickelt, abgestimmt und verabschiedet werden, dann werden sie als Auftrag an den Senat umgesetzt. Sind real. Das ist ein ganz anderes Gefühl als in der Opposition, wo wir gute Anträge oft für den parlamentarischen Papierkorb geschrieben haben. Für mich persönlich ist das aber nicht mit mehr Präsenz in der Presse verbunden. Im Gegenteil. Oft werden zu Fachthemen die SenatorenInnen gehört und von den Abgeordneten eher die Oppositionsabgeordneten. Aber das stört mich nicht.

Du bist im April umgezogen nach Winterhude – kannst du die Wandsbeker Interessen wie bisher vertreten?

Natürlich bin ich nach meinem Umzug meinem Bezirk Wandsbek treu. Meine Wurzeln bleiben in den Walddörfern – politisch und persönlich. Ich habe 32 Jahre dort gewohnt. Davon 28 Jahre in Ohlstedt- solche Wurzeln werden nicht einfach gezogen, nur weil jetzt ein neuer Lebensabschnitt in der Stadt dran ist. Die Entscheidung zum Umzug war ein langer Prozess und absolut kein Schnellschuss. Mir ist einfach zunehmend bewusster geworden, dass ich nach dem Tod meines Mannes vor sieben Jahren und dem Auszug meiner drei Kinder, die nun junge Erwachsene sind, einen neuen Lebensabschnitt anfangen wollte. Dazu hat auch mein neuer Partner beigetragen. Und so haben wir uns in Winterhude in einer neuen Wohnung zusammen neu eingerichtet. Ich bin aber froh, dass ich regelmäßig in den Walddörfern oder in Ohlstedt bin, denn sonst würde mir vielleicht doch die Natur fehlen. Die Interessen von Wandsbek oder von meinem Wahlkreis kann ich auch aus Winterhude vertreten. Vieles läuft ja über das Internet, da ist es egal, wo ich bin und im Übrigen: Ich bin von meinem neuen Wohnort schneller in unserem Wandsbeker Geschäftsbüro als aus Ohlstedt. Ich bin ja nicht in ein anderes Land, sondern nur in einen anderen Stadtteil gezogen. Ich bin selber gespannt, wie mir das Leben in der Stadt langfristig gefällt. Bislang kann ich sagen: es war die richtige Entscheidung.

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