Simone Peter in Wandsbek

Simone Peter mit Michael, Maxi, Christa und Ottfried vor dem neuen Flüchtlingsheim in Farmen

Simone Peter mit Michael, Maxi, Christa und Ottfried vor dem neuen Flüchtlingsheim in Farmen (von rechts nach links)

Simone+Ario

Simone Peter und Ario im Kulturcafé bei Butterkuchen und Donauwellen

Im November noch gab es heftige Auseinandersetzungen um die Aufnahme neuer Flüchtlinge im Farmsen. Etwa 350 waren schon da, 400 sollten nun dazukommen.  Jetzt waren die Bundesvorsitzende der Grünen Simone Peter zusammen mit Ario (aus ihrem Büro) aus Berlin angereist, um sich zusammen mit Dennis, Michael, Maxi und anderen Grünen WandsbekerInnen die neue Flüchtlingsunterkunft anzuschauen. Bedingung des Heims: keine Fotos!

Trauriger Zufall: die serbische Familie, die wir im Heim besuchen, hat gerade ihren Abschiebungs-Bescheid bekommen. Der Heimleiter erklärt: „Die Familie hat versucht, ohne Anwalt klarzukommen. Das hat möglicherweise nicht funktioniert. Der Frau wurde in ihrer Heimat Gewalt angetan, die Familie hat sich distanziert. Jetzt haben sie niemanden, der sie vorübergehend aufnehmen kann. Sie werden also zurück in Serbien mit ihren Kindern mitten im Winter auf der Straße stehen.“

Wie gut: Dennis kennt einen grünen Anwalt, der sich auf Asylrecht spezialisiert hat – ihm will er die Akte gleich morgen noch einmal vorlegen. Vielleicht kann er helfen. Der Familienvater hat Tränen in den Augen, als er sich verabschiedet: „Sie wissen gar nicht, was es mir bedeutet, dass Sie mir zuhören und mir helfen wollen.“ Wir drücken ganz fest die Daumen.

Zum Glück: Die anfängliche Ablehnung gegen das Heim hat sich gelegt. Ganz im Gegenteil, es gibt in Farmsen (wie generell in Hamburg) sehr viele hilfsbereite Menschen – so viele, dass die Heimleitung schon bremsen muss: „Die Flüchtlinge sollen hier erstmal ankommen, dann kann es nach einigen Wochen losgehen mit der Nachbarschaftshilfe.“ Gebraucht werden Menschen für die Alltagsbegleitung, die mit zu Behörden und Ärzten gehen.

jetzt

Fototermin vor dem Kulturcafé Jetzt mit Simone und Mariana sowie Michael, Wilhelm, Dennis, Heinrich, und Betreiber Martin (ganz links)

Anschließend ist ein Gespräch im Kulturcafé „Jetzt“ in Steilshoop geplant. Bei Kaffee und Kuchen erzählen Betreiber Martin Kersting und Mariana Fernandez Martins vom Stadtteilbeirat von den Problemen in Steilshoop: die Schule habe immer weniger Kinder, ein Großteil der Wohnungen seien (leider während der rot-grünen Regierung Schröder/Fischer) privatisiert und gehören nun der GAGFAH, die sich nicht kümmere. Jetzt sollen Wohnungen modernisiert und Mieten erhöht werden. Simone räumt ein, dass nicht alles während Rot-Grün gut gelaufen sei – und schlägt eine Zusammenarbeit vor – in Berlin habe man viel Erfahrungen mit solchen Wohnungsunternehmen.

Zum Schluss möchte Mariana von Spitzenkandidat Michael wissen, was die Grünen für den Stadtteil tun werden, wenn sie Regierungsverantwortung hätten. Klar, die Rechtslage kann so schnell nicht geändert werden, aber Michael erklärt, dass er sich gern als Sprachrohr des Stadtteilbeirates fühlen würde und auf eine enge Zusammenarbeit setzt.

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