Christiane Blömeke, Till Steffen und Jens Kerstan mit Harry von Borstel

Sportliche Diskussion

Christiane Blömeke, Till Steffen und Jens Kerstan mit Harry von Borstel

Christiane Blömeke, Till Steffen und Jens Kerstan mit unserem Kreisverbands-Vorsitzenden Harry von Borstel

Die Fragestunde war hochkarätig besetzt, drei Bürgerschaftsabgeordnete standen Rede und Antwort in Sachen Olympia: Befürworter und Fraktionsvorsitzender Jens Kerstan (ja, aber…), Olympiagegner und verkehrspolitischer Sprecher Till Steffen (nein, es sei denn…) sowie Sportsprecherin Christiane Blömeke, die in die Diskussion einführte und auf  die Internet-Seite 13 Fragen und Antworten zu Olympia  verwies, auf der sich jeder schlau machen könne.

Jens Kerstan: Olympia ja, aber...

Jens Kerstan: Olympia ja, aber…

Alle drei Abgeordnete outeten sich als sportbegeisterte Grüne – und Jens Kerstan sagte klipp und klar: „Olympia wird etwas kosten, egal, wie man es macht!“ Aber man solle doch bitte nicht vom Spielfeld gehen, bevor das Spiel begonnen habe: „Olympia kann eine Chance für Hamburg sein, wenn die Bedingungen stimmen. Es geht natürlich nicht, dass das Finanzkonzept erst nach der Wahl im Februar vorgelegt wird, so wie es der Senat vermutlich vorhat!“ Die Zahlen müssten belastbar sein, wenn per Referendum abgestimmt werde. Die Leute dürften nicht die Katze im Sack kaufen müssen. „Im Dezember wird man allerdings wissen, wie die Bedingungen des IOC aussehen und spätestens dann werden wir uns festlegen müssen. Bis dahin sollte die Debatte genutzt werden, um für grüne Ideen zu streiten. Wenn das nicht gelingen sollte, wäre ich der erste, der sagt, es geht nicht!“ Jens Kerstan warnte aber davor, zu früh nein zu sagen – sogar die Organisation ‚(N)Olympia‚ hätte das zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht getan.

Till Steffen: Olympia nein, es sei denn...

Till Steffen: Olympia nein, es sei denn…

Till Steffen fragte sich dagegen, ob wir überhaupt in der Lage seien, unabsehbare Risiken von der Stadt fernzuhalten? Müssten wir durch die finanzielle Verpflichtung durch Olympia nicht ganz viele andere Dinge, die für Hamburg wichtig sind, hinten anstellen? Schließlich seien wir in Hamburg gebrannte Kinder mit der Elbphilharmonie. Jetzt seien natürlich alle schlauer und man könne hoffentlich ein ähnliches Projekt steuern. Bei Olympia sei aber alles anders, weil die Stadt nicht alleine handeln könne. Da ginge es deshalb nicht um eine nachhaltige Stadtplanung und Kostenersparnis, sondern um möglichst viel öffentliche Aufmerksamkeit für den Sport. Die Stadt sei im Wettbewerb mit anderen Städten und der IOC mache konkrete Vorgaben, was die Stadt zu ändern habe, wenn sie im Spiel bleiben wolle. „Wenn wir im Mai in Hamburg für Olympia abstimmen müssen, werden wir also die tatsächlichen Kosten nicht kennen. Denn die Verhandlungen mit dem IOC haben dann ja noch gar nicht begonnen.“ Das IOC wolle z.B. Olympic Lanes, also eigene Fahrspuren für die sogenannte olympische Familie (IOC, Sportfunktionäre und Athleten, insgesamt einige tausend Menschen). Wir seien aber weit entfernt davon, so etwas in Hamburg umsetzen zu können. Schließlich sei man hier immer von Fußverkehr ausgegangen. Wir hätten also viele finanzielle Risiken und ein enges Zeitfenster. Deshalb sollten wir uns für 2024 nicht bewerben. Und das sollten die Wählerinnen und Wähler auch schon mit unserem Wahlprogramm wissen. Einen möglichen Kompromiss nannte Till Steffen zum Schluss: „Wir könnDSCN4133ten zwei Ausrichterstädte haben. Von Hamburg nach Berlin sind es gerade mal eineinhalb Stunden. Das würde das Risiko, das man auf einer Infrastruktur sitzen  bleibt, die man gar nicht braucht, ganz deutlich reduzieren.“

Nach den Statements folgte eine lebhafte Diskussion, so dass die anschließende Mitglieder-Versammlung mit leichter Verspätung begann.

Mehr Infos zu Olympia siehe auch unter Olympia-Antrag LandesvorstandOlympia-Änderungsantrag LMV und drei Fragen zu Olympia oder in unserer Olympia-Übersicht.

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