Spannende Landesmitgliederversammlung

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Alle Kandidaten fürs Spitzenteam waren aufgeregt, als sie ihre Rede hielten. Katharina Fegebank sagte gleich, dass sie normalerweise ja viel und gern spräche, egal vor wem und vor wie vielen – aber heute hätte sie schon ein bisschen Angst! Ihr Ziel sei auf jeden Fall, die absolute Mehrheit der SPD zu knacken: „wir wollen keine Sättigungsbeilage der SPD auf dem Koalitionsteller sein! Ich bin heiß auf Wahlkampf, also lasst uns raus auf die Straße, noch 141 Tage bis zur Wahl, lasst uns ab Montag jeden einzelnen Tag davon nutzen!“ Dafür gab es standing ovations und 184 Stimmen für sie als Spitzenkandidatin, das waren 90,2 % aller Mitglieder der LMV! Dann war Jens Kerstan dran. Er stellte einfach mal die Frage: wie unterscheiden sich denn Jens Kerstan und Till Steffen? Schließlich sei eins bei den Grünen klar: hier gäbe es keine Programmdirektoren. Das Wahlprogramm wird von den Mitgliedern gestaltet, und daran müssen sich sowieso alle halten. Wichtiger sei deshalb: wer von beiden könnte die Stadt für Grün überzeugen? „Manche sagen, für einen Politiker bin ich viel zu direkt, zu impulsiv, zu sehr ‚hau drauf“. Aber: ich steht mit Herz und Leidenschaft für grüne Ziele!“ Till verglich im Anschluss die SPD mit einem Brachiosaurus. Das seien die Dinosaurier mit den langen Hälsen, die sich nur ganz langsam bewegten, wenn die Weidegründe nicht mehr fett genug seien (Zwischenruf: „immerhin sind sie Veganer!“). Es fehlten immer noch Sozialwohnungen. Für die U-Bahn gäbe es eine Pseudoplanung, um nicht zugeben zu müssen, dass das Nein zur Stadtbahn ein Fehler war. Dabei gäbe es längst einen Trend weg vom Auto. In Kopenhagen sagten die Menschen zum Beispiel, sie fahren Rad, weil es schnell, günstig, gesund und schön sei, so den Tag zu beginnen.  „Das müssen wir nutzen, die Menschen wollen etwas für sich selbst tun! Ich habe den Ruf, ein guter Stratege zu sein, mich interessiert die Nachricht hinter der Nachricht. Ich gelte vielleicht als etwas unterkühlt. Ich höre aber erstmal zu – und dann rede ich laut und deutlich. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Vor der Wahlurne bildeten sich im Anschluss an die Reden lange Schlangen – die Abstimmung war knapp: 131 Stimmen für Jens, 124 für Till. Damit sind Jens und Katharina das neue grüne Spitzenteam.

In den folgenden Stunden wurden dann alle strittigen Änderungsanträge zum Wahlprogramm diskutiert und abgestimmt. Spannend die Reden zur Prostitution und zu Olympia. Christiane Blömekes Antrag (Olympia ja, aber…) erreichte ebenfalls nur eine knappe Mehrheit von etwa 59 Stimmen gegenüber dem von Claudius Lieven vorgetragenen mit ca. 53 Stimmen (Olympia, so nicht!). Die Presse war gut vertreten, einen Beitrag vom NDR gibt es unter diesem link.

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