Leben im Quartier

Frühstück mit #AnjesTjarks

Zimmer A neben der Fraktion mit Blick auf den weihnachtlich dekorierten Rathausmarkt (am 26.11. öffnet der Weihnachtsmarkt)

Dennis Paustian-Döscher mit Maryam Blumenthals Baby Yasha

Anjes hatte den Wandsbeker Kreisvorstand und die Fraktion  eingeladen, um in kleiner Runde zu besprechen, was uns vor Ort bewegt. Welche Themen beschäftigen uns und was soll davon in den politischen Alltag einfließen? Was sollte die Grüne Bürgerschaftsfraktion noch anpacken, um Hamburg weiterhin zu einer lebenswerten Stadt zu machen?

Unsere Kreisvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführerin, Maryam Blumenthal, Ulla Martin und Dennis Paustian-Döscher, beide ebenfalls von der Fraktion und ich (Mitglied im Kreisvorstand) waren dabei. Mir liegt besonders das gute Zusammenleben von Jung und Alt im Quartier am Herzen. Anjes erzählt, dass in Altona diesbezüglich gerade viel passiert: Es wird ein inklusives Quartier gebaut, mit Fahrstühlen in den Häusern, mit ebenen Wegen ohne Bordsteine, Begrenzung ist das Bodenleitsystem für sehbehinderte Menschen, einem eigenen Mobilitätskonzept, Schulen und Kitas in der Nähe. Das soll „role model“ für ganz Hamburg werden!

Außerdem gibt es eine tolle Nachbarschaftsinitiative, Altonavi, die Anwohnerinnen und Anwohner über Angebote und Nahversorgung in Altona informiert. Wo gibt es Unterstützung, welche Behörden sind zuständig? Altonavi kennt Vereine und Initiativen, bei denen man sich engagieren kann und informiert über: Bildung, Kunst und Kultur, Wohnen, Gesundheit, Pflege und Assistenz, Arbeit und Beschäftigung, Religion und Spiritualität, stadtteilnahen Handel und Handwerk.

Dr. Ulla Martin, Maryam Blumenthal, Dennis mit Baby Yasha – das bei Politik-Talk bestens schlafen kann

Dr. Anjes Tjarks hat ins Rathaus zum Frühstück geladen – neben ihm die nette neue Mitarbeiterin Tugce Basduran

Echt ein tolles Projekt – wär das nicht auch etwas für Wandsbek?

Weiter gehts mit der Mobilität in Hamburg. Der Bezirksseniorenbeirat in Wandsbek wünscht sich sicherere Radwege, besonders auf Radschutzstreifen (die schmalen, mit der gestrichelten Linie) fühlen sich viele ältere Radler*innen nicht wohl. Anjes weist auf eine aktuelle Umfrage hin, nach der sich die Mehrheit der Hamburger*innen über die Radoffensive der Bürgerschaft freut. Was nicht bedeutet, dass sich nicht trotzdem viele mehr Sicherheit wünschen. Obwohl Radfahren von der Faktenlage her so sicher ist, wie nie zuvor.

Mit einfachen Mitteln könnte man die Radwege aber noch sicherer machen. Z.B. große Spiegel an Kreuzungen aufbauen, um PKWs und Lastern beim Rechtsabbiegen den Blick auf den Radweg zu erleichtern. Denn, das ist ja bekannt, beim Abbiegen passieren die meisten gefährlichen Unfälle, während auf gerade Strecke so gut wie alles im grünen Bereich ist. Auch die farbliche Kennzeichnung der Radwege an Kreuzungen würde zur Sicherheit beitragen. Gute Ideen! Viele Radler*innen wünschen sich auch bessere Park-Möglichkeiten mit festen Bügeln, an die sich Räder diebstahlsicher anschließen lassen.

Zum Schluss ging es noch darum, wie wir uns für die Bezirkswahlen aufstellen – da wissen wir im Januar mehr, wenn Wahlkreise und Bezirksliste gewählt werden. Mein Eindruck: Offenes Gespräch bei leckerem Frühstück im schönen Besprechungszimmer A, mit Blick auf den Rathausmarkt, wo gerade der Weihnachtsmarkt aufgebaut wird. Gutes Format!

 

13 Plätze werden saniert – einer auch in Wandsbek

Mit 10 Millionen Euro sollen 13 Hamburger Plätze modernisiert und neu gestaltet werden. Die Plätze wurden in Zusammenarbeit mit den Bezirken ausgewählt. Unter anderem wurde auch der Saseler Marktplatz ausgewählt.

Dazu Olaf Duge, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Öffentliche Plätze stiften Identität. Hier, wo sich Nachbarn treffen, Kinder spielen und Besucherinnen und Besucher rasten können, findet das Leben Raum – hier kann es aufblühen. Die nun bereitgestellten 10 Millionen Euro sind eine ordentliche Summe, mit der wir 13 Hamburger Plätze aus ihrem Dornröschenschlaf holen. Das steigert die Aufenthaltsqualität vor Ort, fördert das gemeinschaftliche Zusammenleben und stärkt die Identität der Quartiere. Ich bin froh, dass die Sanierung der Plätze nun in Angriff genommen wird.“

Folgende Plätze wurden für eine Sanierung ausgewählt: Allende-Platz, Bruno-Tesch-Platz, Elsässer Platz, Gerhart-Hauptmann-Platz/Ida-Ehre-Platz, Herbert-Wehner-Platz, Holstenplatz, Löschplatz, Louis-Braille-Platz, Platz am Luisengymnasium, Quartiersplatz-Mittl. Landweg, Sand, Saseler Marktplatz.

Gut leben im Quartier – auch im Alter

Die Expert*innen der Podiumsdiskussion; Foto Jörn Meve

Die Idee für die Veranstaltung „Senioren leben im  Quartier“ war im größten Hamburger Bezirk, in Wandsbek, nach einer Heimtour entstanden. Dabei werden auf Initiative des Bezirksseniorenbeirates Pflegeheime besucht, um sie besser kennenzulernen. Während der Tour tauchte die Frage auf, welche Alternativen es zu Heimen gibt, weil die meisten Menschen doch lieber so lange es geht in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchten. Der Bezirksseniorenbeirat (BSB) entwickelte bald ein entsprechendes Konzept für einen Fachtag, um über die Beratungsmöglichkeiten in Sachen ambulante Pflege, Barrierefreiheit für zu Hause, finanzielle Unterstützung etc. zu informieren. Dieser Fachtag hat nun stattgefunden, mit sehr guten Referent*innen, einer kurzen Podiumsdiskussion und intensiven Gesprächsrunden.

Der Verein Barrierefrei Leben e.V.  gab einen umfassenden Überblick über mögliche Umbaumaßnahmen für Bad, Küche und Hauszugang und empfahl, einen Besuchstermin zu vereinbaren, da man sich gratis und neutral beraten lassen und in einer Musterausstellung Barrierefreiheit auch erleben kann. Auch auf der Homepage des Vereins gibt es reichlich Informationen zur Wohnberatung.

Diskussion in den Arbeitskreisen

Anschließend ging es um eine gute Nahversorgung, was bedeutet:  Güter des täglichen Bedarfs  sollen in einem Umkreis von 500 bis 800 Metern von der Wohnung fußläufig erreichbar sein. Keine Stadtplanungsbehörde kann natürlich ein Geschäft zwingen, an einen bestimmten Ort zu kommen – aber durch Auflagen und Förderung lässt sich vieles steuern. Bei Planungen für Neubaugebiete ist es z.B. ideal, wenn die Erdgeschoss-Ebenen als Läden, Arztpraxen oder für gastronomische Betriebe genutzt werden,  darüber wird gewohnt.

Generell kann man sagen, dass heute im nördlichen Teil von Wandsbek mit seinem hohem Anteil an Grünflächen und Einzelhäusern die Nahversorgung schlechter ist als im Zentrum. Negativ wirken sich auch Supermärkte auf der grünen Wiese aus, da sie Kapazitäten von kleineren Läden, die zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden, abziehen.

Auch wenn in Wandsbek eigentlich genügend Arztpraxen vorhanden sind, bekommt man oft nur schwer einen Termin, hat lange Wartezeiten und Hausärzte weigern sich, ins Haus zu kommen, obwohl sie zum Hausbesuch verpflichtet sind. Am besten, so rät das Fachamt Gesundheit, sollte man seine Ärztin oder seinen Arzt schon einmal fragen, wie sie oder er es mit Besuchen hält, bevor man darauf angewiesen ist. Und wer allein nicht mehr auf den Facharzt-Stuhl kommt, kann sich erkundigen: Es gibt entsprechend barrierefreie Praxen.

Mittags gibt es Würstchen – diesmal auch mit veganer Variante

Die bezirkliche Seniorenberatung berät Bürger*innen ab 65 Jahre und ist zuständig bei allen Fragen zur häuslichen Pflege und Hilfen im Haushalt und deren Finanzierung. Dort werden ambulante Dienste vermittelt, die Suche nach einem Heimplatz unterstützt und man arbeitet eng mit dem Sozialamt und dem Grundsicherungsamt zusammen.

Pflegestützpunkte  verstehen sich als Pflegelotsen, wenn Leute nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Die Berater*innen kennen alle Fachstellen für häusliche Umbaumaßnahmen, für Leistung und Finanzierung der Pflegeversicherung, ambulante Pflegedienste oder zum Einbau von einem Hausnotrufsystem.

Die verschiedenen Pflege-Organisationen hatten viele Informationen dabei

Die Diakonie mit ihrer Angehörigen Schule weist darauf hin, dass es vermutlich allein in Hamburg 40.000 bis 100.000 pflegende Angehörige gibt, genaue Zahlen sind nicht bekannt. In der Regel sind es Laien, die 70% der Pflegearbeit leisten! Zur Zeit können sich erwerbstätige Angehörige maximal 10 Tage Auszeit am Arbeitsplatz nehmen, um ambulante Pflege oder Heimunterbringung zu klären – und ausreichend finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite ist leider nicht zu erwarten.

Die Alzheimer Gesellschaft Hamburg e.V. ist ein Verein mit 15 Teilzeit-Angestellten und 100 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die gut aufgestellt sind. Es gibt inzwischen einen Treffpunkt für Menschen mit beginnender Demenz, einen Chor mit Sänger*innen mit und ohne Demenz und sogar eine Sportgruppe im Stadtteil Volksdorf. Ziel des Vereins ist es, dass sich demente Menschen nicht zurückziehen, sondern weiter am Leben teilhaben können.

Dem ASB (Arbeiter-Samariter-Bund)-Sozialstation im Stadtteil Jenfeld/Tonndorf ist es wichtig, dass ihr Mitarbeiterstamm überschaubar ist, und sie eine gute Beziehung zu den Pflegefällen haben. Bei einem ersten Besuch wird darüber informiert, welche Hilfen installiert werden können und welche Kosten auf die Patienten zukommen.

Frau Gust von der Behörde für Verbraucherschutz ist auch die Teilhabe älterer Menschen wichtig, die nicht mehr so mobil sind

 

Nach der Podiumsrunde informierte die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz über Teilhabemöglichkeiten im Quartier. Wichtig ist eine ausreichende Zahl an Gemeinschaftsräumen, damit Menschen die Chance haben, sich regelmäßig treffen zu können. Und natürlich sind auch nachbarschaftliche Kontakte sehr bedeutend. Um die zu koordinieren wäre ein Quartiersmanagement gut. Man könnte auch Fahrdienste für Arztbesuche organisieren. Wohngemeinschaften werden zur Zeit hauptsächlich für demenzkranke Menschen gegründet.

Nach soviel Input gab es erstmal eine Stärkung mit Kartoffelsalat und Würstchen – wer wollte, bekam sogar ein veganes!

Dann ging es in die Arbeitsgruppen, um mit den Referenten intensiver ins Gespräch zu kommen. Man konnte wählen zwischen zwischen drei Themenkreisen: „Altersgerechtes Wohnen“, „Pflege und Betreuung“ und „Gemeinsam statt einsam“.

Die Diskussions-Ergebnisse aus den verschiedenen Gruppen wurden am Ende in einer letzten Gesprächsrunde vorgestellt. Den Abschluss bildete ein tolles Kuchenbuffet, gespendet von einem BSB-Mitglied! Dabei ließ sich noch gemütlich weiterreden – oder man informierte sich an den vielen Ständen der Beratungsstellen, die auch Flyer und Infomaterial bereit hielten.

Die Mischung aus Vorträgen und Gesprächssrunden wurde sowohl von den Expert*innen als auch von den Teilnehmer*innen als sehr gelungen betrachtet, ein gutes Modell für zukünftige Veranstaltungen!