Green Notes

Christas Blog

Christa Möller, Vorstandsmitglied der Wandsbeker Grünen, hat hier ihren Blog „Green Notes“. Sie berichtet in lockerer Form über alles, was Grüne in Wandsbek interessieren könnte.

Kneipengespräch in Rahlstedt

Die ZEIT und die Körberstiftung hatten zu Kneipengesprächen eingeladen, insgesamt 36 sollen in Hamburg in den unterschiedlichsten Stadtteilen stattfinden, das dritte davon in Rahlstedt. Am 13.2. trafen sich deshalb 12 Rahlstedter*innen im Café Olé, um gemeinsam zu überlegen, wie man Hamburg besser machen kann – so das Motto. Themeninteressen waren vorher abgefragt worden, ich hatte mich für „Mobilität“ angemeldet,  Julia Chiandone für „Kultur“. Alle Gäste waren entsprechend nach Gruppen eingeteilt und saßen an Extra-Tischen.

Zu Anfang sollten wir Königin oder König spielen und sagen, was wir verändern würden, wenn wir die Macht dazu hätten. Meine Mobilitäts-Gruppe – obwohl aus Mitgliedern dreier verschiedener demokratischer Parteien zusammengesetzt – war sich schnell einig: Das Wichtigste ist die Durchmischung der Stadtteile. Keine Nobel-Gebiete, keine Schmuddel-Ecken, besonders abgehängte Stadtteile müssten so viel Geld zur eigenen Verfügung haben, dass sie tolle Stadtplanungskonzepte entwickeln könnten, um das eigene Viertel aufzuwerten. Das hat dann Auswirkung auf das soziale Miteinander, auch in den Schulen. Die Identifikation mit dem Umfeld wäre viel größer, die Sorge um den Stadtteil würde mitwachsen.

Aber auch beim Thema Radfahren waren wir einer Meinung: Mehr Protected Bikelanes, genug Platz für Fußgänger*innen und Räder, weniger Autos; z.B. auf der Wandsbeker Chaussee könnte man gut auf Fahrspuren verzichten und stattdessen auf einer Seite einen breiten Radstreifen anlegen mit Rad-Gegenverkehr.

Die, die sich nicht an Regeln halten, sollten stärker bestraft werden. Und wir brauchen sichere Räume, in denen man sich angstfrei bewegen kann.

Die angesetzten zwei Stunden reichten bei Weitem nicht für die intensiven Gespräche, die an allen Tischen geführt wurden und einige blieben auch noch länger.

Alle Ideen wurden protokolliert und gesammelt. In einem zweiten Schritt wird es neue Workshops geben mit den Leuten, die Lust haben, weiterzumachen.

Tolle Initiative. In einigen Stadtteilen ist das Interesse so groß, dass gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden können, die Aufnahmegrenze liegt bei 25. In Rahlstedt hatte es allerdings noch freie Plätze gegeben.

 

Gründungstreffen der neuen Stadtteilgruppe Rahlstedt

Die Rahstedter Stadtteilgruppe traf sich am 15.2. zum ersten Mal seit langer Zeit, diesmal im Clubraum des Café Olé in der Schweriner Straße.

 

12 Leute waren wir insgesamt und saßen fast drei Stunden zusammen – obwohl wir eigentlich beschlossen hatten, nach zwei Stunden aufzuhören.

Festgelegt haben wir, dass wir unsere Sitzungen in Zukunft zweiteilen wollen, wir beginnen mit einem allgemeinen politischen Teil, der von einem von uns vorbereitet wird. In der zweiten Stunde beschäftigen wir uns dann mit lokalen Themen. Da scheint es in Rahlstedt einen ziemlichen Gesprächsbedarf zu geben. Einige Rahlstedter*innen fühlen sich auch ein wenig im Stich gelassen von den Grünen, die man gar nicht wahrgenommen hatte im Stadtteil.

Unbedingt reden müssen wir z.B. über die S4, die Trassen-Alternativen und die Auswirkungen. Da gibt es offenbar auch bei den Schleswig-Holsteiner und Hamburger Grünen unterschiedliche Einschätzungen. Ein anderes wichtiges Thema ist z.B. die geplante Klärschlammverbrennungsanlage, die Schlamm aus ganz Norddeutschland aufnehmen will.

Die nächste Sitzung am 15.3. soll mit einer Einführung von Rainder zur Zukunft der Demokratie und Risikofaktoren von KI (Künstliche Intelligenz) bis Gentechnik beginnen.

Außerdem würden wir gern eine Veranstaltung machen zum Thema gesunde Ernährung und Gefahren durch Zucker.

Am 17.5. ist eine Radtour mit unserem grünen Verkehrsexperten der Hamburger Bürgerschaft, Martin Bill, geplant, die Route wollen wir gemeinsam festlegen. Über Vorschläge mit positiven und negativen Beispielen freuen wir uns.

Den Start für unsere Treffen haben wir um eine halbe Stunde nach hinten verlegt, damit auch berufstätige Mütter und Väter den Abend organisiert bekommen. Und wir suchen noch nach einem anderen Raum: im Clubraum vom Café Olé war es sehr kalt. Besser ist es oben im Restaurant – Rainder und Katja sehen sich nach weiteren Alternativen um. Wir sagen rechtzeitig Bescheid.

Auch drei weitere Stadtteilgruppen trafen sich zur gleichen Zeit mit neuen Mitgliedern und spannenden Gesprächen!

 

Grüne Herzensthemen

In den Walddörfern (siehe Foto), in Rahlstedt, in Bramfeld und im Wandsbeker Kerngebiet wurden die Stadtteilgruppen plakatiert

Am 15. Februar treffen sich gleich alle vier Stadtteilgruppen im Wandsbeker Bezirk, die Plakate sind jetzt überall zu sehen. Wir hoffen auf regen Zulauf, besonders auch von den neuen Mitgliedern, die noch einmal extra eingeladen wurden.

Die Rahlstedter Stadtteilgruppe trifft sich zum ersten Mal seit langer Zeit, im Café Olé, um 18 Uhr. Über künftige Termine werden wir bei der Gründungssitzung reden.

Wir wollen in den unterschiedlichen Stadtteilen über grüne Herzensthemen reden, die uns beschäftigen: Was ist gerade los in Hamburg? Wie können wir globale Themen in lokale Politik umsetzen?  Was kann jede*r von uns tun, um grüne Ideen voranzubringen? Wie kann ich mich aktiv einbringen? Wie können wir unseren Stadtteil schöner und grüner machen?

Alle Orte und Uhrzeiten findet ihr auf der grünen Wandsbeker Homepage unter Termine. Wir freuen uns auf euch!

Social Media – so geht’s!

Gelungenes Instagramposting der Polizei

Der Landesvorstand bietet super Workshops an, um die Kreisverbände auf die Bezirkswahlen vorzubereiten – zum Beispiel in Sachen Social Media.

Dabei erfahren wir viel Neues über Facebook (bei aller Kritik immer noch sehr relevant für uns), Instagram (jünger als Facebook mit Schwerpunkt: Gefühle, Gefühle…) und Twitter (erreicht Profis, z.B. Journalisten).

Ein Posting bekommt im Schnitt 1,5 Sekunden Aufmerksamkeit, d.h. Ansprache, Bild und Text müssen sitzen. Ganz wichtig: Teilt bitte gelungene Posts, damit sie mehr Reichweite bekommen.

Wir haben viel über Hatespeech und Shitstorms erfahren und werden zukünftig besser damit umgehen können.

Alle Kreisverbände haben sich zusammengetan und Geld und Energien gebündelt. Tolle Initiative!

Und es gibt noch mehr spannende Coachings für Aktive: Am 28.3. zum Europawahlkampf, am 5.4. zum Haustürwahlkampf, am 5.4. zum Straßenwahlkampf, am 13.4. zu Powertools!

Kreuzotter und Kranichbeere

Duvenstedter Brook – Brook ist plattdeutsch und bedeutet sumpfiges Wiesenland

Jeder hat vermutlich ein Bild vom Moor im Kopf: Nebelschwaden, dunkle Gewässer, unheimliche Wege oder sogar Moorleichen. Heute sind Moore für uns nicht mehr gefährlich – und sind ohnehin viel mehr als diese Vorstellungen. Vom Nieder- zum Hochmoor gibt es unterschiedlichste Ausprägungen und Lebensräume für eine Fülle seltener Pflanzen und Tiere, auch in Hamburg.

Moore entstehen durch einen konstanten Wasserüberschuss in der Landschaft. Unter diesen sauerstofffreien Bedingungen werden Pflanzen nicht vollständig abgebaut, und es bildet sich Torf. Die kontinuierlich und sehr langsam nach oben wachsende Torfschicht ist das Geheimnis der Moore und macht sie zu einem speziellen und faszinierenden Ökosystem. Circa 3,1 % der Gesamtfläche Hamburgs ist von Moorböden bedeckt. Entwässerung, Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und nicht zuletzt der industrielle Torfabbau haben die meisten Hamburger Moore zerstört. Aber es gibt noch welche! Fast überall in der Stadt können größere und kleinere Moorflächen entdeckt werden.
Kurzzeitig rückte der durch die Bundeswehr verursachte Moorbrand im Emsland die immense Bedeutung des Moorschutzes in Bezug auf den Klimaschutz in die Presse. Tatsächlich leisten intakte Moore für uns wichtige Dienste: Sie schützen nicht nur das Klima, sondern reinigen und speichern auch Wasser. Der Wasserüberschuss unserer Moore muss, allein für das Erreichen der Klimaschutzziele, oberstes Gebot sein, denn Moore binden auf gleicher Fläche bis zu sechsmal mehr CO2 als ein Wald. Die NABU-Aktiven setzen sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Hamburger Moore ein und arbeiten dabei eng mit anderen Naturschutzverbänden sowie den zuständigen Behörden zusammen. Im Fokus der Arbeit steht der praktische Moorschutz in den Betreuungsgebieten. Mit der Moor-Aktionswoche soll nun auch in der Öffentlichkeit Verständnis und Begeisterung für diesen außerordentlichen Lebensraum geweckt werden. Die Vielzahl an Veranstaltungen in der Aktionswoche versprechen schöne Erlebnisse und viel Wissenswertes rund ums Moor.

Anlässlich des Welttags der Feuchtgebiete am 2. Februar bietet der NABU eine ganze Woche lang ein buntes Programm aus Führungen, Aktionstagen, Kinderangeboten sowie Vortrags- und Fachveranstaltungen an – alles zum Thema Moor und Moorschutz.

Am Mittwoch, den 6.2., 19-20.30 Uhr startet z.B. ein Bildervortrag: Die Moore der Walddörfer
Kreuzotter und Kranichbeere – Fauna und Flora unserer Moore. Im Wittmoor und im Duvenstedter Brook gibt es noch naturnahe Moorflächen. Der Bildervortrag stellt die typischen und seltenen Moorbewohner vor und erläutert Entstehung, Gefährdung und Schutz unserer Moore.
Referent: Jens-Peter Stödter (NABU Hamburg)
Ort: BrookHus, Duvenstedter Triftweg 140

Ein Überblick über alle Veranstaltungen findet sich hier – sie sind in der Regel kostenlos. Über eine Spende für die Moorschutz-Aktivitäten freut sich der NABU Hamburg.

Quelle: NABU Hamburg

Schülerfragen zur Bezirkswahl

Schokokekse kamen eindeutig besser an als Salzbrezeln

Die ersten Anfragen an die Kandidat*innen zur Bezirkswahl kommen rein. In der Geschäftsstelle waren am Dienstag z.B. vier Schüler*innen einer Wandsbeker 9. Klasse zu Besuch.

Die Klasse hatte sich aufgeteilt, eine Gruppe ging zur CDU gegenüber, die anderen verteilten sich auf die restlichen Parteien – bei der AFD war die Lehrerin dabei.

Es gab Brezeln und Kekse und Maryam Blumenthal und ich beantworteten abwechselnd die vorbereiteten Fragen: Wie lange seid ihr schon in der Partei, glaubt ihr, dass Trump wiedergewählt wird und wie findet ihr das? Wie sprecht ihr mehr Frauen an, was tut ihr gegen den Klimawandel?

Nach 45 Minuten waren alle Fragen beantwortet, die Schokokekse aufgegessen und die Gruppe machte sich wieder auf den Weg zurück in die Schule.

Richtig gut, dass das Thema Bezirkswahlen so aktiv aufgegriffen wird. Der Unterschied zwischen Bezirks- und Bundespolitik ist hoffentlich ein bisschen klarer geworden. Und wir wären gern dabei gewesen, wenn alle Infos im Klassenraum zusammengetragen und diskutiert wurden.

Vorstandssitzung mit spannenden grünen Daten

Die Vorstandssitzung war sehr gut besucht, mit vielen Gästen. Es gab viel zu beschließen: wieviele Plakate wollen wir für den Bezirkswahlkampf aufstellen, wer nimmt am Coaching teil, wie verfahren wir mit unserer Social Media Kampagne…

Alice Buxton und ich waren in der Wahlkampf-Kommission und hatten viel Input mitgebracht. Alice hatte eine Präsentation dazu vorbereitet.

Nach der Sitzung kam unser Landesschatzmeister Karl-Heinz Karch zu uns in die Geschäftsstelle und präsentierte über eine Stunde lang die Ergebnisse von vier spannenden Studien zur grünen Partei, die zwischen 2015 und 2018 erstellt worden waren. Er hatte sogar konkrete Zahlen zu Wandsbek dabei. Und hat uns angeboten, gemeinsam mit uns noch tiefer einzusteigen, wenn wir Interesse haben. Das sollten wir unbedingt wahrnehmen, ist alles sehr hilfreich für den beginnenden Wahlkampf!

Wie sicher ist Deutschland digital?

Aufrüttelnde Antworten auf diese Frage gab es von Konstantin von Notz, der uns am Mittwochabend in Wandsbek besucht hat. Konstantin ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag und innenpolitischer Sprecher mit dem Arbeitsschwerpunkt Datenschutz, der in seinen Augen dringend einer Modernisierung bedarf. Als Koordinator des Arbeitskreises III der grünen Bundestagsfraktion verantwortet Konstantin außerdem federführend unter anderem die Themenbereiche der Rechts- und Justizpolitik.

Das Sicherheits-Thema stieß auf jeden Fall auf großes Interesse in Wandsbek, etwa 40 Besucher*innen sind der Einladung des Wandsbeker Kreisvorstands gefolgt.

Da Konstantin seit 25 Jahren Mitglied der Grünen ist, hat er selbst erleben können, wie Netzpolitik vom Nischenthema zu einem Thema mit extrem hoher Relevanz wurde. Als Wendepunkt in der öffentlichen Beachtung nennt er die Enthüllungen von Edward Snowdon – auf den Punkt gebracht sei das im ARD-Sommerinterview mit Angela Merkel, das für sie ein besonders unangenehmes Interview war und dass man auf you tube noch finden könne.

Seit der Verwendung von Glasfaserkabeln, könnten Nachrichtendienste Emails, Filme, Finanzbankdatenströme in unglaublicher Menge einfach abschnorcheln. Was sie auch täten. Snowdon hätte damals den Vorhang beiseite gezogen. Damit wurde z.B. Unternehmen klar, dass es keine Betriebsgeheimnisse mehr gäbe.

Die Grünen sehen den Staat in der Pflicht, er hätte eine Schutzverantwortung, müsse aktiv eintreten. Bisher hätten grüne Sicherheitsforderungen jedoch kein Gehör gefunden.

2010 hätte sich die Regierung bei der Einführung des E-Postbriefs entscheiden können: soll es generell eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geben? Rechtsanwälte, Notare, Ärzte waren dafür, aber die Bundesregierung wollte die Verschlüsselung nicht. Der Post war es zu teuer, und Sicherheitsbehörden hätten nicht mehr mitlesen können.

Konstantin geht davon aus, dass das die schlimmste Fehlentscheidung war, das Verschlüsselungskonzept wäre sonst wohl ein Erfolgsmodell geworden, weltweit.

Dazu kam es aber nicht, und so haben wir immer noch Probleme z.B. mit der Gesundheitskarte – und haben inzwischen sogar einen Handel mit Sicherheitslücken! Auf dem Schwarzmarkt würden diese Lücken aufgekauft, um Leute zu überwachen und nicht um die Lücken zu schließen, daran sei niemand interessiert. Und das sei Wahnsinn: Um eine Handvoll Firmen oder Leute zu überwachen würden 80 Millionen ohne Sicherheit zurückgelassen. Bei der Stromversorgung, auf Finanzmärkten, Smart Home oder Haushaltsgeräten. In 5 Jahren hinge vermutlich unser Kühlschrank am Netz, so dass wir beim Einkaufen direkt checken könnten, was fehlt. Oder gleich nach dem Job von unterwegs bestellen könnten und REWE liefere ins Haus.

Daten seien für Unternehmen heute das Rohöl von früher. Deshalb bräuchten wir unbedingt Transparenz, das dürfe kein „nerdiges“ Thema mehr sein. Z.B. müsse man wissen: welche Rooter sind wirklich sicher? Es gäbe aber keinerlei Gütesiegel, keinen Wettbewerb diesbezüglich. Wir bräuchten eine funktionierende Grundverordnung.

Die Behauptung: „Die Leute sind selbst Schuld, wenn sie bei Facebook sind“, sei falsch. Es gibt Unternehmen, die bei Einstellungen sagten: „Wenn ich den Bewerber nicht auf Facebook finde, stelle ich ihn nicht ein. Ich brauche Leute, die sich präsentieren können.“ Und die Nicht-Mitgliedschaft bei Facebook sei letztendlich auch eine Information über einen Menschen.

Künstliche Intelligenz (KI) würde bei Bewerbungen längst eingesetzt.

In Berlin fand man es aus all diesen Gründen völlig unverständlich, dass Robert Habeck aus Twitter und Facebook ausgestiegen sei. Außerhalb Berlins würde man das durchaus differenzierter sehen.

Aber klar ist: Konstantin würde selbst niemanden einstellen, der kein Smartphone habe und einen pünktlichen Feierabend um 17 Uhr wolle. Das passe einfach nicht zu seinem politischen Arbeitsfeld.

Und er ist überzeugt, dass Digitalisierung unsere Gesellschaft  mehr verändern werde als die Industrialisierung. Entscheidend sei dabei, dass wir es schaffen, den Rechtsstaat mitzunehmen. Es gäbe inzwischen genügend Alternativmodelle zur Demokratie. In China z.B. sei man zwar unfrei, aber satt. Das sei ein entscheidendes Argument. Hinzu käme, dass Rechtstendenzen aktuell ja relativ en vogue seien.

Eine Frage sei deshalb: Wie gehen wir mit Staaten, wie Saudi Arabien, China, Russland um? In Konstantins Augen geht es allein um Werte – und die hingen nicht mit der Größe eines Landes zusammen. „Wir haben uns unsere individuelle Freiheit kaputt quatschen lassen.“ Das sollten wir nicht länger hinnehmen.

China erprobt längst ein Social Scoring System. D.h. mit Gesichtserkennung, Mobiltelefonüberwachung, Scannen von Bewegungsabläufen wisse man genau, wer gerade was wann wo mache. Die Trefferquote sei enorm. Dieses System wird zur Zeit in Testgebieten erprobt und soll dann ausgeweitet werden. Dann könne man Menschen, die z.B. älteren Damen über die Straße helfen, aufmerksam dem Unterricht folgen, nicht auf die Straße spucken, früh ins Bett gehen, um am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein, keine Widerworte ihrem Arbeitgeber gegenüber haben und ihre Eltern regelmäßig besuchen mehr soziale Punkte geben als anderen. Damit verbunden könnte dann sein, dass man einen besseren Job bekommt oder eine größere Wohnung etc. China-Korrespondent Kai Strittmatter hat mehrfach darüber berichtet. Orwell lässt grüßen!

Deshalb müssten wir Grünen jetzt für Freiheit und Werte kämpfen. Er diskutiere oft mit Grünen, für die der Klimawandel das entscheidende Thema zur Zeit ist. „Wenn wir aber den Kampf um unsere Werte verlieren, können wir nicht mal mehr auf die Straße gehen, um gegen den Klimawandel zu protestieren!“

Eine Frage sei z.B. ob wir chinesische Firmen beim Ausbau des neuen Mobilfunknetzes 5G zulassen sollten.

Und wir müssten auf den Datenschutz achten. Das häufigste Passwort in Deutschland sei z.B. 1234. Es könne nicht sein, dass Unternehmen solche Passwörter akzeptierten. Der Staat hätte die Verantwortung dafür, dass Regeln eingehalten würden. Kosten seien kein Argument. Ein Airbag sei auch teuer, trotzdem müssen Hersteller ihn verpflichtend einbauen. Das Regelungsbedürfnis des Staates fehle aber im digitalen Bereich, das müsse sich ändern.

Wir hätten längst eine digitale Kriegsführung. Bevor es zu großen digitalen Kriegen käme, müssten wir viel besser aufgestellt sein. Wir bauen coole Maschinen, die weltweit gekauft würden, weil sie zwar nicht die günstigsten, aber einfach gut seien. Das müssten wir auch bei der Digitalisierung erreichen. Für guten Datenschutz gäbe es einen guten Markt. Heute müsse man keine Bomben mehr auf ein E-Werk abwerfen, man könne es hacken.

Guter Vortrag, spannende Diskussion, viele Denkanstöße, souveräne Gesprächsleitung von Rainder Steenblock, leckeres Catering von Eckhard Heumeyer mit Obst, Kaffee und Keksen. Sehr gute Veranstaltung!

Neumitgliedertreffen

Brechend voll ist unser Konferenzraum, die Falttür zum K2 ist geöffnet, überall sitzen Menschen, die seit kurzem Mitglied bei den Grünen sind. Wie praktisch, dass man den ovalen Konferenztisch zu kleineren Tischen umbauen kann. Anna Gallina und Miriam Block vom Landesvorstand (LaVo) übernehmen Begrüßung und Einleitung, dann geht es gleich in die Unter-Gruppen: in einer wird erzählt, was der LaVo macht, in anderen, wie Grüne Alte – die jetzt Grüne 60plus heißen – und Grüne Jugend arbeiten, was Kreisverband und Kreisvorstand bedeuten und wie die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) aufgebaut sind. In jeder Gruppe werden reichlich Fragen gestellt: wieviel Arbeit investiert ihr, was kann man tun, wenn man nicht regelmäßig Zeit hat, welches Thema liegt euch am Herzen, sucht ihr auch den Kontakt mit Menschen, die bisher nicht grün wählen… An jedem Tisch sitzen etwa 20 Neumitglieder, viele wollen sich gern engagieren.

Ein Pfleger ist dabei, der sich freut, dass die Grünen 60plus eine Veranstaltung zum Thema Pflege durchführen wollen. Obwohl er noch keine 60 ist, will er unbedingt zu einem der nächsten Treffen kommen. Eine Wandsbekerin möchte in den Aktivenverteiler aufgenommen werden.

Adressen werden ausgetauscht, auch nach dem offiziellen Ende des Treffens nach zwei Stunden wird noch in kleinen Grüppchen geredet. Eine tolle Energie, die mitreißt und motiviert.

Besuch der Gedenkstätte Neuengamme

Steine kennzeichnen die Barackenstandorte im ehemaligen Häftlingslager. Foto: Michael Kottmeier, 2005. (ANg 2014-479)

Die Bezirksversammlung Wandsbek lädt zu einer öffentlichen Veranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ein.

Gemeinsam mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern wird die KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Jean- Dolidier-Weg 75, 21039 Hamburg am 27. Januar 2019 um 12 Uhr besichtigt.

Als zusätzlichen Service bietet die Bezirksversammlung an, gemeinsam per Bus anzureisen. Der Treffpunkt hierfür ist spätestens um 11 Uhr an der Bus-Haltespur am Wandsbeker Markt (Puvogelgarten), direkt gegenüber der Christuskirche. Anmeldungen für die Besichtigung sowie die Anreise nimmt die Geschäftsstelle der Bezirksversammlung bis 18. Januar 2019, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 040 428 81 3611 entgegen.

Die dreistündige Besichtigung findet hauptsächlich in den Ausstellungsgebäuden beim Haupteingang der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt. Es wird je nach Witterung zusätzlich die Möglichkeit geben, auch über das freie Gelände geführt zu werden. Hierfür sollte warme Kleidung und festes Schuhwerk eingeplant werden. Natürlich ist es ebenfalls möglich, auf eine Geländeführung zu verzichten. Im Anschluss an die Besichtigung findet eine Kranzniederlegung statt und ein kleiner Imbiss wird angeboten.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.  Bis spätestens 18. Januar 2019 sollte eine entsprechende Rückmeldung gegeben werden.

Im Südosten von Hamburg befand sich von 1938 bis 1945 das größte Konzentrationslager Nordwest- deutschlands, das KZ Neuengamme. Mehr als 100.000 Häftlinge aus ganz Europa waren im Hauptlager und den 86 Außenlagern inhaftiert. Insgesamt starben im Neuengammer Lagerkomplex mindestens 42.900 Menschen.

Seit Oktober 1981 informiert die KZ-Gedenkstätte Neuengamme am historischen Ort in verschiedenen Ausstellungen über die Geschichte des Lagers. Im Mai 2005 wurde die Gedenkstätte in erweiterter Form als Ausstellungs-, Begegnungs- und Studienzentrum wiedereröffnet.

Quelle: Bezirksamt Wandsbek Pressestelle

Neujahrsempfang mit 1200 Gästen

 

Gute Stimmung bei den Wandsbeker*innen

Bürgermeister Tschentscher bei Anjes Rede

Nach der missglückten Einladung (Ort und Uhrzeit fehlten auf der Einladungskarte, die dann auch noch viel zu spät ankam) wurde es doch ein rauschendes Fest mit 1200 Gästen.

 

 

 

Ex- Wandsbeker Danny und Harry von Borstel

Ein Wermutstropfen: Wir sind so viele geworden, dass der Rathaussaal nicht für alle Platz hatte, es gab diesmal auch Absagen. Eigentlich dürfen sogar nur 1000 Menschen in den großen Festsaal. Tanzen konnte dann auch nur die Charleston-Gruppe, die im Look von Babylon Berlin eine kesse Sohle aufs Parkett legte.

Anjes Rede zu 100 Jahre Demokratie

Bei Sekt, grünem Bier, Limonade oder Wasser ließ es sich bestens klönen oder auch netzwerken. Motto des Abends: 100 Jahre Demokratie. Farid Müller beklagte in seiner Begrüßungsrede, dass weiterhin Diagnosen und Atteste zum Dritten Geschlecht eingefordert würden und Anjes wies darauf hin, dass wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen könnten, sondern dass besonders in Sachen Gleichstellung, faire Teilhaben oder gleicher Lohn für gleiche Arbeit noch viel zu tun sei. Zumal rechte Kräfte versuchten, die Zeit zurückzudrehen.

Tanzen durfte nur die Charleston-Gruppe

Die Gastrednerin kam nicht aus der Politik, sondern direkt von Kampnagel: Intendantin Amelie Deuflhard. Und es gab natürlich auch diesmal schillernde Dragqueens zu bewundern.

Noch mehr Infos hier.

Wahlen für die Bezirksversammlung

Wandsbeker Spitzenteam: Maryam Blumenthal und Christa Möller

Wahlmarathon von 10 Uhr bis 20 Uhr

Oha, das war eine Mammutveranstaltung! Um 10 Uhr ging es am Samstagmorgen los – am Morgen nach dem Neujahrsempfang! Aber viele Wandsbeker*innen waren tapfer erschienen, um die Kandidat*innen für die neun Wahlkreise und die Bezirksliste aufzustellen.

Um den Ablauf zu vereinfachen, hatte der Kreisvorstand beschlossen, die Wahlkreise gebündelt in vier Wahlversammlungen zu wählen, die farblich gekennzeichnet waren. Je nach Wohnort gehörte man zur grünen, blauen, gelben oder weißen Versammlung. Die Versammlungsleitungen wechselten sich ab.

Die Zählkommission ist gut drauf

Zwischenstand der Ergebnisse

Harry von Borstel und Eckhard Heumeyer hatten alle Formulare und Abläufe bestens vorbereitet. Brötchen, heiße Suppe, Kuchen und Getränke standen im Nebenraum bereit.

Bevor es losging, machte Oliver Schweim noch mal klar, wieviel Zeitaufwand mit der Arbeit als Bezirksabgeordneter verbunden ist: 126 Abende von 220 Arbeitstagen im Jahr hat er 2018 für grüne Bezirksarbeit investiert. „Wir müssen Power reinbringen“, meinte er, „sonst wird das nichts!“ Er selbst möchte aus persönlichen Gründen zunächst eine Politik-Pause einlegen.

Geheime Wahl in zwei Wahlkabinen

Über 40 Mitglieder wählen die Bezirksliste

Dann wurde unermüdlich gewählt, bis um 20 Uhr auch die Bezirksliste mit 27 Kandidat*innen stand – quotiert bis Platz 22, mit zwei Frauen an der Spitze: Maryam Blumenthal (knapp 88% der Stimmen) und Christa Möller (89.5%) . Auf Platz 3 folgt Dennis Paustian-Döscher (knapp 81%).

In den Wahlkreisen kandidieren auf dem ersten Platz für die Walddörfer Jan-Hendrik Blumenthal, in Eilbek/Wandsbek Dennis-Paustian-Döscher, in Farmsen/Berne/Bramfeld Nord Maryam Blumenthal, in Marienthal/Jenfeld Joachim Nach, in Bramfeld-Süd/Steilshoop Jan-Otto Witt, in Rahlstedt-Nord Christa Möller, in Wellingsbüttel/Sasel Frauke Häger, in Rahlstedt-Süd Julia Chiandone, in Poppenbüttel/Hummelsbüttel Zohra Mojadeddi.

Bunte Abstimmung für die Bezirksliste

Stimmzettelausgabe für Wahlkreis Grün, Gelb, Blau und Weiß

Alle Kandidat*innen sind auch auf der Homepage zu finden, ebenso die meisten Bewerbungen.

Vielen Dank an Rainder Steenblock, für die gute Organisation bei der Aufstellung und Wahl der Bezirksliste! Jetzt kann es losgehen!

Ein wunderbares grünes Jahr 2019!

Festlicher Neujahrsempfang im Hamburger Rathaus

Alles hat seine Zeit

Ich hoffe, ihr seid alle gut reingerutscht und wünsche euch nur das Beste für 2019!

Es wird für uns Grüne auf jeden Fall ein spannendes Jahr, haben wir doch zwei Wahlen vor uns, Bezirks- und Europawahlen.

Und das neue Jahr hat kaum angefangen, geht es auch schon los mit den ersten Terminen!

Am Sonnabend, den 5. Januar,  findet um 12 Uhr die Vernissage zur Gemeinschaftsausstellung „Alles hat seine Zeit“ in der Rockenhofkirche am Volksdorfer Bahnhof statt (Rockenhof 3), gleich nach der Musik zur Marktzeit. 12 Volksdorfer Künstler*innen zeigen ihre Werke. Dazu gibt es Klezmer und Jazz vom Duo Win Win. Wer am Samstag nicht kann: Die Ausstellung läuft noch bis zum 25. Februar und kann auch während der Offenen Kirche mittwochs und samstags zwischen 10 und 12 Uhr besucht werden.

Am Dienstag, den 8. Januar eröffnet Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff um 16 Uhr im Bezirksamt Wandsbek die Ausstellung „Europa und wir – mit der Kamera durch das interkulturelle Wandsbek“. Der Jahresauftakt der Geschichtswerkstatt Wandsbek. Diese Foto-Sammlung ist anlässlich des Kulturerbe-Jahrs 2018 entstanden und wurde bereits einmal am Tag der Hamburger Geschichtswerkstätten im Kulturschloss Wandsbek gezeigt. Sigrid Curth, Sprecherin der Geschichtswerkstatt, freut sich, dass die vielen Wünsche nach einer Verlängerung der Foto-Ausstellung nun an zentraler Stelle erfüllt werden. „Wir halten die Ausstellung auch angesichts der bevorstehenden Europa-Wahlen für wichtig, um das Bewusstsein für die sozialen, ökonomischen und kulturellen Fortschritte durch die europäische Zusammenarbeit zu schärfen.“ Die Ausstellung wird bis Monatsende zu den Öffnungszeiten des Bezirksamtes montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr zu sehen sein. Bezirksamt Wandsbek, Hauptgebäude (Kundenzentrum) Schloßstraße 60, 2. Stock

Parallel steht seit der Auftaktveranstaltung zum Kulturerbe-Jahr 2018 im Hamburger Rathaus der Rückblick auf das historische Wandsbek als Grenz- und Gewerbeort auf den offiziellen Webseiten zur Verfügung. Hier der Link.

Und am 11.1. gibt es wieder den traditionellen grünen Neujahrsempfang im Hamburger Rathaus, ab 19 Uhr wird gefeiert! Bitte vorher anmelden. Der Einlass wird in diesem Jahr offenbar strenger gehandhabt, jeder darf nur eine Begleitung mitbringen.

Schöne Weihnachtstage!

„Wie, ihr singt Weihnachtslieder? Das passt doch nicht zu den Grünen…“, wunderte sich ein langjähriges Mitglied der Partei, als wir „We Wish you a Merry Christmas“ bei unserer Weih­nachtsfeier anstimmten. Ich finde: das passt ganz gut. Wir sind ja nicht nur Politiker*innen, ist doch schön, wenn man auf einer Feier auch mal die privateren Seiten der Partei­freund*innen entdeckt. Außerdem: Singen verbindet, der US-amerikanische Musikforscher David Huron von der Ohio State University glaubt zum Beispiel, dass Musik entstanden ist, um den Zusammenhalt einer Gruppe zu fördern. Und der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau war der Meinung, dass sich der menschliche Gesang aus leidenschaftlichem, erregtem Sprechen entwickelt habe. Das würde doch gut zu uns passen, oder? 😉

Diskutiert wurde am Freitag in der weihnachtlich geschmückten Ohlendorff’schen Villa auf jeden Fall ebenfalls viel, über die bevorstehenden Bezirkswahlen, das Klima, sichere Radwege, Nachverdichtung und Grünflächen – oder den neu gegründeten Wirtschaftsdialog, der mit Unterstützung prominenter Grüner aus Brüssel, Berlin und den Ländern und Kommunen am Tag der Weihnachtsfeier gegründet wurde.

Nicht über, sondern mit den Unternehmen reden will auch unser Walddörfer Stadtteilgruppenmitglied Thomas Gambke, der Infoblätter des Dialogs auf der Feier verteilte.

Auch neue grüne Mitglieder waren gekommen, um ihre Infos über die Grünen nicht nur den zahlreichen Mails zu entnehmen, die seit Eintritt auf sie einfluten, sondern auch mal echte grüne Menschen zu treffen. Alle Stadtteilgruppen waren vertreten, ein Wandsbeker Neumitglied freut sich, dass demnächst nicht nur geredet, sondern auch gemeinsam gekocht wird.

Zur Feier hatten viele etwas zu essen mitgebracht, von Quiche über Pizzamuffins bis zu Apfelkuchen und Brownies. Harry hatte mit seiner Sackkarre wieder ausreichend Glühwein heran geschleppt, Eckhard brachte Gläser, Wasser und Rotwein mit. Baby Yasha war zwischendurch ein wenig unleidlich, schlief aber spätestens beim Klang des grünen Chors völlig entspannt ein.

Schöne Weihnachtstage euch allen!